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Schwerlastverkehr genauer unter Lupe nehmen

Kleine Verkehrsschau: Zwei Zählungen sollen Klarheit bringen - Zwei Kreisverkehre vorerst auf Eis gelegt

WENDLINGEN. Jedes Jahr soll es künftig eine Verkehrsschau in Wendlingen geben. Das kündigte Bürgermeister Ziegler gegenüber unserer Zeitung an. Im Wechsel soll im einen Jahr eine große zweitägige Verkehrsschau mit dem Landratsamt Esslingen und der Polizeidirektion stattfinden, im nächsten dann eine kleine mit dem Ordnungsamt, Stadtbauamt und dem Polizeiposten Wendlingen. So geschehen in der vergangenen Woche, als Wendlingens Verkehrswege im Blickpunkt standen.

Es gibt fast kein anderes Thema als den Verkehr, der immer wieder Anlass gibt, sich die Köpfe heiß zu reden. Zunehmender Verkehr, neuralgische Stellen für den Verkehr, Unfallschwerpunkte, Fehlverhalten von Autofahrern machen es erforderlich, einzugreifen und die Sicherheit zu überprüfen. Mit der jüngsten kleinen Verkehrsschau wurden wieder einige Straßen und Knotenpunkte in der Stadt genauer in Augenschein genommen.

Seit Einführung der Autobahnmaut wird auch in der Wendlinger Ortsdurchfahrt mehr Schwerlastverkehr wahrgenommen. Eine kürzlich stattgefundene Verkehrszählung hat zwar eine Zunahme des Verkehrs generell bestätigt, aber nicht jedoch für den Lkw-Verkehr. Da wurden sogar weniger Lkws gegenüber der letzten Zählung registriert. Diese widersprüchlichen Angaben sind laut Bürgermeister Frank Ziegler Anlass, zwei weitere Male an der Stuttgarter Straße/Ulmer Straße zählen zu lassen. „Da wollen wir auf Nummer Sicher gehen.“ Wann das geschehen soll, darüber wollte Ziegler keine Aussage machen, da sich das vermutlich rasch unter den Lkw-Fahrern herumsprechen würde und diese an diesen Tagen dann andere Strecken benützten. Die Zählungen könnten dadurch verfälscht werden.

Eine weitere Zählung ist in Bodelshofen vorgesehen. Dort soll sich ein Schleichverkehr für Autofahrer zum Golfplatz entwickelt haben. Ersten Recherchen zufolge werden auf diesem Wege jedoch eher die Erlenhöfe und nicht der Golfplatz angefahren. Golfer würden nach wie vor den vorgeschriebenen Weg über Ötlingen benutzen. Um Klarheit zu bekommen soll in der Notzinger Straße deshalb demnächst gezählt und kontrolliert werden.

Radaranlage zu teuer

Wenig Hoffnung machte Ziegler auf eine stationäre Radaranlage in der Stuttgarter Straße. Sie komme zu teuer, und ein echter Nutzen sei davon auch nicht zu erwarten. Uneinsichtige Raser seien damit nicht zu stellen. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens sind, laut Ziegler, tagsüber Regelverstöße gegen die Geschwindigkeit kaum möglich.

Wegen des Wegfalls der Parkplätze durch die Baumaßnahmen am Park (Weberstraße) hat sich für Zugpendler ein Engpass ergeben. Viele weichen deswegen auf nahe gelegene Straßenzüge im Bereich des Bahnhofs aus, anstatt die Park-&-Ride-Plätze auf der anderen Seite der Schienen zu benutzen. Die Anwohner in der Färber-, Bleicher- und Spinnerstraße fühlen sich jedoch durch Fremdparker gestört, da ihnen dadurch Parkraum vor ihren Häusern weggenommen wird. Im nördlichen Teil der Bleicher- und Spinnerstraße will die Stadt deshalb Anliegerparkplätze ausweisen. Der Verkehrsausschuss des Gemeinderats muss darüber entscheiden.

Die Stadt Wendlingen hält es für erforderlich, den Unfallschwerpunkt an der L 1219/Wertstraße (Richtung Unterensingen) sicherer zu machen (wie berichtet). Ein Kreisverkehr würde Abhilfe schaffen. Weitere Kreisverkehre wird es bis auf weiteres in der nächsten Zeit in Wendlingen jedoch nicht geben. Nach wie vor hält Bürgermeister Ziegler einen Kreisel an der Kreuzung Kapellenstraße/Höhenstraße für sinnvoll und wünschenswert. Aufgrund der finanziellen Situation müsse dieser wie ein Kreisel an der Vorstadtstraße/Behrstraße vorerst auf Eis gelegt werden. „Momentan hat das nicht oberste Priorität.“

In den Bereich Sicherheit fallen die Planungen an der Kapellenstraße/Ecke Waldstraße. Wollen Fußgänger die Straße dort überqueren, müssen sie, um besser in die Straße einzusehen, den Gehweg verlassen, der dort abrupt endet. Die soll sich aber bald ändern, indem das Trottoir verlängert werden soll.

Während sich in der Talstraße die Sperrung aus Richtung Weberstraße bewährt hat und so bleiben soll, wird aus Sicherheitsgründen eine Sperrung des Steinitzwegs als erledigt betrachtet. Bei einem Brand wird der Weg als Abkürzung von der Feuerwehr genutzt - Sicherheit geht vor.

Beauftragt ist die Ordnungsverwaltung mit der Ausarbeitung einer Liste für mögliche verkehrsberuhigte Bereiche. Das hatte der Gemeinderat angeregt.

Keine Chance hat eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer in der Nürtinger Straße Höhe Gartenstraße. Wegen der geplanten Unterführung unter den Bahnschienen und den damit verbundenen Veränderungen an der Straßenführung im Bereich Heinrich-Otto- und Schützenstraße würde sich ein solcher Überweg nicht mehr lohnen.

Die Mopedstellplätze für das Schulzentrum Am Berg am Birkenweg kommen weg. Nachdem sich Nachbarn über den Motorenlärm beschwert haben, soll auf der Suche nach einem neuen Standort geprüft werden, ob der Stellplatz eventuell beim Spielplatz in der Waldstraße besser aufgehoben ist.

Mit Öffnung der Traubenstraße hat sich der dortige Verkehr nicht erhöht. Der befürchtete Mehrverkehr zur Weinhalde ist danach ausgeblieben. Er ist nach Aussagen der Ordnungsverwaltung sogar etwas zurückgegangen. Das lässt sich mit dem neuen B-313-Anschluss erklären, der von den Autofahrern gut angenommen worden ist. gki

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