Geschichten aus der Klinik
Wie die Medius-Kliniken mit modernem Training die Pflege stärken
Der Förderverein menschmedius e.V. unterstützt die Medius-Klinik Ostfildern-Ruit mit einer modernen Simulationspuppe. Der Patient der besonderen Art ermöglicht realitätsnahe Pflegetrainings direkt auf der Station und sorgt damit für mehr Sicherheit im Klinikalltag.
Plötzliche Atemnot, ein Kreislaufstillstand oder eine unerwartete Verschlechterung des Gesundheitszustands: Wenn es im Klinikalltag ernst wird, muss jeder Handgriff sitzen. Doch wie lassen sich solche Situationen trainieren, ohne dabei Patienten einem Risiko auszusetzen? Eine Antwort darauf gibt es jetzt an der Medius-Klinik Ostfildern-Ruit. Dank einer großzügigen Spende des Fördervereins menschmedius e.V. steht dem Pflegedienst künftig eine moderne Simulations- und Übungspuppe zur Verfügung.
Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Puppe aussieht, ist in Wirklichkeit ein erstaunlich vielseitiges Trainingsinstrument. Mit ihr lassen sich unterschiedlichste Situationen aus dem Stationsalltag realitätsnah nachstellen – von der routinemäßigen Patientenversorgung bis hin zum medizinischen Notfall.
Dabei steckt der Teufel manchmal im Detail: Die Puppe verfügt beispielsweise sogar über eine herausnehmbare Zahnprothese, sodass selbst vermeintliche Kleinigkeiten wie die richtige Mund- und Zahnpflege praxisnah geübt werden können. Auch Atmung, Vitalparameter oder andere körperliche Reaktionen lassen sich je nach Trainingsszenario simulieren.
Pflegekräfte und Auszubildende lernen so, nicht nur in kritischen Situationen richtig zu reagieren, sondern auch bei alltäglichen Handgriffen Sicherheit und Routine zu entwickeln.
Fehler machen ausdrücklich erlaubt
Der entscheidende Vorteil: Anders als bei der Versorgung echter Patienten dürfen beim Training auch Fehler passieren. Denn gerade aus ihnen lässt sich besonders viel lernen. Abläufe können beliebig oft wiederholt, unterschiedliche Vorgehensweisen ausprobiert und anschließend gemeinsam besprochen werden. Das schafft Sicherheit und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Ein weiterer Pluspunkt ist die unmittelbare Nähe zum Klinikalltag. Die Simulationspuppe kann direkt auf den Stationen oder in eigens vorgesehenen Praxisanleitungsräumen eingesetzt werden. Statt ausschließlich unter idealisierten Bedingungen zu üben, können die Mitarbeitenden mit den tatsächlichen Geräten, Arbeitsabläufen und Notfallstrukturen ihrer Klinik trainieren.
Wo befindet sich der Notfallwagen? Wer übernimmt welche Aufgabe? Und wie funktioniert die Abstimmung mit dem ärztlichen Dienst? Auch solche Fragen lassen sich anhand konkreter Übungsszenarien klären. Selbst kurze Trainingseinheiten von 15 bis 30 Minuten können so unkompliziert in den Arbeitsalltag integriert werden.
Davon profitieren längst nicht nur angehende Pflegefachkräfte. Auch erfahrene Mitarbeitende können ihr Wissen auffrischen, neue Standards einüben oder sich gezielt auf besondere Situationen vorbereiten.
Ebenso bietet die Puppe wertvolle Unterstützung bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen, etwa nach einem Stationswechsel oder beim Einstieg internationaler Pflegefachkräfte. Darüber hinaus können weitere Berufsgruppen und Auszubildende im klinischen Bereich in die Trainings einbezogen werden. Die fachgerechte Nutzung und Pflege der Simulationspuppe wird durch die zuständigen Praxisanleitenden und das Pflegedirektionsteam sichergestellt.
Eine Investition, von der auch Patienten profitieren
Mit seiner Spende leistet der Förderverein menschmedius e.V. einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Pflegequalität am Standort Ostfildern-Ruit. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Medius-Kliniken über den regulären Klinikbetrieb hinaus zu unterstützen und Projekte zu ermöglichen, die den Menschen in der Region unmittelbar zugutekommen.
Die neue Simulationspuppe ist dafür ein anschauliches Beispiel: Sie stärkt die praktische Ausbildung, fördert die Zusammenarbeit innerhalb der Pflegeteams und hilft dabei, auch in kritischen Situationen sicher und routiniert zu handeln. Damit kommt das Engagement des Fördervereins letztlich genau dort an, wo es am wichtigsten ist – bei den Patientinnen und Patienten.
Geschichten aus der Klinik | 14.10.2026 - 11:00
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