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Wendig und umweltfreundlich: Holzernte mit Pferd im Kirchheimer Wald

Bodenschutzkonzept: Forstverwaltung setzt auf minimale Beeinträchtigung des Waldbodens. Die Maschine bleibt in der Rückegasse, den Rest übernehmen die Pferde Felix und Ikar.

Holzrücker Julian Sartorius ist mit seinem Pferd Felix derzeit im Kirchheimer Wald bei der Holzernte im Einsatz. Die beiden sind ein gut eingespieltes Team. Foto: Elke Rimmele-Mohl

KIRCHHEIM. Holzrücken mit nur einem PS ist nicht bloß ein historisches Arbeitsverfahren im Wald. Es ergänzt vielmehr das heute verfügbare Spektrum an Arbeitstechniken im Wald. Dies ist derzeit im Forstrevier Kirchheim zu sehen. Holzrücker Julian Sartorius aus Lichtenwald ist hier mit seinen beiden Kaltblutpferden Felix und Ikar im Einsatz. Ziel ist eine naturnahe und bodenschonende Waldbewirtschaftung.

Pferdeeinsatz nicht überall möglich

Wichtig ist es nach Angaben des Forstamtes, die Möglichkeiten und Grenzen eines Pferdeinsatzes zu kennen. Grundsätzlich eignen sich für den Pferdeeinsatz jüngere Wälder mit dünneren Bäumen in ebenen Lagen. Weil diese Bedingungen in dem bearbeiteten Kirchheimer Waldteil in idealer Weise erfüllt sind, hat sich Revierleiter Benjamin Fischer zum Pferdeeinsatz entschlossen. Das Tier bewegt sich geschickt um Hindernisse und Bäume herum. Durch seine Wendigkeit und Flexibilität werden verbleibende Bäume geschont. Dies funktioniert aber nur, wenn Mensch und Tier optimal aufeinander eingespielt sind.

Bodenschutz im Wald

Die Forstverwaltung verfügt über ein umfassendes Konzept zum Schutz des Bodens. Entscheidend ist, dass der Anteil des befahrenen Waldbodens so gering wie möglich ist. Deshalb werden Rückegassen im Abstand von 40 Metern festgelegt. Nur auf diesen Linien dürfen sich Maschinen bewegen. Typischerweise wird der Pferdeeinsatz mit dem Einsatz einer Vollerntemaschine kombiniert. Das Pferd transportiert dann die gefällten Bäume aus der Tiefe des Waldes bis zur Kranreichweite der Maschine, die auf der Rückegasse steht.

Felix ist ein erfahrener Waldarbeiter

Pferd Felix ist 15 Jahre alt und wird von seinem Besitzer regelmäßig zur Waldarbeit eingespannt. Die zwei sind ein optimal eingespieltes Team. Felix reagiert auf feinste Kommandos. Dazu war jahrelanges Training notwendig. Der Belgische Kaltblüter kann auf Dauer bis zu 20 Prozent seines eigenen Körpergewichtes ziehen, das können bis zu 200 Kilogramm oder ein Holzstamm mit maximal 0,5 Kubikmeter Holzmasse sein. Nach vier Stunden wird das Pferd gewechselt. Der Pferdeführer aber arbeitet durch. An ihn sind die Anforderungen hoch: Die Arbeit erfordert hohe Konzentration, Kraft, Geschick und Ausdauer.

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