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Kirchheimer Kardiologe: Warum Statine ein zentraler Baustein für Herzgesundheit bleiben

Statine als Cholesterinsenker sind sicherer als ihr Ruf, sagt Chefarzt Dr. Christoph Bollinger von der Medius-Klinik Kirchheim. Neue Studien liefern beruhigende Erkenntnisse für viele Herzpatienten.

Freie Bahn für die Gefäße: Statine sind ein zentraler Baustein in der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Foto: pm

KIRCHHEIM/NÜRTINGEN. Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten weltweit. Dennoch sind viele Patientinnen und Patienten verunsichert, wenn sie ein solches Medikament einnehmen sollen. Häufig geht es dabei um mögliche Nebenwirkungen. Eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung zeigt nun: Statine verursachen deutlich seltener Beschwerden als lange angenommen. Die Analyse mehrerer großer klinischer Studien legt nahe, dass ein Großteil der Beschwerden, die Patientinnen und Patienten während einer Statintherapie berichten, gar nicht durch das Medikament selbst ausgelöst wird. Vielmehr könnte häufig ein sogenannter Nocebo-Effekt eine Rolle spielen. Dabei entstehen Symptome, weil Menschen Nebenwirkungen erwarten – nicht unbedingt, weil das Medikament diese tatsächlich verursacht.

Beschwerden treten auch ohne Wirkstoff auf In Studien, bei denen Patientinnen und Patienten abwechselnd Statine und wirkstofffreie Placebos einnahmen, zeigte sich ein überraschendes Bild: Viele der berichteten Beschwerden – etwa Muskelschmerzen – traten auch in Phasen auf, in denen gar kein Wirkstoff eingenommen wurde. „Diese Ergebnisse helfen uns sehr in der Aufklärung unserer Patientinnen und Patienten“, sagt Dr. med. Christoph Bollinger, Oberarzt der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen an der Medius-Klinik Kirchheim. „Statine gehören zu den am besten untersuchten Medikamenten in der Herzmedizin. Die aktuellen Daten zeigen deutlich, dass die meisten befürchteten Nebenwirkungen nicht durch das Medikament selbst verursacht werden.“

Wichtiger Schutz für Herz und Gefäße

Statine senken vor allem das sogenannte LDL-Cholesterin im Blut. Ein dauerhaft erhöhter LDL-Wert gilt als wichtiger Risikofaktor für Arterienverkalkung und damit für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Gerade für Menschen mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem erhöhten Risiko können Statine deshalb einen entscheidenden Schutz bieten. „Für viele unserer Patientinnen und Patienten kann eine konsequente Cholesterinsenkung das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich reduzieren“, erklärt Dr. Bollinger. „Der Nutzen dieser Therapie überwiegt in den meisten Fällen mögliche Risiken deutlich.“

Therapie nicht vorschnell abbrechen

Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Patientinnen und Patienten ihre Statintherapie aus Sorge vor Nebenwirkungen eigenständig absetzen. Fachleute raten davon ab. „Wenn Beschwerden auftreten, sollte man immer zunächst das Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt suchen“, so der Oberarzt. „Oft lassen sich Symptome gut einordnen oder die Therapie individuell anpassen.“

Mehr Sicherheit durch Aufklärung

Die neuen Studienergebnisse könnten dazu beitragen, bestehende Unsicherheiten abzubauen. Für Ärztinnen und Ärzte ist eine verständliche Aufklärung deshalb besonders wichtig. Denn eines zeigt die aktuelle Forschung klar: Statine bleiben ein zentraler Baustein in der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und sind für die meisten Patientinnen und Patienten deutlich sicherer, als ihr Ruf vermuten lässt.

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