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Kirchheimer Experte: So beeinflussen seelische Belastungen den Körper

Depressionen betreffen nicht nur die Psyche, sondern können auch zahlreiche körperliche Beschwerden verursachen – von Schlafstörungen bis zu chronischer Erschöpfung. Professor Dr. med. Christian Jacob, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medius-Klinik Kirchheim erklärt, warum seelische Belastungen den Körper beeinflussen und weshalb eine frühzeitige Behandlung wichtig ist.

Depressionen können Betroffene stark belasten. Unterstützung und Hilfe von außen können ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu mehr Stabilität und Lebensqualität sein. Foto: pm

KIRCHHEIM. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Viele Betroffene leiden jedoch nicht nur unter gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit oder innerer Leere – auch der Körper kann deutlich auf die Erkrankung reagieren. „Depression ist keine reine Erkrankung der Psyche“, erklärt Professor Dr. med. Christian Jacob, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medius-Klinik Kirchheim. „Sie kann sich auch durch körperliche Symptome bemerkbar machen.“

Wenn der Körper Signale sendet

Typische Beschwerden können zum Beispiel Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopf- oder Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme oder ein allgemeines Gefühl der Erschöpfung sein. Manche Patientinnen und Patienten berichten auch über Konzentrationsprobleme oder eine verminderte Leistungsfähigkeit. Diese körperlichen Symptome führen häufig dazu, dass Betroffene zunächst andere medizinische Ursachen vermuten. „Viele Menschen suchen wegen körperlicher Beschwerden ärztliche Hilfe, ohne zunächst an eine Depression zu denken“, sagt Jacob. „Deshalb ist es wichtig, auch die seelische Gesundheit in den Blick zu nehmen.“

Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche

Psychische Belastungen können zahlreiche Prozesse im Körper beeinflussen. Stresshormone, Schlafstörungen oder Veränderungen im Stoffwechsel können dazu beitragen, dass körperliche Beschwerden entstehen oder sich verstärken. Gleichzeitig können auch körperliche Erkrankungen das Risiko für eine Depression erhöhen. Besonders bei chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder chronischen Schmerzen treten Depressionen häufiger auf.

Depression ist gut behandelbar

Trotz der belastenden Symptome gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehören unter anderem psychotherapeutische Gespräche, Medikamente oder eine Kombination verschiedener Therapieverfahren.

„Wichtig ist, dass Betroffene frühzeitig Hilfe suchen“, betont Jacob. „Depressionen sind behandelbar, und viele Menschen können mit der richtigen Unterstützung wieder deutlich mehr Lebensqualität gewinnen.“

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