Sieben Gebäude werden im Gebiet abgerissen - Neuordnung von Grundstücken - Neue Überbauung - Durchstich Bismarckstraße
WENDLINGEN. Im Quartier zwischen der Unterboihinger-, Brücken- und einem Teil der Traubenstraße tut sich etwas. In der so genannten Grünen Mitte werden demnächst die Bagger mit den Abrissbirnen anrollen. Das innerstädtische Areal soll neu geordnet und neu überbaut werden. Erschlossen werden soll das Quartier durch eine neue Straße, die in Verlängerung der Bismarckstraße bis zur Unterboihinger Straße geführt werden soll. Das ehemalige Gebäude von Friseur Kaiser muss für diesen Zweck weichen. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag das Signal für die Umlegung der der Grundstücke gegeben.
Im Mai 1998 hat das Land Baden-Württemberg mit der Ausweisung des Sanierungsgebiets im Bereich der „Unterbohinger- und Brückenstraße“ Fördermittel in Höhe von rund 1,05 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Landeszuschüsse sollten zur Aufwertung des Einzelhandelsstandorts Wendlingen beitragen und Anreiz für Investoren schaffen. Seither sind auch zahlreiche Projekte realisiert worden, die zur Aufwertung des Gesamtgebietes beigetragen haben. Dazu gehören die neu gestaltete Unterboihinger Straße und das neu gebaute Parkdeck an der Traubenstraße. Von privater Seite wurden zahlreiche Sanierungsmaßnahmen realisiert wie das Einkaufszentrum, Mode Mochel oder Sport Räpple, die mit bis zu 25 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert werden konnten.
Stadtbaumeister Paul Herbrand erläuterte in der Sitzung das weitere Vorhaben. Danach zeichnet sich die Gebäudestruktur in dem Gebiet zu einem Großteil durch eine überalterte Bausubstanz aus. Voraussetzung für die Umlegung der insgesamt zehn betroffenen Grundstücke (sechs Eigentümer) ist der Abriss der sich darauf befindlichen Gebäude. Das sind sieben an der Zahl. Teilweise seien diese noch verpachtet, sagte Herbrand, mit den Vermietern sei man auf der Suche nach neuem Wohnraum für die Mieter. Für das „Rebstöckle“ soll laut Bürgermeister Ziegler ebenfalls ein Ersatzlokal gesucht werden. Bis Ende dieses Jahres wolle man dann alle untergebracht haben. Danach kann vermutlich mit dem Abbruch der Gebäude, die nach derzeitigem Kenntnisstand direkt hintereinander abgerissen werden sollen, begonnen werden. Das wird voraussichtlich nicht vor Anfang nächsten Jahres sein.
Ein Schlüsselgrundstück bei dem Umlegungsvorhaben ist das frühere Haus Friseur Kaiser, das sich mittlerweile im Eigentum der Stadt Wendlingen befindet. Nach seinem Abbruch kann an dieser Stelle die Bismarckstraße durchgängig zur Unterboihinger Straße gebaut werden. Mit dieser Straße wird das Qartier erschlossen.
Nach Fertigstellung des Ersatzgebäudes konnte der Friseur inzwischen auf die gegenüberliegende Straßenseite wechseln und sein neues Geschäft dort eröffnen.
Von vertaner Zeit sprach Herbrand im Zusammenhang mit einer Partie in einem der vom Abriss betroffenen Gebäude, wo es Probleme gegeben habe. Diese seien nun ausgeräumt und die dadurch entstandene Verzögerung soll nun wieder aufgeholt werden. Der Stadtbaumeister geht davon aus, dass die neue Grundstücksaufteilung bis Anfang beziehungsweise spätestens Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden kann, so dass danach einer Neubebauung nichts mehr im Wege steht.
Das Land fördert die Umlegung, die Grundstücksfreilegung und die Gebäuderestwerte. Bislang werden Sanierungsmittel in Höhe von 60 Prozent zugeschossen. Bürgermeister Ziegler wies in der Sitzung darauf hin, dass Wirtschaftsminister Pfister angekündigt habe, eventuell die Fördergelder aufzustocken, und zwar auf 66 Prozent. Danach müsste sich die Stadt an den Kosten noch mit 34 Prozent beteiligen.
Sachverständige Umlegungsausschuss
Mit der Durchführung des Umlegungsverfahrens wird ein Ausschuss beauftragt. Der Gemeinderat bestellte in gleicher Sitzung zwei Sachverständige für den Umlegungsausschuss. Vermessungsdirektor Edelmann vom Amt für Geoinformation und Vermessung im Landratsamt Esslingen wird danach für die für das Kataster erforderliche Umlegung zuständig sein, für sanierungsrechtliche Fragen Thomas Wirth vom Sanierungsträger STEG.