NT-Zizishausen
Das Bona kehrt zurück und öffnet in Zizishausen
Knapp ein Jahr nach dem Aus für das Bistro Bonaparte in Nürtingen öffnen Carolin und Theodoros Allilomis das Bona an neuer Wirkungsstätte.
NT-ZIZISHAUSEN. Ein wenig erinnert es schon an das frühere Bistro Bonaparte, wenn man den ehemaligen Schnaken-Wirt in Zizishausen betritt und Theodoros Allilomis hinter der Theke mit seinem unverkennbaren „Servus! Komm rein“ begrüßt. Noch fehlen die Barhocker an den Tischen und in der Luft liegt der Geruch von frisch lackiertem Holz. Aber es ist schon deutlich zu erkennen, wie sich Theo, wie Allilomis von allen genannt wird, und seine Frau Carolin das neue Bona vorstellen. „Genau das gleiche Programm wie früher“, sagt der Wirt. Sprich: eine angenehm schummrige Kneipe, in der man gemütlich essen, trinken und Fußball schauen kann. Das Bona soll wieder zum Wohnzimmer seiner Gäste werden.
Im März vergangenen Jahres mussten Theodoros Allilomis und seine Frau ihr Bistro Bonaparte nach mehr als 35 Jahren an der Neckarstraße schließen. Zu viel Pacht sei verlangt worden.
Eine ganze Woche wurde der Abschied vom Bonaparte mit Hunderten Gästen gefeiert – dann war Schluss. Carolin und Theodoros Allilomis nahmen sich eine Auszeit, verbrachten viel Zeit in ihrem Haus in Griechenland. „Aber uns war von Anfang an klar, dass wir irgendwann wieder etwas machen wollen“, sagt Carolin Allilomis. Schon nach gut einem halben Jahr Pause war die Sehnsucht groß. „Uns haben die Leute einfach gefehlt“, sagt Theodoros Allilomis und ergänzt mit einem tiefen Lachen: „Wir hatten auch nichts mehr zu tun. Uns war tierisch langweilig.“
Die Frage war nur: Wann und wo wieder einen Laden eröffnen? Zahlreiche Gerüchte machten in den vergangenen Monaten die Runde. „Die Leute kamen immer wieder auf uns zu und fragten, wann wir wieder öffnen“, sagt der Wirt. Das Loch, das die Schließung der Kult-Kneipe in die Nürtinger Gastronomielandschaft riss, führte zu Spekulationen. Kommt das Bona zurück? Vielleicht nach Neckarhausen? Oder doch wieder an die Neckarstraße?
Die Entscheidung fiel Anfang des Jahres
„Wir hatten uns einige Lokale angeschaut“, sagt Caro Allilomis. Das richtige sei nie dabeigewesen. Der ehemalige Schnaken-Wirt in Zizishausen stand leer und ist seit vielen Jahren im Besitz der Familie von Carolin Allilomis. „Der Schnaken-Wirt war aber immer ein Speiselokal, deshalb waren wir sehr skeptisch, ob das passt“, sagt Theodoros Allilomis. Als sich das Paar mit den Geschwistern von Carolin Allilomis über die Pacht einig wird, steht einem Neuanfang für das Bona nichts mehr im Weg. „Anfang des Jahres haben wir uns entschieden, es zu machen“, sagt Carolin Allilomis.
Weniger Speiselokal, mehr Gaststätte
Den Räumlichkeiten in dem Fachwerkhaus wollen die beiden einen anderen Charakter verleihen. „Es soll mehr Kneipe als Speiselokal werden“, sagt Theodoros Allilomis. Deshalb hat er die vorhandenen Tische aus Massivholz angehoben, Gäste nehmen auf gepolsterten Hockern an großen Stehtischen Platz. Das Essensangebot soll im Vergleich zum Bistro Bonaparte etwas zurückgefahren werden. Früher stand Carolin Allilomis donnerstags bis sonntags in der Küche, ihr Mann griff ihr so gut es ging unter die Arme. „Wir können aber nicht mehr jeden Tag zwischen 50 und 60 Essen zubereiten“, sagt der 62-Jährige. „Kleine, feine Sachen“, möchte Carolin Allilomis anbieten. „Vielleicht wird es eine Karte mit drei verschiedenen Gerichten geben“, überlegt die gelernte Köchin laut.
Das Bona wird wieder eine Fußball-Kneipe
Natürlich soll wieder Fußball gezeigt werden. „Das komplette Programm, alle Spiele“, sagt Theodoros Allilomis. Drei Fernseher möchte er drinnen aufhängen und weiß auch schon ganz genau wo. Auch draußen wird der Ball über einen Bildschirm rollen. Der Biergarten ist nur einen Steinwurf vom Neckar entfernt – ähnlich wie im früheren Bonaparte. „Nur die Stadtkirche fehlt im Hintergrund“, sagt der Wirt. „Aber dann hängen wir halt ein Banner von der Kirche auf.“ 60 Plätze könnten draußen entstehen. „Es ist ähnlich groß wie im alten Bona.“ Auch drinnen seien die Größenverhältnisse ähnlich. „Aber das neue Lokal ist viel schöner“, schwärmt der 62-Jährige über das Fachwerkgebäude. Zahlreiche Anekdoten aus der Zeit, als er selbst noch Gast im Schnaken-Wirt war, hat er parat: „Da oben haben mal Schwalben genistet“, sagt er und zeigt auf einen Holzbalken: „Die waren eine Attraktion.“
Im Mai soll das Bona eröffnen
Anfang Mai möchte das Paar eröffnen, bis dahin ist noch einiges zu tun – auch im Hinblick auf das Personal. „Wir möchten das alte Team zurückhaben“, sagt Carolin Allilomis. Im Laden selbst müssen noch einige Umbauarbeiten erledigt werden. Unter anderem soll die Theke breiter und die Front neu gestaltet werden. Zwei große Sitzbänke an den Wänden bekommen neue Polster. „Wir machen alles selbst. Ich bin jeden Tag hier“, sagt Theodoros Allilomis. Wenn Leute von draußen sehen, dass das Licht brennt, schauen sie schon mal neugierig rein. „Ich glaub, die Leute freuen sich drauf. Und wir uns auch.“
Was noch fehlt, ist ein Schriftzug über der Eingangstür. Das alte Schild vom Bonaparte möchte Allilomis nicht wieder aufhängen. Ein Neues soll her, mit dem neuen Lokal-Namen: Bona. „Die Leute kannten es eh nur als Bona“, sagt Theodoros Allilomis. „Außerdem soll es ein Neuanfang sein“, ergänzt seine Frau.