Wendlingen
Wendlingen verzichtet auf Preiserhöhungen im Baugebiet „Steinriegel“
Die Stadt Wendlingen bleibt bei 780 Euro pro Quadratmeter für die verbliebenen Grundstücke im Baugebiet „Steinriegel“. Trotz gestiegener Bodenrichtwerte sieht die Verwaltung höhere Preise als nicht durchsetzbar. Der Verwaltungsausschuss stimmte einstimmig zu.
WENDLINGEN. Die Bodenrichtwerte steigen, die Nachfrage sinkt: Vor diesem Dilemma stand der Wendlinger Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Konkret ging es um die verbliebenen Grundstücke im Neubaugebiet „Steinriegel“, für die der Gutachterausschuss zwar einen höheren Wert angesetzt hat – die Stadt diese Preise aber nicht am Markt durchsetzen kann. Vor allem die verbliebenen städtischen Grundstücke im Neubaugebiet „Steinriegel“ lassen sich zu den aktuellen Quadratmeterpreisen kaum verkaufen, so das Fazit der Stadt.
Bodenrichtwert ist um 50 Euro gestiegen
Thomas Stonjeck, Fachbereichsleiter Liegenschaften im Wendlinger Rathaus, erläuterte die Ausgangslage: Mit der jüngsten Erhebung des Gutachterausschusses wurden die Bodenrichtwerte neu festgesetzt. Und darin spiegelt sich die Entwicklung der Verkaufspreise der vergangenen Jahre. Während die Werte im Baugebiet „Steinriegel“ um 50 Euro auf nunmehr 830 Euro pro Quadratmeter gestiegen sind, sanken sie im übrigen Stadtgebiet um denselben Betrag und liegen dort nun bei 730 Euro.
Die Stadtverwaltung stellte klar, dass diese Neubewertung zwar auf realen Verkaufszahlen beruht, jedoch rückwirkend erfolgt und damit die derzeitige Marktlage nicht vollständig abbildet. Im „Steinriegel“ seien die besonders attraktiven Grundstücke, etwa für frei stehende Einfamilienhäuser, bereits in den vergangenen Jahren verkauft worden. Übrig geblieben seien überwiegend Restflächen, die entweder ungünstig zugeschnitten sind oder andere Einschränkungen aufweisen. So gebe es etwa noch kleinere Parzellen für Reihenmittel- oder Reihenendhäuser mit 198 Quadratmetern sowie zwei größere Grundstücke für Zweifamilienhäuser.
Kaum Chancen für einen Verkauf
Gerade bei diesen Flächen sieht die Verwaltung kaum Chancen, die neuen Richtwerte von 830 Euro pro Quadratmeter am Markt durchzusetzen, so Stonjeck. Der Liegenschaftsmanager der Stadt betonte, dass die Nachfrage aktuell schwach sei und unter den bestehenden Bedingungen keine realistischen Verkaufserlöse in dieser Höhe erzielt werden könnten. Rechnerisch würde die Stadt durch die Beibehaltung der alten Preise Mindereinnahmen von rund 85.000 Euro in Kauf nehmen. Pro Grundstück entspräche dies einem Verzicht auf etwa 20.000 bis 25.000 Euro.
Hinzu kommt, dass die Käufer trotz abgesenkter Preise weiterhin einer Bauverpflichtung unterliegen: Bis spätestens 2028 müssen die neuen Eigentümer ihre Wohnhäuser realisieren. Parallel bleibt das Höchstbieterverfahren als Verkaufsinstrument bestehen – wenngleich die Ausgangspreise geringer angesetzt werden. Zwei Grundstücke seien bereits zu den alten Konditionen reserviert, so Stonjeck.
Bürgermeister Steffen Weigel brachte die Position der Verwaltung auf den Punkt: Die Stadt werde die Grundstücke im „Steinriegel“ weiterhin zum bisherigen Verkaufspreis von 780 Euro pro Quadratmeter anbieten und damit unter dem aktuellen Richtwert bleiben. Gleichzeitig würden die neuen Bodenrichtwerte, wie vom Gutachterausschuss festgelegt, veröffentlicht. Weigel betonte, dass dies ein notwendiger Schritt sei, um die noch vorhandenen Flächen überhaupt vermarkten zu können.
Der Verwaltungsausschuss folgte dem Vorschlag der Verwaltung ohne Aussprache und fasste den Beschluss einstimmig. Damit bleiben die Verkaufspreise im „Steinriegel“ für die verbliebenen Grundstücke unverändert.
Wendlingen | 29.09.2025 - 14:42
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