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Sichtbares Zeichen der Energiewende

TransnetBW feiert Richtfest ihrer Hauptschaltleitung in Wendlingen – Zentrale Bedeutung für das Land und Europa

Die neue Hauptschaltleitung mit Warte, zwei Technikgebäude und Büros. Die alte Warte soll nach dem Umzug stillgelegt und abgebaut werden und soll dem Anlagenbetrieb zugeschlagen werden, der personell stark angewachsen ist, erklärte gestern ein Sprecher der Transnet.

Von den vier Hauptschaltleitungen, die den Energieverkehr für ganz Deutschland steuern, befindet sich eine in Wendlingen. Weil die jetzige Hauptschaltleitung bei laufendem Betrieb nicht umgebaut werden kann, errichtet die TransnetBW bis Ende 2016 eine neue. Nur sechs Monate nach Baubeginn konnte gestern das Richtfest gefeiert werden.

WENDLINGEN. Zu diesem Anlass waren zahlreiche Gäste, Mitarbeiter und Handwerker in den Rohbau der neuen Hauptschaltleitung nach Wendlingen gekommen. Von hier sorgen viele Mitarbeiter der Transnet rund um die Uhr für eine sichere Stromversorgung für die Menschen und Industrie im Land, hier wird das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch sichergestellt. Doch nicht nur hier: die Hauptschaltleitung spielt eine zentrale Rolle im europäischen Verbundnetz. Rund 50 Millionen Euro werden dafür von der TransnetBW hier investiert.

Das Herzstück der Stromversorgung steht in Wendlingen

Helmfried Meinel, überbrachte die Grüße von Minister Untersteller. Der Ministerialdirektor des Landesministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft erinnerte in seiner Rede an die Beschlüsse zur Energiewende von 2011, die nachhaltige Veränderungen für die Energiewirtschaft bedeutet hätten. Dadurch werde die Stromversorgung in der Zukunft immer dezentraler, wobei die erneuerbaren Energien eine besondere Herausforderung darstellten. Der Sicherung und Verlässlichkeit der Energieversorgung zum Wohlstand des Landes komme daher eine zentrale Rolle zu, zumal das Abschalten der Kernkraftwerke, die etwa ein Drittel der Stromversorgung ausmachten, und der Netzabkoppelung von weiteren konventionellen Kraftwerken weiterhin verlässliche Stromimporte aus anderen Bundesländern und den europäischen Nachbarländern erforderlich machten. Ohne den Ausbau des Stromnetzes sei dies nicht zu bewerkstelligen, betonte Meinel, gleichwohl müssten die Übertragungsnetze dem Schritt halten. Der Netzsteuerung komme hier deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Ereignisse wie eine Sonnenfinsternis oder eine starke Sonneneinstrahlung im Sommer seien dabei neue Herausforderungen für die Hauptschaltleitungen. Dass Baden-Württemberg weiterhin eine Stromdrehscheibe in Europa bleibe, dazu trage auch der Neubau in Wendlingen bei.

Blick in das Herz der Hauptschaltleitung: hier wird bis Ende des kommenden Jahres die Leitwarte entstehen, von wo aus der Energieverkehr gesteuert und überwacht wird. Eine besondere Herausforderung beim Bau war die Betondeckenkonstruktion (Foto). Fotos: Holzwarth

Vom „Herzstück der Stromversorgung“ sprach der Geschäftsführer der TransnetBW bei der Begrüßung zum Richtfest in der Warte der neuen Hauptschaltleitung. Bereits in wenigen Monaten werde das Team der Transnet, so Rainer Joswig, von der Warte aus für europaweite Systemstabilität sorgen und die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg und in weiteren Teilen Europas gewährleisten. Das mache die Bedeutung von Wendlingen als Drehscheibe im nationalen und internationalen Verbundnetz aus. Er dankte in diesem Zusammenhang der Stadt Wendlingen und dem Gemeinderat für ihre Unterstützung.

Nicht allein die Zunahme von Aufgaben, sondern die wachsende Komplexität der Systemführung mache den Ausbau und Neubau im Zuge der Energiewende notwendig, verdeutlichte Joswig weiter. Damit stiegen auch die Aufgaben der TransnetBW in Wendlingen weiter, was auch mehr Mitarbeiter erforderlich mache. Derzeit arbeiten 100 Mitarbeiter vor Ort.

Bürgermeister Steffen Weigel freute sich über ein starkes bedeutsames Unternehmen am Ort. Die Erneuerung der Hauptschaltleitung sei ein unternehmerisches Signal für Wendlingen und für die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen. „Der Neubau ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, sagte Weigel.

Tausende Tonnen von Stahl und Beton wurden auf den 33 400 Quadratmetern Fläche für das Gebäude der Hauptschaltleitung verbaut. – Mit dem zersplittern des Glases und dem Richtspruch von Roland Köhler, Polier der Firma Leonard Weiss, wurde dem glücklichen Verlauf des Rohbaus gedacht.

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