Neuffen
Vier Herren haben noch kein Pfeffertagswiegen in Neuffen verpasst
Das 30. Pfeffertagswiegen in Neuffen hat 191 Teilnehmer in die Aula des Schulzentrums Halde gelockt.
NEUFFEN. Bereits zum 30. Mal haben die Verantwortlichen der 30 Betriebe des Neuffener Forums Handwerk zum Pfeffertagswiegen aufgerufen – und 191 Personen sind traditionell am 28. Dezember in die Aula des Schulzentrums Halde gekommen, um sich auf eine der zwei Waagen zu stellen. Im Vorjahr waren 177 Teilnehmende zur Premiere in die Aula gekommen. Zuvor war die Veranstaltung 26 Jahre lang in der Stadthalle gewesen, ehe es in den zwei Corona-Jahren 2020 und 2021 jeweils Home-Office-Versionen des Pfeffertagswiegens auf den heimischen Waagen der Teilnehmenden gegeben hatte. Dabei hat allerdings der besondere Flair der Veranstaltung gefehlt: Das gemeinsame Weißwurst- und Saitenwurst-Essen, Trinken und Schwätzen für das Eintrittsgeld von zehn Euro, das schon seit 30 Jahren vom Forum Handwerk komplett an die Weihnachtsspendenaktion „Licht der Hoffnung“ der Nürtinger Zeitung weitergegeben wird.
Mit Rolf Krieg, Dieter Kudermann, Willy Heinickel und Hans Sautter gibt es vier Personen, die noch keine einzige der 30 Auflagen der Veranstaltung verpasst haben. Sie wurden ebenso mit einer Flasche Sekt geehrt wie der mit 138,6 Kilogramm schwerste Mann des Tages, Veith Probst, die beiden Schnapszahl-Gewichte Florian Klink (77,7 Kilo) und Kurt Brühl (66,6 Kilo) sowie Ulrike Laackmann, die ihr Vorjahresgewicht aufs Gramm genau gehalten hat, ebenso wie Simon Hörz, Michael Häußler und Simon Hartmann. Die leichteste Frau war wie meistens in den vergangenen Jahren Sylvia Heermann mit 47,7 Kilogramm. „Aber wenigstens hat sie zum Vorjahr 100 Gramm zugenommen. Das ist doch beruhigend“, scherzte Waagmeister Willy Heinickel in seiner obligatorischen humorigen Schlussansprache.
Immerhin 23 Personen waren in diesem Jahr zum allerersten Mal beim Pfeffertagswiegen dabei. Sie haben mit zum Tagesgesamtgewicht von 14,790 Tonnen beigetragen, das heuer über die zwei Waagen ging. In den 30 Jahren der spaßigen Aktion wurden somit in der Summe 414,550 Tonnen von 5420 Personen in Neuffen gewogen. Das bisher höchste Gewicht eines Mannes war dabei 203 Kilo.
Die Gaudi-Veranstaltung in diesem Jahr auch mitgemacht hat eine schwangere Frau, die mit Baby im Bauch auf 84,5 Kilo kam.
Mit von der Partie war in diesem Jahr auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel von den Grünen. Sein Ergebnis konnte er indes kaum glauben. 71 Kilo zeigte die Waage von Martin Herr an. Beim zweiten Versuch auf der anderen Waage, die von Gerhard Schall abgelesen wurde, kam eine halbe Stunde später sogar 72 Kilo heraus. „Meine eigene Waage hat noch nie mehr als 67 Kilo angezeigt“, staunte Gastel nicht schlecht, sah die Gewichtszunahme aber nicht eng. „Das ist mir egal, solange ich mit dem Fahrrad noch jeden Buckel hochkomme.“
Der ehemalige Landtagsabgeordnete und Vize-Bürgermeister Jörg Döpper ist mit seinem diesjährigen Ergebnis mit 74 Kilo sehr zufrieden. „Ich treibe immer noch regelmäßig meinen Sport und ernähre mich ausgewogen“, erklärt er sein Geheimrezept. Seit Jahrzehnten gehe er jede Woche mindestens zweimal ins Fitnesszentrum und spiele zudem Golf. „Auch die Sauna tut mir gut“, verrät Döpper.
Am Nebentisch erzählt derweil ein Mann vom Stromausfall am 26. Dezember in Neuffen: „Das war eigentlich ganz geschickt, weil der Besuch dann gleich wieder gegangen ist.“ Ein warmes Essen konnte schließlich ohne Strom den Gästen nicht aufgetischt werden.
Hauptorganisator Veith Probst hofft auf die Rückkehr der Veranstaltung in die dann fertig sanierte Stadthalle am 28. Dezember 2024. „Der Aufwand ist für uns in der Aula größer, weil man alles herschleppen muss. Und für die meisten Teilnehmenden ist der Weg zur Stadthalle näher.“ Dort gab es auch im Jahr 2008 mit 256 Teilnehmenden das bisherige Rekordergebnis. Zudem war es mit Dieter Kudermann der damalige Stadthallen-Wirt, der das Pfeffertagswiegen im Jahr 1994 ins Leben gerufen hat. Die Organisatoren vom Forum Handwerk haben in diesem Jahr nicht nur Getränke, Brezeln, Würste und ihre Arbeitskraft gespendet, sondern erstmals auch Weihnachtssterne der Gärtnerei Höfle, welche Besucher mit einer kleinen freiwilligen Zusatzspende für „Licht der Hoffnung“ mit nach Hause nehmen durften.
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