Oberensingen
Ist das Dr.-Vöhringer-Heim in Oberensingen bald ohne Förderverein?
Mehrere Jahrzehnte lang haben Mitglieder des Vereins vielerlei Veranstaltungen zur Freude der Heimbewohner organisiert. Das könnte womöglich bald ein Ende haben.
NT-OBERENSINGEN. „Bei musikalischen Auftritten haben die Heimbewohner immer so glücklich mitgesungen – von der ersten bis zur allerletzten Strophe“, erinnert sich Lothar Neitzel. Jahrelang war er Vorstandsvorsitzender des Fördervereins für das Dr.-Vöhringer-Heim in Oberensingen. Altersbedingt wird er sein Amt niederlegen. Für den Verein bedeutet das eine herausfordernde Aufgabe: Es muss ein Nachfolger gefunden werden. Sollte das bis Oktober kommenden Jahres nicht gelingen, drohe dem Verein die Auflösung.
Musik bewegt die Heimbewohner
Seit rund 40 Jahren gibt es den Förderverein für das Dr.-Vöhringer-Heim schon. Von Beginn an steht dessen Arbeit unter dem Motto „Leben von außen nach innen tragen“. Zahlreiche musikalische Auftritte und Vorstellungen von Theatergruppen erfreuen die Heimbewohner Jahr für Jahr. Für Neiztel war es immer sehr bewegend zu beobachten, wie die Musik bei Menschen Blockaden löst und sie glücklich macht, erzählt er. Auch materielle Anschaffungen wie Sonnenschirme oder ein Bewegungspark am Backhaus wurden vom Verein finanziert. Zu den Höhepunkten des Jahres gehört das Sommerfest, das vom Rotary-Club Kirchheim/Teck-Nürtingen mitorganisiert wird.
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung informierte Michael Weber über den Rechnungsabschluss 2023. Demnach wurden rund 12000 Euro in Veranstaltungen und zahlreiche Anschaffungen investiert.
Ein Verein mit viel Herzblut
„Die Mitglieder des Fördervereins haben sich über Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement für die Bewohner des Dr.-Vöhringer-Heims eingesetzt und eine tolle Arbeit geleistet“, sagt die Hausleiterin Manuela Bender. Sie würde es sehr bedauern, sollte der Verein nicht weitergeführt werden. Ganz ähnlich geht es Lothar Neitzel: „In diesem Verein steckt jede Menge Herzblut – ein baldiges Ende würde mir sehr leidtun.“ Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins und hat über die Jahre viele Beziehungen zu den Heimbewohnern geknüpft.
Bis zur vergangenen Mitgliederversammlung hat sich kein Bewerber für das Amt des Vorsitzenden finden lassen. Bis Oktober 2025 hat sich die Vorstandschaft bereit erklärt, ihr Ehrenamt weiter auszuüben und auch die Suche nach einem Nachfolger zu verstärken. Sollte dies nicht gelingen, sollen die angesparten Summen des Fördervereins im Fall einer Auflösung an die Samariterstiftung gehen und dem Dr.-Vöhringer-Heim zugutekommen.