Nürtingen

Kommentar zur SG Nürtingen-Zizishausen: Auf zu neuen Ufern?

Die SG Nürtingen-Zizishausen hat das Potenzial, um den Titel mitzuspielen.

Ronja Bühler (links, vorige Saison im Spiel gegen die Füchse Berlin) und die SG NTZ sind ein heißer Anwärter auf einen Top-Platz. Foto: Ralf Just

„The only way is up“ – vor langer Zeit, genauer: Im Jahr 1988 dudelte die Aufnahme der britischen Sängerin Yazz auch hierzulande durch die diversen Radiosender. Man mag das mögen oder nicht, Fakt ist aber: Fast vier Jahrzehnte später erscheint dieser Hit mal wieder wie eine Analogie auf die jüngere Vergangenheit des Frauenhandball-Zweitligisten SG Nürtingen-Zizishausen. Noch unter TG Nürtingen machten sich deren Spielerinnen eine Klasse tiefer mit ihrem Trainer Stefan Eidt auf zu wahren Höhenflügen, schafften 2015 erstmals den Aufstieg ins deutsche Unterhaus. Elf Jahre später scheinen die Nürtingerinnen auch aus Letzterem allmählich herauszuwachsen. Sportlich zumindest. Es ging, seit Manel Cirac die Mannschaft vor drei Jahren recht kurzfristig als Trainer übernommen hat, schließlich stetig „up“, also nach oben.

Die einstige graue Maus, die Jahr für Jahr meist darum spielte, die Klasse zu halten, hat sich unter dem Spanier gemausert, wurde zweimal Vierter, und zuletzt Zweiter: Folgt nun gar der Sprung ganz an die Spitze – und was würde das überhaupt bedeuten? Cirac selbst gibt sich beim Formulieren etwaiger Ziele stets schmallippig, weiß um die Länge einer Saison, um die Schwierigkeiten, die während einer solchen auftreten können, und würde sich selbst auch deshalb nie zu weit aus dem Fenster lehnen. Zumal er seine Aufgabe darin sieht, etwas zu entwickeln, die Mannschaft weiterzubringen.

Aufgrund Kaderzusammenstellung und -qualität dürfte klar sein: Die fortan auch unter dem Kürzel NTZ auftretende Spielgemeinschaft ist neben Berlin, Rödertal und dem Bergischen HC einer der ganz großen Anwärter auf Platz eins. Das SG-Team scheint sogar noch stärker als in der Wahnsinnssaison 25/26, vor allem auch, weil die seit Ende 2025 verletzte Rückraumspielerin Leonie Dreizler bald wieder auf die Platte zurückkehren dürfte. Die Zugänge Carolin Jaron und Maxime Luber scheinen zudem ins Gefüge der jungen Truppe zu passen.

Bleibt noch die Gretchenfrage. Wie wird der Verband diesmal reagieren, wenn die SG zum zweiten Mal eine Erstliga-Lizenz beantragt? Im Mai wurde dies wegen der strengen Anforderungen an die Spielstätte abgelehnt, was auch 2027 eine große Hürde werden könnte. Sollte die SG ihre sportlichen Aufgaben erledigen, dürfte es nicht nur deswegen eine spannende Spielzeit werden.

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