Neuenhaus

Arbeitskreis legt Vorschläge zur Rettung des Hallenbads in Aichtal vor

Die Sanierung des maroden Aichtaler Hallenbads dürfte Millionen kosten. Ein Gutachten soll im November den tatsächlichen Bedarf klären. Derweil zeigt ein Arbeitskreis auf, wie sich das jährliche Defizit senken ließe.

Das Garten-Hallenbad in Neuenhaus muss dringend saniert werden. Foto: NTZ-Archiv

AICHTAL-NEUENHAUS. Noch in diesem Jahr könnten die Weichen für die Zukunft des Aichtaler Hallenbads gestellt werden. Im November soll dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung ein Gutachten vorgelegt werden, das den Sanierungsbedarf des Bades aufzeigt. Schon jetzt ist absehbar, dass die Kosten angesichts des maroden Zustands der Einrichtung erheblich ausfallen dürften.

Zuletzt gab es einen überraschenden Geldsegen aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten: Der Bund stellt 1,37 Millionen Euro für das Hallenbad bereit. Für eine umfassende Erneuerung dürfte diese Summe allerdings kaum ausreichen. Bislang wurden die Kosten dafür grob auf 15 Millionen Euro geschätzt. Nach Angaben der Stadtverwaltung könnte das Land einen weiteren Zuschuss von höchstens 2,68 Millionen Euro gewähren – möglicherweise fällt dieser auch geringer aus. Je nach Sanierungsmodell müsste die Stadt nach aktuellem Stand zwischen sechs und 14 Millionen Euro selbst aufbringen.

Förderung an konkrete Auflagen geknüpft

Die Bundesförderung in Höhe von 1,37 Millionen Euro ist zudem an konkrete Bedingungen geknüpft. So muss das generalsanierte Hallenbad beispielsweise den Energiestandard Effizienzgebäude 85 erreichen. Mit der bestehenden Gebäudehülle dürfte sich diese Vorgabe kaum erfüllen lassen. Um das Hallenbad zu erhalten, hat die Stadt bereits zahlreiche Hebel in Bewegung gesetzt. Unter anderem wurden ein Förderverein gegründet und ein Arbeitskreis eingerichtet. Dieser hat nun konkrete Vorschläge vorgelegt, wie sich die laufenden Betriebskosten senken lassen.

Automaten statt Mitarbeiter?

Seit Januar kam der Arbeitskreis elfmal zusammen. Vertreter des Gemeinderats, der Stadtverwaltung, der DLRG und des Fördervereins leisteten dabei mindestens 178 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich der jährliche Zuschussbedarf von derzeit 557.000 Euro reduzieren lässt. Selbst nach geplanten Erhöhungen der Eintrittspreise und Nutzungsentgelte würde noch ein jährliches Defizit von 423.000 Euro bleiben. Nach Einschätzung des Arbeitskreises gibt es jedoch weiteres Einsparpotenzial.

So könnten Schwimmschulen und Vereine bislang ungenutzte Wasserzeiten belegen. Für acht zusätzliche Unterrichtseinheiten pro Woche kalkuliert der Arbeitskreis mit jährlichen Einnahmen von rund 31.000 Euro. Auch bei der Organisation von Kasse und Kiosk sehen die Mitglieder Einsparmöglichkeiten. Denkbar wären beispielsweise Automaten, ein externer Betreiber oder der Einsatz ehrenamtlicher Helfer. Dadurch könnten die jährlichen Kosten nach ihren Berechnungen um rund 87.000 Euro sinken. Den betroffenen Beschäftigten soll die Stadt alternative Einsatzmöglichkeiten anbieten.

Außerdem soll geprüft werden, ob sich die Badeaufsicht anders organisieren lässt, etwa durch den Einsatz qualifizierter Rettungsschwimmer. Weitere Vorschläge betreffen die Reinigung und eine bessere Vermarktung des Hallenbads. Sollten die Schritte die erhoffte Wirkung entfalten, könnte sich das jährliche Defizit nach Einschätzung des Arbeitskreises auf rund 305.000 Euro verringern – ohne die öffentlichen Badezeiten einschränken zu müssen.

Welche Sanierungsvarianten tatsächlich infrage kommen, welche Förderbedingungen sich erfüllen lassen und welchen finanziellen Anteil die Stadt selbst tragen muss, wird sich allerdings erst nach Vorlage des Gutachtens im November genauer beurteilen lassen. Bereits im Mai hatte ein Experte den Gemeinderat und die Stadtverwaltung auf die hohen Kosten hingewiesen: Eine Generalsanierung dürfte demnach kaum günstiger werden als ein Neubau.

Zur Startseite