Biosphärengebiet
100 Schätze aus dem Biosphärengebiet
Der Biosphären-Arbeitskreis „Historisch-kulturelles Erbe“ ist dabei, eine Auswahl von 100 kulturhistorischen Highlights in einem Blog zusammenzustellen. Die Besonderheiten stammen über alle Epochen hinweg aus den Biosphären-Landkreisen Alb-Donau, Reutlingen und Esslingen.
BIOSPHÄRENGEBIET. Die Suche nach oft verborgenen Schätzen ist im Biosphärengebiet der Mittleren Schwäbischen Alb und deren Vorland besonders ergiebig, sagt der Arbeitskreis „Historisch-kulturelles Erbe“. Er setzt sich zusammen aus Vertretern von Kulturämtern, Stadt- und Kreisarchiven, dem Landesamt für Denkmalpflege, der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württembergs, des Geoparks und LEADER Mittlere Alb sowie Wissenschaftlern aus den Bereichen Geographie und Archäologie.
Für sie ist das Biosphärengebiet eine „bedeutende Kulturlandschaft“, in deren Vergangenheit enormes Wissen für die Zukunft liegt. In einem Online-Archiv werden derzeit 100 bedeutende Spuren der Vergangenheit aufbereitet: besondere archäologische und historische Stätten, Burgen, historische Gebäude, Parkanlage, Archive und Bibliotheken, Museumslandschaften, Literatur, Kunst und historische Persönlichkeiten. Der Blog enthält spannende Informationen in kurzen Texten. Versehen mit vielen alten Bildern, Panoramen, Luft- oder Drohnenaufnahm, historischem Kartenmaterial oder Flurzeichnungen. Die neue Art, kurzweilig Wissen über Kulturgeschichte, Landschaft, soziale Strukturen und Identität zu vermitteln.
Freilichtmuseum als zentraler Ort
Die Auswahl reicht dabei von der alten Torfgrube im Schopflocher Moor über alpine Wege wie die Lange Steige bei Schlattstall, den Heidengraben bei Erkenbrechtsweiler oder den Lautertal-Limes zwischen Dettingen und Owen bis zu den „Hackländern“ am Steilhang von Gutenberg. Das Freilichtmuseum in Beuren wird als einer der zentralen Orte im Biosphärengebiet herausgestellt, der „Wissen rund um die Landnutzungsgeschichte, die Kunst und die Lebensweise unserer Vorfahren hautnah erlebbar macht und auf heute bezieht“.
Gutenberg ist um 1840 ein Städtchen, das „versteckt in einem Talkessel, der ganz von dem hohen Alpgebirge eingeschlossen, in einem Walde von Obstbäumen“ liegt. Die Gutenberger waren traditionell Handwerker, weil die Flächen für eine reguläre Dreifelderwirtschaft fehlten. Bei der Verausgabung der Allmenden (Gemeindeland) zur Landwirtschaft entstanden im 19. Jahrhundert die typischen „Hackländer“ zwischen Gutenberg und Schlattstall, am Fuß des Pfingstbergs. Karge Ackerstreifen am steinigen Steilhang, so ist im Biosphären-Blog zu lesen.
Die zwischen Dettingen und Owen verlaufende und auch von der Burg Teck aus gut erkennbare Boden-Verfärbung des Lautertal-Limes wird auch als Sibyllenspur bezeichnet. Sie wurde lange mit der Sibyllen-Sage in Verbindung gebracht, in der auch die Sibyllenhöhle unterhalb der Teck eine Rolle spielt.
Menschengemachtes und Gewachsenes
Die markanten Ackerstufen am Felsmassiv Breitenstein bei Ochsenwang sind nicht naturgegeben, sondern über Jahrhunderte durch Pflügen und Auftragen des Bodens bei der Bewirtschaftung des steinigen Hangbodens entstanden, so verweist das Online-Archiv. Viel mehr Möglichkeiten gab es wohl zu Zeiten im abgelegenen Alb-Ort nicht, um dem Boden fürs Überleben noch etwas Essbares abzugewinnen.
Etwas ganz Besonderes: Die Heidelandschaft um die Teck. „Im talnahen Bereich war rund um Owen einst der ganze Unterhang mit Weinreben bestockt“, berichten die Wissenschaftler, „seit dem 19. Jahrhundert sind die Weinberge weitgehend in Obstbaumwiesen umgewandelt worden. Über den Baumwiesen folgen ausgedehnte, alte Weideflächen. Im Mittelalter stand ein herrschaftliches Gestüt auf halber Berghöhe. Eine gleichfalls herrschaftliche Melkerei bestand seit 1564 auf der Bissinger Seite der Teck. Durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung und Beweidung entstand am geschichtsträchtigen Teckberg eine offene Landschaft mit Hudewäldern, Wacholderheiden, Obstbaumwiesen und noch wenigen Weinbergen.
Die zahlreichen Burgen, Ruinen und historischen Burgstätten im Biosphärengebiet haben vor fast genau einem Jahr eine eigene, faszinierende Internetseite bekommen. Eine kleine Auswahl findet sich auch in den 100 Biosphären-Highlights wieder. Etwa die eindrucksvolle Burganlage der Limburg bei Weilheim. Sie thront auf einem 598 Meter hohen Vulkanschlot. Und die größte Burganlage der Schwäbischen Alb: der Hohenneuffen.
Die Burgen haben eine eigene Seite
Die Burg Wielandstein als Mittelalterlicher Vorposten auf einem steilen Felsen über dem Lautertal bei Lenningen zählt als archäologische Stätte zu den besonders malerischen Relikten der Schwäbischen Alb. Auf dem schmalen, nahezu uneinnehmbaren Bergsporn erhoben sich ehemals drei Burgen: der Vordere, der Mittlere und der Hintere Wielandstein. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1240 unter einem Ritter Berthold von Wielandestain. „Die Natur hat sich das Gelände weitgehend zurückerobert, was der Ruine einen mystischen Charme verleiht“, so die Online-Beschreibung.
Die Online-Sammlung der Biospäre ist auch für das Smartphone optimiert. Sie ist unter www.biosphaerengebiet-alb.de zu finden.
Die gemeinsame Burgen-Webseite der Landkreise Reutlingen und Esslingen findet sich unter www.unsere-burgen.de.