NTZ+ Logo Neuffen

Warum dem Kneippbecken in Neuffen das Wasser ausgeht

Schon seit Wochen ist die Kneippanlage unterhalb der Viehweide in Neuffen gesperrt. Das sind die Gründe.

Wegen Wassermangels geschlossen: das Kneippbecken in Neuffen. Foto: Gerhard Einsele

NEUFFEN. „Es wäre natürlich schöner, wenn man mit dem Fahrrad vorbeikäme und man die Füße ins kalte Wasser strecken könnte“, sagt Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker. „Mir wäre es auch lieber, wir könnten Wasser in das Kneippbecken laufen lassen.“ Doch ihm seien die Hände gebunden. Die Kneippanlage unterhalb der Viehweide werde ausschließlich von einer Quelle gespeist. Die wiederum stelle die Trinkwasserversorgung der Bewohner der Viehweide sicher. Und nicht nur das: Auch ein Wasserbehälter für das Hilfskrankenhaus unter der Realschule werde durch die Quelle versorgt. Es sei zwar offiziell vom Bund stillgelegt, die Infrastruktur müsse aber trotzdem aufrechterhalten werden. „Das ist die Krux. Wenn das nicht wäre, könnte man das Wasser durchlaufen lassen“, erklärt der Rathauschef. Beim Bau der Kneippanlage habe man die Idee gehabt, die Quelle anzuzapfen. Die Interessen von Viehweide und Hilfskrankenhaus gingen aber in jedem Fall vor.

Die Quelle schüttet immer weniger

Neuffens Bauhofleiter Andreas Kiedaisch beobachtet schon seit Längerem, dass die Quelle immer weniger schüttet. Selbst wenn es regne, brauche es inzwischen eine gewisse Zeit, bis wieder Wasser im Tal ankomme. Das Phänomen trete auch an anderen Stellen auf: „Ich war am Wochenende in der Falkensteiner Höhle, sie ist immer noch komplett trocken.“

Als die Kneippanlage vor elf Jahren eingeweiht worden sei, habe es noch andere Schüttungen gegeben, so Andreas Kiedaisch. Die Viehwiede lasse lediglich den Überschuss durch. Da es in den vergangenen Wochen nicht viel geregnet habe, sei das Kneippbecken schon länger gesperrt. „Das war schon um Pfingsten herum“, meint Kiedaisch. Dieses Jahr habe er die Anlage nur einmal gefüllt. Möglich sei das gewesen, weil das Zwischenbecken – eine Art unterirdische Zisterne – nach dem Winter einmal voll gewesen sei. „Seither kam nichts mehr“, sagt der Bauhofleiter. Könne man das Kneippbecken nicht regelmäßig frisch befüllen, kippe das Wasser nach ein paar Tagen.

Publikum wäre da

Andreas Kiedaisch geht davon aus, dass es sich bei der Wasserknappheit um ein langfristigeres Problem handle. Wie Bäcker bedauert er, dass die Anlage nicht am Laufen gehalten werden könne. „Sie ist wunderschön gelegen, nur ein paar hundert Meter vom Wohnmobilstellplatz entfernt.“ Immer wieder kämen Nachfragen von Wohnmobilisten, Ortsansässigen und Besuchern von außerhalb, die das Becken gerne nutzen würden. „Publikum wäre da“, so der Bauhofleiter. Das Becken an die Trinkwasserversorgung anzuschließen sei indes nicht möglich, weil der notwendige Wasserdruck fehlen würde. „Die Wasserhäuser stehen auf der Seite vom Hohenneuffen.“

Zur Startseite