Münsingen
Heusteige-Weg auf Truppenübungsplatz Münsingen für begrenzte Zeit geöffnet
Zunächst werden an zwei Sonntagen im Monat Führungen angeboten.
Wanderer, die gerne auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen unterwegs sind, können sich freuen: Von Anfang September an wird bis Ende 2026 der rund zwei Kilometer lange Heusteige-Weg Richtung Feldstetter Sträßle geöffnet. Nicht dauerhaft, sondern an zwei Sonntagen pro Monat. Er verläuft unterhalb des Aussichtsturms Heroldstatt und mündet in den Weg Numero 1, der Feldstetten mit Auingen verbindet.
Begleitet werden die Spaziergänger von sogenannten TrÜP-Guides. Im kommenden Jahr sollen diese Touren, die kostenlos angeboten werden, ausgeweitet werden, teilt der Hausherr, der Bundesforstbetrieb Heuberg, auf Anfrage mit.
Seit 20 Jahren ist der ehemalige Truppenübungsplatz auf 13 ausgewiesenen Wegen für Wanderer und Radfahrer geöffnet. Die Anrainerkommunen Münsingen, Bad Urach, Römerstein und Laichingen haben mit Ortsteilen einen direkten Zugang zum Herzstück des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Nur Heroldstatt schaut bislang in die Röhre. Es gibt zwar einen Weg von Ennabeuren aus zum 30 Meter hohen Aussichtsturm B3 (Heroldstatt), von dort aus geht es aber nicht weiter Richtung in Rictung ehemaliger Truppenübungsplatz.
Deshalb hat die Gemeinde im Alb-Donau-Kreis, die demnächst ins Biosphärengebiet aufgenommen wird, einen weiteren Versuch unternommen, dauerhaft eine eigene Anbindung über den 2,2 Kilometer langen Heusteige-Weg zu bekommen. Dieser Wunsch im Rahmen der Besucherlenkung im Biosphärengebiet wurde jedoch einmal mehr von allen Verantwortlichen abgelehnt. Dazu zählen neben dem Leiter des Bundesforstbetriebs, Marco Reeck, die beiden Landräte Ulrich Fiedler (Landkreis Reutlingen) und Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Ordnungsdezernent Philipp Hirrle (Reutlingen) sowie der Leiter der Geschäftsstelle des Biosphärengebietes, Achim Nagel.
Hohe Munitionsbelastung spricht gegen dauerhafte Erweiterung
Sie können zwar den Wunsch Heroldstatts nach einem dauerhaften Anschluss an den einstigen Schießplatz nachvollziehen, lehnen dies aber aus Sicherheits- und aus Naturschutzgründen ab. Links und rechts waren bis Ende 2005 Schießbahnen, auf denen scharf geschossen wurde. „Deshalb ist es grundsätzlich nicht mehr möglich, das freigegebene Wegenetz zu erweitern“, sagt Fiedler. Insbesondere im östlichen Bereich des rund 6700 Hektar großen Geländes sei von einer hohen Munitionsbelastung auszugehen, fügt Marco Reeck hinzu.
Um auch die einzigartige Flora und Fauna zu erhalten, vereinbarten alle Beteiligten bereits 2021, an dem vor 20 Jahren ausgewiesenen Wegenetz nicht zu rütteln.
Der Heroldstatter Bürgermeister Michael Weber kann mit dem jetzt vereinbarten Kompromiss leben: „Auch wenn weiterhin kein direkter Zugang von der Schäferei Allgaier in den Platz möglich ist, gilt es dennoch, Danke zu sagen.“ Mit regelmäßigen TrÜP-Guide-Touren und einer touristischen Aufwertung rund um den Heroldstatt-Turm werde seine Gemeinde „noch attraktiver“.
Auch Führungen zum Turm Falkenhausen
Attraktiv wird bestimmt auch noch ein weiteres Angebot im Jubiläumsjahr der Öffnung des ehemaligen Truppenübungsplatzes vor zwei Jahrzehnten. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten am Turm Falkenhausen wird es im Herbst sechs kostenlose Führungen zu diesem Bauwerk geben, das es seit Ende des 19. Jahrhunderts nördlich von Magolsheim gibt. Der Weg dorthin ist aus Sicherheitsgründen für Wanderer das Jahr über gesperrt. Bei diesen Führungen, aber auch beim Wandern auf dem Heusteige-Weg, müssen die Teilnehmenden jeweils eine Haftungsfreistellungserklärung unterschreiben.