Nürtingen

Kommentar zu falschem NTZ-Artikel: Das ist kein harmloser Scherz

Die Glaubwürdigkeit einer Zeitung ist nicht verhandelbar. Wer Fake-Artikel im Stil der NTZ in Umlauf bringt, muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen, meint Redaktionsleiter Kai Müller.

Ein Ausschnitt des Fake-Artikels: Ein Unterschied zu den richtigen Nachrichten der NTZ ist nicht so einfach zu erkennen. Foto: NTZ

NÜRTINGEN. Es sieht aus wie ein Artikel der NTZ, als Autor ist einer unserer Kollegen genannt. Wer häufiger auf der Internetseite unserer Zeitung unterwegs ist, der merkt aber schnell, dass etwas faul an diesem Text ist. Die Überschrift ist viel zu lang, auch der Vorspann passt nicht so richtig. Doch eben dieser Fake-Artikel macht am Dienstag die Runde. Wie groß die Verbreitung ist, lässt sich nicht sagen. Aber auch einen Kollegen unserer Zeitung, der Urlaub hat, erreichte die Nachricht von den scheinbar desaströsen Zuständen vor und in einem Nürtinger Lokal via WhatsApp. Unsere Zeitung erfährt vom Fake-Artikel durch einen Anruf aus der Gaststätte. Dieser gipfelt in deutlichen Worten und der Androhung einer Klage. Wenig später: die Aufklärung. Ein Freund habe sich via KI einen Scherz erlaubt.

Kein Dumme-Jungen-Streich

Es gibt Dinge, mit, denen sollte man keinen Schabernack treiben. Denn es ist alles andere als ein Dumme-Jungen-Streich, Fake-News in Umlauf zu bringen. Der Artikel schadet unter Umständen nicht nur der Reputation eines Lokals, das eine Konstante im Nürtinger Gastroleben ist, sondern bringt auch einen jungen Kollegen in Misskredit, der bisher nicht eine Zeile über das genannte Lokal geschrieben hat. Das kann unter Umständen eine Karriere ruinieren. Ganz abgesehen davon, dass auch der Name unserer Zeitung missbräuchlich verwendet wurde. Wie groß der Schaden ist, kann nicht beziffert werden. Klar ist, der Fake-Artikel hat wohl nicht nur einen kleinen Freundeskreis erreicht. Wir behalten uns daher jegliche rechtlichen Schritte vor. Auch Schadenersatzansprüche werden geprüft und wir werden es auch künftig nicht dulden, dass im Namen unserer Zeitung Fake News verfasst werden. Die Verfasser solcher Texte müssen mit erheblichen Konsequenzen rechnen.

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