Die fünften Opern-Air-Festspiele beginnen am 22. Juli - Das Nürtinger Konzertensemble führt Giuseppe Verdis „La Traviata“ auf
NÜRTINGEN. Nach dem großen Erfolg der „Carmen“-Aufführung vor zwei Jahren peilt das Nürtinger Konzertensemble mit seiner fünften Opern-Air-Produktion neue Dimensionen an. Giuseppe Verdis „La Traviata“ soll diesmal die Massen mobilisieren - 550 statt, wie beim letzten Mal, 450 Zuschauer pro Vorstellung sind vorgesehen. Die Erfolge der Vorjahre und die Qualität des dabei Gebotenen haben sich offensichtlich herumgesprochen, denn obwohl der Vorverkauf für „La Traviata“ erst am 2. Mai startet, gibt es für die sieben Aufführungen nicht mehr allzu viele Karten.
Wie Bizets „Carmen“ gehört auch Verdis „La Traviata“ zu den ganz großen Opern-Erfolgen der Musikgeschichte. 1853 uraufgeführt, hat das Werk rasch die Gunst des Publikums erobert und bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Verdi hat für den Dreiakter auf Alexandre Dumas’ Drama „Die Kameliendame“ zurückgegriffen. Die Geschichte ist klassischer Opernstoff: Alfredo, ein junger Mann aus gutem Hause, verfällt der in besseren Kreisen verkehrenden, gesundheitlich angeschlagenen Mätresse Violetta, die seine Liebe schließlich auch erwidert. Doch Alfredos Vater schreitet ein. Violetta und Alfredo gehen schweren Herzens getrennte Wege, ohne jedoch ihren Gefühlen zu entsagen. Violetta wird schließlich krank, todkrank. Alfredo eilt an ihr Krankenlager, und auch sein Vater hat endlich ein Einsehen. Zu spät für Violetta. Sie stirbt in Alfredos Armen.
Udo Schoen, der erstmals bei einer Opern-Air-Aufführung Regie führt, hat das Stück, wie er sagt, modern angelegt. Das Bühnenbild besteht deshalb auch vorwiegend aus Glas. Auf der Bühne steht ein Glashaus, in dem die so genannte bessere Gesellschaft, bewacht und abgeschottet von der Außenwelt, verkehrt. Doch auch diese elitäre Welt, die Schoen transparent machen will, ist nicht gefeit vor der Sehnsucht nach der aufrichtigen Liebe.
Schoen, der in Salzburg studiert und in den vergangenen Jahren hauptsächlich Schauspiele inszeniert hat, betont in seiner „La Traviata“ den schauspielerischen Aspekt. Entsprechend sei bei der Zusammenstellung des Ensembles auf Darsteller geachtet worden, die nicht nur singen können, sondern auch gern spielen. In der Rolle der Violetta wird die junge Sopranistin Nina Vitol, die bereits in anderen Opern-Air-Inszenierungen mitwirkte, zu sehen und zu hören sein. Die männliche Hauptrolle, den Alfredo, übernahm der Tenor Alexander Efanov. Das gesamte Ensemble, so Hans-Peter Bader, der wie in den Vorjahren die Gesamtleitung der Aufführung übernommen hat, sei „eine sehr gute Wahl“. „Die Stimmen“, so Bader weiter, „passen ausgezeichnet zusammen.“
Wenig zu singen hat in diesem Stück, so wollte es Verdi, der Chor. Die Mitglieder des rund 70-köpfigen Nürtinger Kammerchors sind deshalb auch als als Wachpersonal und Bedienstete zu sehen. Das musikalische Fundament wird in bewährter Weise von den versierten Musikern der Kammersymphonie - die zusammen mit dem Kamerchor das Konzertensemble bildet - gelegt.
Gespielt wird erstmals auf dem Stadthallenvorplatz. Dort werden, dem zur Kreuzkirche hin ansteigenden Gelände entsprechend, 550 Stühle aufgestellt. Die Bühne befindet sich zentral davor, das Orchester sitzt vom Publikum aus gesehen links. Bader hofft auf eine gute Akustik, schließlich gehört es zu den ehernen Prinzipien der Opern-Air-Festspiele, dass unverstärkt gespielt und gesungen wird. Falls das Wetter nicht mitspielt, wird kurzerhand in die Stadthalle ausgewichen. Dann wird es allerdings lediglich eine konzertante Aufführung sein.
Sieben Aufführungstermine sind angesetzt. Werden alle Karten verkauft - und das deutet sich bereits an -, werden auch die Kosten, die sich im Bereich zwischen 130 000 und 150 000 Euro bewegen, eingespielt werden können. Auf den bei den vergangenen Opern-Air-Festspielen zusätzlich angebotenen Arienabend, letztes Mal in Gestalt eines Flamencoabends, wurde diesmal verzichtet. Stattdessen wird die Zirkusklasse der Musik- und Jugendkunstschule am 23., 25. und 26. Juli die Bühne tagsüber und abends für öffentliche Aufführungen ihrer speziellen Version von Mozarts „Zauberflöte“ nutzen.
Premiere von „La Traviata“ ist am Freitag, 22. Juli, um 20.30 Uhr. Weitere Aufführungen sind am 24., 26., 27., 30. und 31. Juli sowie am 3. August, alle ebenfalls um 20.30 Uhr beginnend. Für die Bewirtung vor der Vorstellung, in der Pause und zum gemütlichen Ausklang konnte die benachbarte Zentralbar gewonnen werden.
Karten im Vorverkauf gibt es ab 2. Mai im Stadtbüro der Nürtinger Zeitung, Am Obertor 15, Telefon (0 70 22) 94 64-150. Weitere Informationen im Internet unter www.opern-air.de
So war’s beim letzten Mal: „Carmen“ bescherte dem Nürtinger Konzertensemble sieben ausverkaufte Vorstellungen. Archiv-Foto: Holzwarth
Wendlingen | 25.04.2005 - 12:00
Die Eigenbetriebe kosten die Stadt mächtig Geld
Das Wasserwerk, die Abwasserentsorgung und das Freibad treiben Wendlingens Pro-Kopf-Verschuldung in die Höhe
WENDLINGEN. Wenn Wendlingens Gemeinderat morgen Abend den Haushalt für das Jahr 2005 „festklopft“, geht es um die stolze Summe von bald 26 ...
Nürtingen | 25.04.2005 - 12:00
Anfangs war.s der Wilde Westen der Römer
Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum - Antike Töpferei im Mittelpunkt - Signale auf einer römischen Tuba
NÜRTINGEN. Dass die in der Ruthmänninstraße entdeckte römische Töpferei ein Jahrhundertfund ist, zeigt ein einfaches Rechenexempel. Im Neckarland ...