Frickenhausen
Der „Kleine Prinz“ kehrt zurück in die Theaterspinnerei Frickenhausen
Ab 30. Oktober ist das Stück wieder auf der Täles-Bühne zu sehen. Intendant und Schauspieler Jens Nüßle berichtet vorab, warum jede Aufführung einzigartig ist und wie er versucht, mit einem speziellen Ticket junge Menschen ins Theater zu locken.
FRICKENHAUSEN. „Das kam super gut an und war fast immer ausverkauft“, erklärt Jens Nüßle, der Gründer der Theaterspinnerei, der auch in die Titelrolle des kleinen Prinzen schlüpft, warum dieses Theaterstück im Herbst zurück auf die Bühne kommt. Die Vorlage, die 1943 erschienene Novelle von Antoine de Saint-Exupéry, ist eines der meistübersetzten Bücher der Welt. Der namensgebende kleine Prinz ist auf einer Reise durch das Weltall. Hier lernt er verschiedenste Figuren kennen, mit denen er philosophische Gespräche führt.
In der Vorlage wird die Reise des Prinzen von Illustrationen unterstützt. Hier haben sich Nüßle und sein Team etwas Besonderes einfallen lassen. Auf eine Glaskuppel auf der drehbaren Bühne werden die verschiedenen Planeten, also die Stationen des Prinzen, projiziert. Den anderen Figuren des Stücks gaben Jens Nüßle und die Schauspielerin Susie Rosina Pochert, die Aletheia spielt, per moderner Motion-Capture-Technologie Gestalt. Als puppenähnliche Figuren werden sie in die Kuppel projiziert.
Ein Live-Zeichner begleitet das Stück
Für die wirkliche Besonderheit des Stücks sorgt aber Marcus Dreisigacker. Während des Stücks sitzt er am Tablet und malt fleißig kleine Live-Zeichnungen zum Stück. Diese fließen dann als Prompts in eine KI ein, die in Kombination mit den vorher eingespeisten Figuren ein einzigartiges Bewegtbild daraus erstellt, das live mit dem Publikum geteilt wird. Für Nüßle steht der Einsatz dieser modernen Technologien nicht im Vordergrund als reiner technischer Effekt: „Es geht primär natürlich um die Erzählung selbst, auf eine poetische und in sich blickende Weise unterstützt dies das Stück.“ Nicht jede Szene bekomme aber ein eigenes Bild, das sich am Ende dank der künstlichen Intelligenz selbst vervollständigt. Überwacht wird dieser Prozess in der Regie von Stefan Hänlein.
Einerseits hilft diese innovative Methode der Theaterspinnerei mit ihrem kleinen Ensemble, ein Stück wie „Der kleine Prinz“ mit über zehn Rollen zu inszenieren: „Das war auch so gedacht, weil wir eben so klein sind. Alle Rollen haben wir trotzdem nicht dabei, die wichtigsten aber schon“, so Nüßle. Erinnern sollen die Figuren dabei an Marionetten, erklärt der Intendant: „Der Mund bewegt sich zum Beispiel nicht, wenn sie reden. Wie bei der Augsburger Puppenkiste. Das sorgt auch für eine gewisse ästhetische Entschleunigung.“
Gespräche mit dem Publikum gehören dazu
Die Kuppel und die Bewegtbilder sorgen so auch für viel Interpretationsspielraum bei den Gästen: Das ist etwas, das Nüßle freudig im Frühling und Sommer dieses Jahres nach den Aufführungen wahrgenommen hatte. „Viele der Abende haben mich tief berührt“, blickt er zurück, „danach kommt es immer zu wunderschönen Gesprächen mit dem Publikum. Das Stück hat das einfach an sich, dass die Leute anfangen, über die angesprochenen Themen nachzudenken.“
Vor allem in der heutigen Zeit sei es wichtig, über Dinge wie Freundschaft, Moralität und das Erwachsenwerden zu sprechen: „Jeder strickt sich aus dem Stück etwas Eigenes. Am Ende passt es aber immer.“ Auch die Nähe zwischen Publikum und Bühne, genau wie die familiäre Atmosphäre in der Theaterspinnerei, würden so für eine einzigartige Erfahrung sorgen.
Für junge Menschen hat Nüßle ein spezielles Angebot
Doch nicht nur Saint-Exupérys kleiner Prinz macht sich Gedanken über die Werte der Gesellschaft. Jens Nüßle selbst beschäftigt unter anderem auch die junge Generation und ihre Werte. Besonders aber, wenn es um junge Menschen und seine eigene Leidenschaft, das Theater, geht. „Ich habe mich gefragt: Wie geht es eigentlich weiter mit den jungen Menschen?“ Interesse für Kultur sei bei ihnen fast nicht existent.
Also hat er sich mal wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: das Entdeckerticket. Dies funktioniere komplett auf Vertrauensbasis. Für jede Aufführung des „Prinzen“ gibt es im Onlineshop der Theaterspinnerei zwei kostenlose Entdeckertickets: „Die einzige Voraussetzung ist, dass man zwischen 18 und 28 Jahre alt ist und noch nie eine Produktion der Theaterspinnerei besucht hat. Letzteres müssen wir den Leuten dann einfach glauben“, sagt Nüßle. So versucht er, junge Menschen für das Theater zu begeistern.
Am 30. Oktober um 20 Uhr kommt „Der kleine Prinz“ das erste Mal zurück auf die Frickenhäuser Bühne. Bis zum 19. Dezember folgen darauf noch elf weitere Aufführungen. Tickets, sowie weitere Informationen, gibt es im Onlineshop der Theaterspinnerei.
Frickenhausen | 20.10.2026 - 12:00
Erntegaben aus Kirche in Linsenhofen gestohlen? Pfarrer kann es kaum glauben
Sie wollten Menschen in Not helfen, doch ihre gesammelten Lebensmittel sind weg: Offenbar hat jemand einfach die Erntegaben aus der Linsenhofener Sankt-Georgs-Kirche mitgenommen. Die Kirchengemeinde ist bestürzt, die Polizei ermittelt.