Gesundheit im Alltag
Chefarzt der Medius-Kliniken erklärt, welche Veränderungen das Herz schützen
Wer sein Herz gesund erhalten möchte, denkt oft zuerst an einzelne Maßnahmen wie mehr Bewegung oder eine bessere Ernährung. Eine aktuelle Studie im European Journal of Preventive Cardiology zeigt jedoch, dass vor allem das Zusammenspiel mehrerer Faktoren im Alltag entscheidend ist.
Untersucht wurde in der Studie, wie sich Veränderungen in zentralen Lebensstilbereichen gemeinsam auf das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken. Im Fokus standen dabei drei Bereiche: Schlaf (Sleep), körperliche Aktivität (Physical Activity) und Ernährung (Nutrition). Die Forschenden fassen diese Faktoren unter dem Begriff „SPAN“ zusammen – ein Akronym, das die drei Lebensstilkomponenten bündelt.
Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, welchen Einfluss kombinierte Verbesserungen in diesen Bereichen auf das Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzschwäche haben.
Kombination statt Einzelmaßnahme
Die Ergebnisse machen deutlich, dass nicht eine einzelne Gewohnheit den Unterschied macht. Vielmehr zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen der gleichzeitigen Verbesserung mehrerer Lebensstilfaktoren und einem geringeren Risiko für schwerwiegende Herzprobleme.
Besonders interessant ist dabei: Es braucht keine radikalen Veränderungen. Schon moderate Anpassungen in allen drei Bereichen können laut Studie ausreichen, um das Risiko messbar zu senken. Damit liefert die Arbeit wichtige Hinweise für die Prävention im Alltag.
Alltagstaugliche Prävention
Die Erkenntnisse passen zu einem wachsenden Trend in der Medizin. Statt isolierter Empfehlungen rückt zunehmend ein ganzheitlicher Blick auf den Lebensstil in den Mittelpunkt. Denn Schlafmangel, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung treten häufig gemeinsam auf und beeinflussen sich gegenseitig.
Die Studie zeigt außerdem, dass bereits kleine Fortschritte einen Effekt haben können. Wer beispielsweise etwas regelmäßiger schläft, sich häufiger bewegt und gleichzeitig seine Ernährung leicht verbessert, kann langfristig profitieren. Entscheidend ist die Summe der Veränderungen.
Bedeutung für die klinische Praxis
Auch in der kardiologischen Versorgung gewinnen solche ganzheitlichen Ansätze an Bedeutung. „Wir sehen in der täglichen Praxis, dass Patienten besonders dann profitieren, wenn mehrere Lebensstilfaktoren gleichzeitig verbessert werden. Es geht nicht um Perfektion, sondern um konsequente kleine Schritte im Alltag“, erklärt Professor Christian Herdeg, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Herz- und Kreislauferkrankungen an der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT.
Die neuen Studienergebnisse liefern dafür eine wichtige wissenschaftliche Grundlage und können helfen, Präventionsstrategien noch gezielter auszurichten.
Was Patientinnen und Patienten konkret tun können
Für viele Menschen stellt sich die Frage, wie sich diese Erkenntnisse im Alltag umsetzen lassen. Die Studie legt nahe, dass bereits einfache Maßnahmen sinnvoll sind:
- regelmäßige Schlafzeiten und ausreichende Schlafdauer
- mehr Bewegung im Alltag, etwa durch Spaziergänge oder Radfahren
- eine ausgewogene, möglichst frische Ernährung.
Wichtig ist dabei nicht der perfekte Lebensstil, sondern eine nachhaltige Verbesserung in mehreren Bereichen gleichzeitig.
Ein neuer Blick auf Herzgesundheit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Herzgesundheit kein Einzelprojekt ist. Wer mehrere Stellschrauben gleichzeitig in Bewegung bringt, kann sein Risiko deutlich senken.
Damit liefert die Studie eine klare Botschaft: Prävention beginnt im Alltag und wirkt besonders dann, wenn verschiedene gesunde Gewohnheiten zusammenkommen.
Gleichzeitig zeigen andere Untersuchungen, dass auch soziale Faktoren eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen. Einsamkeit kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, während stabile soziale Beziehungen und ein aktives Miteinander einen schützenden Effekt haben. Auch hier gilt: Gesundheit entsteht im Zusammenspiel verschiedener Einflüsse – körperlich, psychisch und sozial.
Gesundheit im Alltag | 11.10.2026 - 00:00
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