Wendlingen
Wendlingen stellt Silvesterfeuerwerk auf den Prüfstand
Der Gemeinderat diskutierte in diesem Zusammenhang über Lärmbelästigung, Vermüllung und Sicherheit. Zwei Haushaltsanträge von Grünen und Freien Wählern wiesen dazu in die gleiche Richtung, hatten aber unterschiedliche Stoßrichtungen.
WENDLINGEN. In etwas mehr als zwei Monaten steht schon wieder der Jahreswechsel vor der Tür. Dann gehört für viele dazu, das abgelaufene und das neue Jahr mit einem Silvesterfeuerwerk zu verabschieden und willkommen zu heißen. In einigen Fällen scheint das Abschießen von Feuerwerks- und Knallkörpern jedoch übers Ziel hinauszuschießen. Laut der Fraktion der Grünen hat das in den letzten Jahren massiv zugenommen: Daher hatten sie für das Abbrennen des Silvesterfeuerwerks beantragt, zentrale Plätze im Stadtgebiet dafür einzurichten. Damit ließen sich insbesondere achtlos liegengelassener Müll, Lärm und die Gefahren für Mensch, Tier und im Straßenverkehr reduzieren. Im Fall der Freien Wähler hatte sich die Fraktion für ein generelles Verbot von Silvesterfeuerwerk auf Wiesen, Feldern und im Wald in ihrem Antrag zum Haushalt 2026 ausgesprochen.
Kein strukturelles Vermüllungsproblem und keine nennenswerten Beschwerden
Für eine Antwort hatte die Stadtverwaltung die fachliche Bewertung des Städtischen Bauhofs, der Feuerwehr und die geltenden bundes- und landrechtlichen Vorschriften herangezogen. Kathrin Flohr, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste, zu denen auch die Ordnungsverwaltung gehört, erläuterte in der Sitzung am Dienstag die Analyse der Stadt. Danach sieht die Verwaltung derzeit weder eine rechtliche Grundlage noch die personellen Kapazitäten für zusätzliche Feuerwerksverbote oder die Einrichtung zentraler Feuerwerksplätze im Stadtgebiet. Laut der Stadt liegt in der Silvesternacht keine außergewöhnliche Gefahrenlage vor, die schärfere ordnungsrechtliche Maßnahmen rechtfertigen würde. Die Freiwillige Feuerwehr meldete dazu keine besonders sicherheitsrelevanten Vorfälle aus den Vorjahren und der Bauhof verwies darauf, dass die überwiegende Mehrheit der Bürger ihren Müll am Neujahrstag verantwortungsvoll entsorgte. „Wir sehen daher keinen Handlungsbedarf für Einschränkungen“, sagte Flohr.
Zudem verwies die Stadt auf die bereits strengen gesetzlichen Vorgaben: Das Abbrennen von Pyrotechnik ist in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Pflegeheimen ohnehin untersagt. Auch im Außenbereich wie im Wald oder Landschaftsschutzgebiet greifen bereits starke Verbote durch das Landeswaldgesetz und den Naturschutz.
Der Hauptgrund für die Absage an zentralen Feuerwerksplätzen ist die mangelnde Umsetzbarkeit. Solche Zonen müssten in der Silvesternacht lückenlos kontrolliert und abgesichert werden. Die dafür notwendigen personellen Ressourcen bei der Polizei und dem Gemeindevollzugsdienst stehen laut der Stadt in der Silvesternacht schlichtweg nicht zur Verfügung. Statt neuer Verbote setzt die Verwaltung für die Zukunft auf eine verstärkte Aufklärung und Sensibilisierung der Bürger. Mögliche rechtliche Änderungen auf Bundesebene zur Sprengstoffverordnung, die frühestens zum Jahreswechsel 2026/2027 greifen könnten, behält die Stadt jedoch im Blick.
„Bleibt einzig zu hoffen, dass die Menschen Verstand beweisen“, richtete zum Schluss FWV-Stadtrat Dirk Eppinger seinen Appell an die Bevölkerung.
Wendlingen | 20.10.2026 - 18:00
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