Fußball

Kommentar zur TSV Oberensingen: Es droht eine komplizierte Saison

Fußball-Verbandsliga: Nicht nur die personelle Situation und die Ergebnisse in der Vorbereitung, auch die Art und Weise der Auftritte lassen nichts Gutes erahnen. Bei den „Sandhasen“ gibt es noch sehr viele Fragezeichen, meint Sportredakteur Julian Kaiser. Lesen Sie auch den Artikel: „Die eigenen Ziele deutlich heruntergeschraubt“.

Die TSV Oberensingen erlebte eine schwierige Vorbereitung auf die neue Verbandsliga-Saison. Foto: Nico Bauhof

Klar, überbewertet werden sollten Ergebnisse in der Vorbereitung nicht. Doch nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch die Art und Weise der Auftritte werfen kein gutes Licht auf die Form der TSV Oberensingen. Fehlende Durchschlagskraft und mangelhafte Chancenverwertung in der Offensive, teils haarsträubende Fehler und hohe Konteranfälligkeit in der Defensive sind keine gute Mischung wenige Tage vor dem Saisonstart beim FC Rottenburg. 8:18 Tore in sechs Partien, alleine elf Gegentore in drei Spielen gegen Landesligisten, darunter der teils blamable Auftritt beim 0:4 im WFV-Pokal beim VfL Nagold: Die Liste der Fragezeichen bei den „Sandhasen“ vor dem Verbandsliga-Auftakt ist lang.

Zeit könnte knapp sein

Kann das Innenverteidiger-Duo der vergangenen Jahre, Marlon Lander und Maximilian Gjini, adäquat ersetzt werden? Fraglich. Verfügt die Mannschaft über genügend Führungsqualität auf dem Platz? Offen. Wird der durchaus mutige Schritt, auf viele junge Spieler zu setzen, belohnt? Unklar. Alleine fünf Neuzugänge kommen direkt aus der A-Jugend, werden für den Sprung in den Aktivenbereich auf Verbandsliga-Niveau Zeit und Geduld benötigen. Faktoren, die in den beiden vergangenen sorgenfreien Spielzeiten gewährt werden konnten. Muss der Blick dagegen direkt in untere Tabellenregionen gerichtet werden, steigt der Druck, wird dies auch die Integration erschweren.

Undankbare Aufgabe für Parrotta

Unglücklich ist die Situation auch für Trainer Marco Parrotta, der ohnehin schon in große Fußstapfen tritt, nun eine Vorbereitung unter den schwierigstmöglichen Bedingungen erlebte. Schwere Verletzungen gleich zu Beginn, ein verbrannter Trainingsplatz, der seinen Zweck kaum noch erfüllt, und ein fast durchweg extrem ausgedünnter Kader, der zuletzt immer wieder aus der Zweiten aufgefüllt werden musste. Mannschaftstaktische Inhalte zu trainieren, Experimente in Testspielen oder das Einspielen einer Startelf waren kaum möglich. Umso wichtiger wäre für das Team ein positiver Start in Rottenburg, um Unruhe im Keim zu ersticken. Aber auch unabhängig davon könnte Oberensingen eine komplizierte Saison drohen. Den Beweis der Qualität ließ das Team bisher schlichtweg zu häufig vermissen.

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