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So ist der neue Bikepark in Reudern entstanden

Die Radabteilung des SV Reudern hat mithilfe des deutschen Downhill-Meisters Holger Blum ihren Bikepark grundlegend neu gestaltet. Damit enden die jahrelange Planung und Sponsorensuche für das Projekt.

Der neue Bikepark in Reudern ist fertiggestellt. Foto: Johannes Aigner
Der Park während des Umbaus. Foto: privat
Der Park während des Umbaus. Foto: privat
Der Park während des Umbaus. Foto: privat

NT-REUDERN. „Man kann auch einfach für sich selbst noch mal die Grenzen neu definieren.“ Gerade ist der junge Mann noch mit seinem Fahrrad über die Hügel des Reuderner Bikeparks gerauscht. Sichtlich begeistert machen er und sein Kumpel nun eine kurze Verschnaufpause auf einer nahen Bank. „Die Lines hier, das ist wirklich genial. Man ist einfach nie gezwungen, eine bestimmte Strecke zu fahren“, sagt er.

Am Donnerstagnachmittag herrscht auf dem Gelände des SV Reudern ein reges Kommen und Gehen. Während des einstündigen Besuchs wagen sich immer wieder neue, meist junge Radfahrer an die zahlreichen Drops und Tables, wie die Hindernisse des Parks heißen.

„Die Jungs haben es richtig drauf, die liegen da teilweise quer auf der Strecke, ihre Sprünge sind auch nicht ohne“, lobt Oliver Felten. Er ist bei der Rad-Abteilung des SV Reudern für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zufrieden wirkend blickt er auf das fertiggestellte Projekt seines Vereins.

Früher wurde das Gelände anders genutzt

Eine rote Fläche auf dem Boden erinnert noch daran, was sich dort früher befunden hat. „Dort war eine Kugelstoßanlage, da eine Hochsprungmatte“, erzählt Felten und deutet mit dem Finger über den Platz und in die Vergangenheit. Neben den Leichtathletik-Stationen gab es aber auch einiges an ungenutzter Fläche. In Eigenregie schütteten die Vereinsmitglieder vor vielen Jahren zunächst einige Hügel auf.

„Über die Zeit ist das immer größer geworden“, sagt Felten. Vor etwa sieben Jahren entschloss sich die Abteilung, das Gelände auszubauen. Eine Agentur plante zwischenzeitlich den Bikepark am Reißbrett. „Hochwissenschaftlich“ sei das gewesen, so Felten. Mit 3-D-Modellen und GPS-Koordinaten rückten die Bagger an.

Einen Bikepark kann man nicht im Büro planen

Nachdem der Bikepark fertig war, kam jedoch die Ernüchterung. „Wir haben relativ schnell gemerkt, dass die Hügel alle nicht stimmen“, sagt Felten. So hochwissenschaftlich und genau die Planung auch abgelaufen sei. Den Reuderner Bikern wurde klar: Einen solchen Park kann man nicht am Schreibtisch planen. Fahrradfahren ist eben auch viel Gefühl.

„Ein guter Bikepark-Planer sitzt auf seinem Bagger, formt ein Hindernis und fährt es direkt danach mit dem Fahrrad“, sagt Felten. Nur so könne er fühlen, ob die Dimensionen stimmen. Bei dem ersten Projekt habe das gefehlt.

Die Reuderner ließen nicht locker. „Wir wollten eine Lösung, die Spaß macht und auch bei der Jugend ankommt“, sagt Felten. Sie nahmen Kontakt zu Holger Blum auf.

Meisterlich im Bagger und auf dem Rad

Blum besitzt den Bikepark in Albstadt und war auch am Bau der dortigen Weltcup-Strecke beteiligt. Er gilt in Deutschland als Koryphäe, was das Planen solcher Anlagen angeht. Und er kann nicht nur bauen, sondern auch fahren: 2006 gewann er die deutsche Downhill-Meisterschaft.

Der erste Kontakt mit Blum kam vor drei Jahren zustande. Doch als gefragter Mann konnte er das Projekt erst einige Zeit später in Angriff nehmen. 2025 fand er drei Wochen Zeit in seinem Terminplan und gestaltete das Gelände in der Hülenbergstraße neu.

Die Sponsorensuche beginnt

Für die Radabteilung des SV Reudern bedeutete das einen erheblichen Aufwand. Die Planungen für das Projekt liefen intern bereits seit etwa drei Jahren. Besonders die Finanzierung stellte die Mitglieder vor eine Herausforderung. Ein fünfstelliger Geldbetrag stecke immerhin in dem Park, so Felten.

„Wir haben alle Töpfe angegraben, die es gab“, führt er aus. Die Sponsorenliste reicht von Firmen über Banken bis zu Privatpersonen. Auch das Tiefbauamt der Stadt Nürtingen habe geholfen.

Bikepark ist für alle geöffnet

Entstanden ist ein Bikepark, der für alle befahrbar ist. „Klar, der Weltcup-Fahrer wird sich vielleicht etwas langweilen“, sagt Felten. Doch die Hindernisse sind so gestaltet und aufgereiht, dass sowohl Kleinkinder mit Laufrädern als auch Aktive ihren Spaß haben können.

Das ist auch wichtig. Denn der Park ist nicht nur für die Mitglieder des SV Reudern befahrbar, sondern für alle geöffnet. „Samstags wuselt es hier“, berichtet Felten, sichtlich stolz, dass das jahrelang geplante Projekt so gut angenommen wird.

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