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So lief das Pfeffertagswiegen in Neuffen

Licht der Hoffnung: Seit 31 Jahren findet die Veranstaltung bereits statt. Dieses Jahr stellten sich in der Aula des Schulzentrums 180 Menschen auf die Waage.

Der Andrang vor den Waagen war groß bei der 31. Ausgabe des Pfeffertagswiegens in Neuffen. Foto: Markus Brändli
Willy Heinickel hat den Überblick über die Teilnehmer, und das schon seit 31 Jahren. Foto: Markus Brändli
Zusammenkommen und bei Weißwurst und einem Bier über das vergangene Jahr plaudern, das ließen sich am Samstag wieder viele Neuffener nicht nehmen. Foto: Markus Brändli
Diejenigen, die eine Schnapszahl auf die Waage brachten, wurden mit einer Flasche Sekt bedacht. Foto: Markus Brändli
Matthias Hiller, Bundestagskandidat der CDU für den Wahlkreis Nürtingen. Foto: Markus Brändli
Matthias Gastel (Grüne) brachte knapp 70 Kilo auf die Waage. Foto: Markus Brändli
Matthias Gastel (Grüne) und der ehemalige Landtagsabgeordnete und stellvertretende Neuffener Bürgermeister Jörg Döpper (CDU) tauschten sich aus. Foto: Markus Brändli
Der Nürtinger Gemeinderat Andreas Deuschle (CDU), der gerne in den Landtag einziehen möchte, war das erste Mal in Neuffen dabei. Foto: Markus Brändli
Gerhard Schall (links) stellt die Waage ganz genau ein. Foto: Markus Brändli
Martin Herr stellt das Gewicht ein. Foto: Markus Brändli
Die Freitagsfrauen Angelika Doster, Petra Kammerer und Sabine Stawski (von links) hatten viel Spaß beim Neuffener Pfeffertagswiegen. Foto: Sylvia Gierlichs

NEUFFEN. Die Neuffener Betriebe des Forums Handwerk hatten sich auch bei der 31. Auflage des Pfeffertagswiegens ins Zeug gelegt und Getränke, Brezeln, Weißwürschtel und Saiten gespendet, damit auch dieses Jahr die Veranstaltung eine zünftige Hocketse wird. Zehn Euro kostete das Wiegen, der Erlös geht komplett an die Weihnachtsspendenaktion „Licht der Hoffnung“ der Nürtinger und Wendlinger Zeitung.

„Das Pfeffertagswiegen ist der Neuffener Feiertag“, berichtete Willy Heinickel, der die Statistik der Gewogenen gewissenhaft seit 1993 führt. Beim Pfeffertag, auch das weiß Heinickel, sei es in katholischen Gegenden Brauch, dass Kinder durch die Dörfer ziehen, um Erwachsenen oder Kindern spielerisch mit Tannenzweigen oder auch Weidenruten auf die Beine zu schlagen. „Sie bekommen dafür von den aufgesuchten Familien Gebäck und Süßigkeiten“, erinnerte Heinickel an die Ursprünge des Brauchs. Wer übrigens mit einem Tannenzweig am Revers vor der Haustüre auftaucht, dem wird in der Regel zumindest ein Schnaps ausgegeben, wie Heinickel berichtete. Den Pfeffertag gebe es auch nicht nur in Neuffen, sondern auch in Linsenhofen und Hülben. In Kohlberg und Dettingen/Erms dagegen werde am Peffertag gewandert.

180 Menschen ließen es sich nicht nehmen, den Neuffener Brauch des Wiegens auch dieses Jahr mitzumachen. Ein älteres Ehepaar berichtete, dass sie über Weihnachten bei den Kindern verbracht haben. Die wohnen in Salzburg und Regensburg. Eine ganz schöne Tour. Doch rechtzeitig zum Pfeffertag waren die beiden zurück und ließen sich in der Aula ihre Weißwurst schmecken. „Es gehört zum Jahresende dazu“, finden die beiden.

Mit Matthias Gastel (Grüne) und Matthias Hiller (CDU) waren auch zwei Bundestagskandidaten in Neuffen erschienen. Hiller brachte 67,9 Kilo auf die Wage, bei Gastel waren es drei Kilo mehr. Damit zählten die beiden zu den Leichtgewichten. Erstmals war Andreas Deuschle (CDU) beim Pfeffertagswiegen dabei. Der Nürtinger Gemeinderat will Landtagsabgeordneter werden, muss jedoch im März noch die Nominierungsveranstaltung hinter sich bringen. Wahlkampfstress? Nicht für Matthias Gastel. „Ein kurzer Wahlkampf mit der Weihnachtspause dazwischen ist eigentlich viel angenehmer, als wenn er sich über mehrere Monate hinzieht“, sagte er.

Die Freitagsfrauen hatten eine Menge Spaß

Andreas Deuschle hingegen ist gerade aus Kuba zurückgekommen. Als Mitglied des deutschen Leichtathletikverbands war er auf der karibischen Insel, um sich mit den kubanischen Kollegen zu treffen und auszutauschen. Jörg Döpper, langjähriger CDU-Landtagsabgeordneter und stellvertretender Bürgermeister von Neuffen, machte einen Abstecher in die Aula des Schulzentrums. Der passionierte Golfspieler macht mit seinen 83 Jahren einen fitteren Eindruck als manch ein jüngerer Teilnehmer.

Und dann gibt es auch noch die Freitagsfrauen, die eine große Portion gute Laune in die Aula mitgebracht haben. Angelika Doster, Petra Kammerer und Sabine Stawski treffen sich jeden Freitag. Zum Wandern, Kaffeetrinken oder um ein Ausflügle zu machen. Und natürlich kommen sie auch gemeinsam zum Pfeffertagswiegen. Der Name basiert auf einem Fernsehfilm, der ebenfalls von drei Freundinnen handelt, die gemeinsam durch Dick und Dünn gehen. „Der Film und der Titel haben uns inspiriert“, sagte Petra Kammerer und lachte herzlich.

Andreas Deuschle bringt das meiste Gewicht auf die Waage

Kurz nach 13 Uhr zog Willy Heinickel Bilanz: Der Teilnehmer mit dem höchsten Gewicht war am Samstag Andreas Deuschle, der 149 Kilogramm auf die Waage brachte. Leichteste Frau war Sylvia Heermann, die gerade einmal 48,5 Kilogramm und damit fast genau 100 Kilo weniger wog, als Deuschle. Ganz schön gewichtig waren auch die Neuffener Gemeinderäte Gundbert Schall (125 Kilogramm), Veith Probst (126,8 Kilogramm) und Heiko Jeuter (125,4 Kilogramm). „Gemeindepolitik ist also sehr viel gewichtiger, als die Bundespolitik“, kommentierte Willy Heinickel das Ergebnis.

Auch dieses Mal gab es Teilnehmer, die eine Schnapszahl auf die Waage brachten. Bei Jana Fritz und Bianca Trost waren es 55,5 Kilogramm, bei Phillip Pfeiffer und Herbert Wurster 66,6 Kilogramm, Rene Wetzel und Horst Wahl wogen 88,8 Kilogramm.

Fast 14 Tonnen kamen dieses Jahr auf die beiden Neuffener Waagen. Seit der ersten Veranstaltung nahmen 5601 Personen an der Veranstaltung teil. 25 Teilnehmer waren erstmals dabei, „bischt also ned alloi“, sagte Heinickel zu Andreas Deuschle. „Gott sei Dank“, antwortete der schlagfertig.

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