Gesundheit im Alltag

Vapes und Co.: Dr. Böckeler von den Medius-Kliniken warnt vor unterschätzten Risiken

Nicht nur Tabakzigaretten, sondern auch E-Zigaretten und Vapes stehen in der Kritik von Medizinern und Suchtforschern, erklärt Dr. Michael Ulrich Böckeler, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Hämatologie und Onkologie an der Medius-Klinik Ostfildern-Ruit, anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai.

OSTFILDERN-RUIT. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai rücken Gesundheitsorganisationen weltweit die Folgen des Rauchens in den Fokus. Doch längst geht es dabei nicht mehr nur um klassische Tabakzigaretten. Auch E-Zigaretten und sogenannte Vapes stehen zunehmend in der Kritik von Medizinern und Suchtforschern. Vor allem Jugendliche unterschätzen häufig die gesundheitlichen Risiken der bunten Geräte mit süßen Aromen.

Keine harmlose Alternative

Dabei gilt: Auch wenn beim Dampfen kein Tabak verbrannt wird, sind E-Zigaretten keineswegs harmlos. Viele Menschen glauben noch immer, Vapes seien eine gesunde Alternative zur Zigarette. Aus medizinischer Sicht ist das jedoch ein gefährlicher Irrtum. Besonders problematisch ist, dass beim Inhalieren feinste Partikel und chemische Stoffe tief in die Atemwege gelangen. Diese können Entzündungen fördern und das empfindliche Lungengewebe schädigen. Langfristige Folgen sind bislang noch nicht vollständig erforscht. Experten warnen deshalb davor, die Risiken des Vapens zu unterschätzen.

Nikotin macht schnell abhängig

Hinzu kommt das Risiko einer schnellen Nikotinabhängigkeit. Viele Liquids enthalten hohe Mengen Nikotin, oft in konzentrierter Form. Besonders Jugendliche gelten als gefährdet. Nikotin beeinflusst das zentrale Nervensystem, erhöht Puls und Blutdruck und kann die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Gerade bei jungen Menschen kann sich dadurch schneller eine Abhängigkeit entwickeln. Nach Einschätzung von Gesundheitsexperten tragen auch soziale Netzwerke zur Verbreitung des Trends bei. Dort werden Vapes häufig als modernes Lifestyle-Produkt inszeniert – mit bunten Designs und Geschmacksrichtungen wie Mango, Wassermelone oder Vanille.

Sorge um junge Konsumenten

Mediziner sehen insbesondere die gezielte Ansprache junger Menschen kritisch. „Durch das bunte Design und die süßen Aromen werden die E-Zigaretten und Vapes als harmlose Lifestyle-Konsumprodukte beworben. Die Risiken werden durch gezieltes Marketing systematisch heruntergespielt und verharmlost. Dabei handelt es sich bei den E-Zigaretten um Einstiegsdrogen in die Nikotinabhängigkeit“, sagt Dr. Michael Ulrich Böckeler, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Hämatologie und Onkologie an der Medius-Klinik Ostfildern-Ruit.

Forderung nach mehr Aufklärung

Zum Weltnichtrauchertag fordern Ärzte und Präventionsorganisationen deshalb mehr Aufklärung über die Risiken des Vapens. Neben strengeren Werberegeln diskutieren Fachleute auch über Einschränkungen bei Aromastoffen und einen besseren Jugendschutz. Der Weltnichtrauchertag erinnert damit nicht nur an die Gefahren des klassischen Rauchens – sondern auch daran, dass moderne Alternativen gesundheitliche Risiken mit sich bringen können.

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