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Valentinstag in Nürtingen: Wie teuer darf’s für die Liebe sein?

Der 14. Februar ist für Blumenhändler einer der wichtigsten Tage im Jahr. Doch mittlerweile bekommen sie Konkurrenz von Discountern und Supermärkten.

Frederik Märkert kauft am Valentinstag bei Blumen Haussmann einen Strauß. Foto: Matthäus Klemke

NÜRTINGEN. Es sind hauptsächlich Männer, die am Mittwochvormittag in Nürtingens Blumenläden unterwegs sind. Vorsichtig schauen sie sich im Laden um, nehmen hier und da ein Preisschild unter die Lupe. Die meisten entscheiden sich dann doch für den Klassiker: die Rose. So wie der junge Mann, der gerade aus dem Blumenhaus Oelkrug in der Braike kommt, in der Hand einen in Papier gewickelten Strauß. Ob er wegen des Valentinstags hier ist? Er nickt und lächelt. Weil ihm der Tag wichtig ist? „Ne, aber meiner Frau“, sagt er. Seinen Namen möchte er lieber nicht verraten. „Aber ist ja nur einmal im Jahr.“ Da kann man auch schon einmal tiefer in die Tasche greifen. „Ist aber schon ganz schön teuer.“ Knapp über 50 Euro hat er für einen Strauß mit neun Rosen bezahlt.

Eigentlich hat der Blumenladen in der Braike mittwochs geschlossen, doch am Valentinstag geht das natürlich nicht. Im Geschäft hängen rote Filzherzen von der Decke, Mitarbeiterinnen, die eigentlich frei hätten, binden hinten im Raum Sträuße. Ob das Geschäft gut läuft? „Das sehen sie doch“, sagt Inhaberin Monika Mäder und zeigt in den leeren Laden. „Es ist ein ziemlich trauriger Valentinstag für uns.“ Der große Ansturm sei bisher ausgeblieben. Hoffnungen setzt sie auf den Nachmittag, „wenn die Leute von der Arbeit kommen“. Den Grund für die schwache Nachfrage kenne sie: „Den ganzen Tag läuft schon die Werbung der Discounter und Supermärkte im Radio. Im Blumenhaus kostet eine Rose am Valentinstag zwischen 3,50 und 5,50 Euro. „Mit den Preisen der Supermärkte können wir nicht mithalten“, sagt Mäder. Seit Corona hätten sich die Märkte zu ernsthaften Konkurrenten entwickelt. „Als die Blumenläden schließen mussten, haben die Märkte ihr Sortiment erweitert.“

Wer trotzdem in das Blumenhaus kommt, fragt entweder nach Rosen oder Frühlingssträußen. Was Mäder aufgefallen ist: Häufig sind es die ausländischen Männer, die die großen Sträuße kaufen, während die deutschen eher „praktischer denken“, sagt die Floristin.

Zahlreiche Sträuße wurden bei Blumen Haussmann schon ein oder zwei Tage vor Valentinstag bestellt. Foto: Matthäus Klemke

Vor allem junge Leute geben Geld an Valentinstag aus

Ortswechsel: Bei Blumen Haussmann in Nürtingen gibt es heute keine Mittagspause. Zu wichtig sei das Valentinstagsgeschäft, erzählen die Mitarbeiterinnen. Hinten bereitet gerade Ursula Euchner eine Bestellung zu. „Viele Männer bestellen Blumen ein oder zwei Tage vor Valentinstag“, sagt die langjährige Mitarbeiterin. Im Verkaufsraum begutachtet gerade der 19-jährige Frederik Märkert die Blumen auf dem dekorierten Tisch und schaut dabei immer wieder auf sein Handy. Von dem Strauß, den er kaufen möchte, hat er vorsichtshalber ein Foto dabei. Ein Blick von Ursula Euchner genügt und sie weiß gleich, wonach der junge Mann sucht. 22 Euro lässt er sich den Strauß kosten, mit dem er einer Freundin eine Freude machen möchte. „Ich kaufe vielleicht dreimal im Jahr Blumen, nicht nur an Valentinstag“, sagt Märkert. Die Preise seien in diesem Jahr stabil geblieben, sagt Ursula Euchner. Eine Rose kostet am Valentinstag zwischen 4 und 5,50 Euro bei Haussmann. Dass das dennoch nicht wenig Geld ist, weiß Frederik Märkert. „Ich kaufe trotzdem lieber hier im Laden als im Supermarkt. Die Qualität stimmt einfach.“

Es sind vorwiegend junge Leute wie Frederik Märkert, die Wert auf den Valentinstag legen, sagt Floristin Euchner. „Männer über 50 kennen Valentinstag nicht“, ergänzt sie lachend. Viele lassen sich den Blumenstrauß auch gerne etwas mehr kosten. „Wir haben Sträuße zwischen 80 und 100 Euro verkauft.“ Dass die Supermärkte und Discounter ihr Blumensortiment aufgestockt haben, bekommt man auch bei Blumen Haussmann zu spüren. „Aber heute läuft es nicht so schlecht wie erwartet.“ Die Befürchtung ist sogar da, dass die roten Rosen ausgehen könnten. „Wegen Fasching und den Ferien haben wir bescheiden kalkuliert“, sagt Euchner. Und der große Andrang wird noch erwartet. „Der kommt nachmittags, wenn die Leute von der Arbeit kommen.“

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