Beuren
Kommentar zu Tempo 30 in Beuren: Doppelter Schildbürgerstreich
Weniger Schilder wären in Beuren mehr gewesen. Dem Bürger bleibt da nur Kopfschütteln, meint Redaktionsleiter Kai Müller.
BEUREN. Tempo 30 für Kröten ist okay, aber nicht für Schulkinder, gar nicht weit davon entfernt. Dieser Fall aus Krefeld hat im vergangenen Jahr bundesweit Kopfschütteln ausgelöst. An diesen Schilder-Irrsinn kommt Beuren nicht heran. Aber die vom Landratsamt aufgestellten Tempo-30-Schilder lösen zumindest ein großes Staunen aus. Abwechslung wird auf der Linsenhofer Straße nun großgeschrieben. Für den Autofahrer ist es ein Extra-Gehirntraining. Natürlich wird es für einige Anwohner leiser, und das ist auch richtig und gut so. Doch dort, wo es nicht genug Lärm gibt, muss eben weiterhin Tempo 50 gefahren werden. Das hört sich nicht nur falsch und schräg an, es ist auch so.
Lückenschluss gelingt nicht
In Richtung Balzholz wird es noch ein Stück kurioser. Gilt von Beuren bis Balzholz komplett Tempo 30? Nein, ein unbeugsamer Straßenabschnitt zwischen zwei Ortsschildern leistet in Verbindung mit der Straßenverkehrsordnung erbitterten Widerstand. Klar, Regeln sind da, um eingehalten zu werden. Aber ist das auch sinnvoll, wenn in diesem Fall der gesunde Menschenverstand in die Knie geht? Eher nicht. Ein Tempo-30-Schildbürgerstreich eben.
Immerhin: Die Gemeinde will weiterhin für den Lückenschluss kämpfen. Denn zuständig ist eben das Landratsamt. Da lohnt sich sicherlich ein Blick nach Krefeld. Dort lenkte die Stadtverwaltung nach der Berichterstattung ein und montierte Tempo-30-Schilder zum Schutz der Kinder. In Beuren würden eher ein paar Schilder wegfallen. Aber das würde sicherlich niemand stören.
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