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„Ihr seid mir die Liebsten!“

Sternsinger aus Wendlingen beim traditionellen Empfang im Neuen Schloss – 123 Sternsinger sammeln über 20 000 Euro

Die Wendlinger Sternsingergruppe mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Ehefrau Gerlinde und Dekan Paul Magino. Foto: Rieck

WENDLINGEN/STUTTGART. Singend zogen die rund 80 Sternsinger aus Baden-Württemberg am Montag über den Schlossplatz in Stuttgart. Vor dem Neuen Schloss wurden sie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und dessen Frau Gerlinde empfangen. Beim anschließenden Empfang war Kretschmann sichtlich gerührt ob der prachtvollen Schar der Sternsinger: „Ich habe hier öfters mal hohen Besuch, aber ihr seid mir die Liebsten! Denn ein König ist man nicht nur wegen der Krone auf dem Kopf, sondern wegen einem königlichen Herzen!“. Kindern in Not zu helfen, die man überhaupt nicht kennt und noch nie gesehen hat, sei wirklich nicht selbstverständlich.

Unter den zehn geladenen Sternsingergruppen war auch eine Gruppe aus der katholischen Kirchengemeinde St. Kolumban aus Wendlingen-Unterboihingen sowie zwei inklusive Gruppen aus Esslingen. Drei der acht Sternsinger aus Wendlingen durften dem Ministerpräsidenten bei dem Empfang drei Fragen stellen. Auf die Frage, ob er selbst schon mal Sternsinger war, antwortete Kretschmann schmunzelnd: „Ich war noch nie gekrönt!“ Er schätze jedoch jedes Jahr den Besuch der Sternsinger bei ihnen zu Hause. Das sei ein schöner Augenblick, wenn die Bude weihrauchgeschwängert sei, so Kretschmann. Zusammen mit den anderen Sternsingern sangen die Wendlinger zum Abschluss: „Gott schickt uns als Boten aus, und wir segnen jedes Haus.“ Anschließend wurde die Wendlinger Gruppe noch in der Villa Reitzenstein empfangen.

Bei der diesjährigen Sternsingeraktion in Wendlingen und Unterboihingen gab es ein Rekordergebnis: 20 823,13 Euro. Die 20 000-Euro-Marke war damit zum ersten Mal geknackt. Dass es dazu kam, lag zum einen daran, dass drei Tage lang 123 Sternsinger singend durch die Straßen von Unterboihingen und Wendlingen liefen. Zum anderen war der hohe Betrag auch der Tatsache geschuldet, dass die Sternsinger sozusagen zur Aushilfe auch in Unterensingen unterwegs waren und Spenden für Kinder in Not sammelten.

Dass 123 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 25 Jahren schön gekleidet, gut begleitet und zudem noch drei Tage lang mit einem Mittagessen versorgt wurden, war nur durch ein großes Helferteam möglich. Mehr als 70 Helfer und Helferinnen waren dieses Jahr im Einsatz. Ohne dieses große Engagement wäre die Aktion so nicht zu stemmen, darüber sind sich die Verantwortlichen Karin Dieterle und Uschi Bangert im Klaren. Zusammen mit Dan Freisem organisieren die beiden seit 2010 die Sternsingeraktion.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Sternsinger stetig gestiegen und damit auch die Anzahl der Helfer, der benötigten Gewänder, der Lebensmittel, der Fahrzeuge. Was geblieben ist und das Team immer wieder aufs Neue erfreut, ist die Fürsorge der Sternsinger untereinander und der Zusammenhalt der Kinder und Jugendlichen in diesen Tagen.

Frieden und Segen in die Häuser getragen

Höhepunkt der diesjährigen Aktion in Wendlingen-Unterboihingen war der erstmalige Einsatz von zwei Feuerwehr-Fahrzeugen, die neben dem DLRG- und DRK-Bus sowie zahlreichen Privat-Pkw die Fahrdienste für die Sternsinger übernahmen.

Im Gottesdienst am Dreikönigstag bedankte sich Pfarrer Paul Magino in einer voll besetzten Kirche bei den Sternsingern: „Ihr habt das in die Häuser getragen, was wir an Weihnachten gefeiert haben: den Frieden und den Segen!“ Am Ende des Gottesdienstes war es ein beeindruckendes Bild, als die 123 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in bunten Gewändern mit Kronen und goldenen Sternen um den Altar in der St.-Kolumban-Kirche sangen: „Seht ihr unsern Stern dort stehen, helles Licht in dunkler Nacht“.

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