Landkreis Esslingen
So zufrieden sind die Menschen im Kreis Esslingen
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft vergleicht 10.817 Kommunen in Deutschland. Der Kreis Esslingen schneidet dabei gut ab: 33 von 44 Kommunen gelten als „sehr gut“. Nürtingen liegt auf Rang 139 – Plochingen ist bei der Mobilität sogar bundesweit Spitze.
LANDKREIS ESSLINGEN. Wie gut sind die Menschen vor Ort mit Ärzten, Schulen, Kitas, öffentlichem Verkehr, Freizeitangeboten und schnellem Internet versorgt? Dieser Frage geht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seiner Studie „Geographien der Unzufriedenheit – Daseinsvorsorge“ nach. Untersucht wurden 10.817 Städte und Gemeinden anhand von 17 Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitalisierung und Freizeit.
Für den Landkreis Esslingen fällt das Ergebnis ausgesprochen gut aus: 33 der 44 Kommunen erhalten die Einstufung „sehr gut“, neun sind „gut“, zwei „mittel“. An der Spitze steht Filderstadt auf Rang 56, gefolgt von Wendlingen auf Rang 68. Nürtingen erreicht Rang 139 und ist damit die drittbeste Kommune im Kreis.
Nürtingen besonders stark bei Freizeit
Nürtingen punktet vor allem bei der Freizeitversorgung. In dieser Kategorie liegt die Stadt bundesweit auf Rang 187. Bei Bildung erreicht sie Rang 793, bei Mobilität Rang 777 und bei Gesundheit Rang 1011. Ein deutlicher Ausreißer nach unten ist dagegen die Digitalisierung: Rang 4771.
Doch was steckt hinter diesen Zahlen? Bei der Mobilität betrachtet das IW mehrere Faktoren: die Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs beziehungsweise von Regionalbahnhöfen, die Zahl der Verbindungen, die Erreichbarkeit von Autobahnen und Flughäfen sowie die Qualität der Brücken.
Hier ist der Landkreis besonders stark: Plochingen liegt bundesweit auf Rang eins, Altbach auf Rang 27, Wernau auf Rang 93 und Owen auf Rang 148. Gleich vier Kommunen aus dem Kreis schaffen es damit unter die besten 150 Deutschlands.
Digitalisierung ist die Schwachstelle
Bei der Digitalisierung untersucht das IW die Mobilfunkversorgung und das schnelle Breitband. Beim Mobilfunk wird gezählt, wie viele Anbieter mindestens 4G anbieten. Beim Breitband fließt der Anteil der Haushalte ein, die über mindestens 100 Megabit pro Sekunde verfügen. Hier liegen viele Kommunen des Kreises deutlich weiter hinten. Nürtingen kommt auf Rang 4771, Filderstadt auf 4414. Auch Wernau (1264) und Altbach (1393) liegen bei der Digitalisierung deutlich schlechter als bei der Mobilität.
Weitere Spitzenwerte
Auch in anderen Bereichen gibt es bemerkenswerte Ergebnisse. Reichenbach erreicht bei der Bildung bundesweit Rang 105, Kirchheim bei der Gesundheit Rang 197. Neuffen kommt bei der Freizeit auf Rang 354. Interessant ist auch Owen: Bei der Mobilität liegt die Stadt auf Rang 148, bei der Gesundheit dagegen nur auf Rang 3232. Notzingen zeigt ein ähnliches Spannungsfeld: Bei der Gesundheit kommt die Gemeinde auf einen starken Rang 434, bei der Freizeit dagegen nur auf 6125.
Was wird außerdem bewertet?
Neben Mobilität und Digitalisierung betrachtet die Studie Gesundheit, Bildung und Freizeit. Bei der Gesundheit geht es unter anderem um Hausärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Pflegeeinrichtungen. Bei der Bildung werden Grundschulen, Gymnasien, weitere weiterführende Schulen und Kitas berücksichtigt. Zur Freizeit zählen Schwimmbäder, Theater und Museen.
Entscheidend ist dabei nicht allein, ob eine Einrichtung vorhanden ist. Das IW berechnet auch ihre Erreichbarkeit. Die verschiedenen Daten werden standardisiert und die fünf Bereiche anschließend gleich gewichtet zu einem Gesamtrang zusammengeführt.
Große Unterschiede im Kreis
Am unteren Ende der Landkreis-Rangliste steht Erkenbrechtsweiler. Die Gemeinde landet bundesweit auf Rang 6066 und wird als „mittel“ eingestuft. Ebenfalls „mittel“ ist Neidlingen mit Rang 4705.
Insgesamt zeigt die Studie damit ein durchaus unterschiedliches Bild: Bei der Mobilität gehört der Landkreis zur deutschen Spitze, bei der Digitalisierung gibt es dagegen deutlich mehr Luft nach oben. Auch bei Bildung und Gesundheit finden sich einzelne Kommunen mit sehr guten Platzierungen.
Auftraggeber der Studie ist das Unternehmen Philip Morris. Warum sich der Tabakkonzern für die Daseinsvorsorge und die politische Zufriedenheit in deutschen Kommunen interessiert, wird in der Studie selbst nicht näher erläutert.