Akkordeonmusik auf hohem Niveau - Akkordeonclub Wendlingen nimmt Abschied von einem ganz besonderen Vorsitzenden
WENDLINGEN-UNTERBOIHINGEN. Von einer ungewohnten Seite stellten die Musiker des Akkordeonclubs Wendlingen (ACW) bei ihrem Frühjahrskonzert ihre Instrumente vor. Mit Werken von Ganzer und Jacobi wählten Jugendensemble und Orchester dieses Mal moderne Literatur aus. Neben der anspruchsvollen Musik stand der Abend in der Turnhalle Unterboihingen ganz im Zeichen des Abschieds vom langjährigen Vorsitzenden Karl M. Müller. Ihren „Charly“ feierten die Musiker gleich mit einer ganzen Batterie von Auszeichnungen, die außergewöhnlich sein dürften.
Schon der Auftakt versprach einen illustren Hörgenuss für alle Liebhaber des Akkordeons und seiner vielfältigen Facetten. Mit Jürgen Ganzers „Suite für Akkordeongruppe“ hatte sich das Jugendensemble ein anspruchsvolles Werk ausgewählt. Verschiedene Musikstile inspirierten den Komponisten zu dem viersätzigen Stück für Akkordeon. Sehnsuchtsvolle Melodik des argentinischen Tangos und der „Wellengang“ der Barkarole, entstanden aus den Liedern der Gondolieri, wechselten jeden Moment in einen English Walse, der anmutete, als ob er jeden Moment umzukippen droht. Die jungen Musiker erhielten für diese gelungene Darbietung viel Beifall vom fachkundigen Publikum.
Auch das Stammorchester zeigte sich unter der Leitung ihres Dirigenten Erwin Schuster mit der Sinfonischen Suite von Wolfgang Jacobi, einem Originalwerk für Akkordeon, auf hohem musikalischem Niveau. Vor allem das getragene Thema des „Ariosa“, aber auch das Menuetto Maestoso begeisterten das Publikum. Hohe Konzentration forderte auch der „Kanon in D“ von Johann Pachelbel, einem bekannten Renaissancestück. - Schwierig nicht nur für die verschiedenen Stimmen des Orchesters, sondern auch für die Rhythmus-Linie des Basses, der sehr kontinuierlich und präzise durch das Stück trug. Die Zuhörer im voll besetzten Saal forderten zu Recht eine Zugabe vom Orchester.
„Bester Maulwässrigmacher“
Bevor die Wendlinger ihre Bühne den Gästen vom 1. Handharmonika-Club Fellbach überließen, hatten sie für ihren ehemaligen Vorsitzenden Karl „Charly“ Müller, der vor kurzem das Staffelholz an Heidi Munding übergab, noch eine ganz besondere Überraschung. Weil sich ihr Chef Auszeichnungen wie den Ehrenvorsitz ausdrücklich verbeten hatte, verabschiedeten die Musiker ihn mit einem wahren Ordensregen der besonderen Art. Button um Button reihten sich am Revers Müllers: Als „Bester Maulwässrigmacher“, „Bester Plakataufsteller“, „Erster und letzter Gast des Waldfestes“, „Bester Grillputzer“ und vor allem als „Bester Nicht-Akkordeonspieler“ sagten sie auf diese persönliche Weise danke beim ehemaligen ACW-Chef, der dem Verein 19 Jahre lang vorstand. Vor so viel Kreativität musste selbst Müller kapitulieren: „Solche Ehrungen nehme ich gerne an“, sagte er im Anschluss.
Musikalisch ließen die Fellbacher Gäste, die ebenfalls unter der musikalischen Leitung von Schuster standen, im „Duett“ mit dem ACW einen rundum gelungenen Konzertabend in der Unterboihinger Turnhalle ausklingen.
Viel Beifall gab es für die Musiker beim diesjährigen Frühjahrskonzert des ACW. zog
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