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VVS befürchtet teurere Tickets im Kreis Esslingen

Halbjahresbilanz des Verkehrsverbundes zeigt Beliebtheit des Deutschlandtickets.

Der VVS möchte sein Angebot erhalten. Foto: Dirk Kittelberger

LANDKREIS ESSLINGEN. Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) blickt auf ein gutes erstes Halbjahr 2025 zurück. Bis Ende Juni liegt das Fahrgastaufkommen mit 168,2 Millionen Fahrten nahezu auf dem Niveau von 2024 mit 168,7 Millionen, was einen Rückgang von 0,3 Prozent bedeutet.

„Das Deutschland-Ticket, das im Mai 2023 eingeführt wurde, hat dafür gesorgt, dass die Fahrgastzahlen im Jahr 2024 kontinuierlich gestiegen sind. Die Preiserhöhung auf 58 Euro zum 1. Januar 2025 hat zu einem erwartbaren Dämpfer geführt“, berichtet VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt. „Hieran hat sicherlich auch die herausfordernde Baustellensituation im Eisenbahnverkehr einen Anteil.“

Nach dem neuen Rekord mit 574.000 Abos im vergangenen Jahr ist die Zahl der Abonnenten Anfang des Jahres zurückgegangen. „Mit dieser Entwicklung hatten wir aufgrund der bundesweiten Preiserhöhung um 9 Euro gerechnet“, äußert sich VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian. Ende Juni zählte der VVS mit knapp 550.000 Abos und Zeitkarten jedoch wieder so viele Abos wie vor einem Jahr. Im Vergleich zu Jahresbeginn stiegen die Zahlen um rund 23.000, was einem Plus von 4,2 Prozent entspricht. Immer weniger genutzt werden Wochen- und Monatstickets. Nur noch 6400 Fahrgäste halten an den bisherigen Angeboten fest. Das ist ein Rückgang von knapp 14 Prozent.

Preiserhöhung sorgt für einen Dämpfer

Am häufigsten sind die Menschen im VVS mit dem allgemeinen D-Ticket unterwegs. Gut 42 Prozent nutzen das Angebot für 58 Euro pro Monat. Schüler und Auszubildende, die das D-Ticket JugendBW haben, machen 36 Prozent der Abonnenten aus.

„Die jüngsten Beschlüsse des Bundeskabinetts über drei Milliarden Euro zur Finanzierung des Deutschlandtickets im Jahr 2026 reichen nicht aus, um die bestehenden Verkehre im kommenden Jahr zu finanzieren. Bleibt es bei diesen drei Milliarden Euro, wäre eine erneute, spürbare Preiserhöhung für das Deutschland-Ticket unumgänglich. Darüber hinaus fehlt noch immer eine klare politische Vereinbarung zur langfristigen Finanzierung“, sagt Jan Neidhardt.

„Weil weiterhin Geld fehlt, reicht es nicht, auf ein erfolgreiches Ticket zu setzen und gleichzeitig strukturell unterfinanzierte kommunale Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen mit den Risiken allein zu lassen. Bund und Länder müssen jetzt für Planungssicherheit sorgen“, betont Cornelia Christian.

Rekord beim Jobticket-Abo

„Das D-Ticket hat auch dafür gesorgt, dass das Job-Ticket öfter gekauft wird. Knapp 120.000 Menschen fahren nun mit dem rabattierten Ticket, so viele wie nie zuvor und rund neun Prozent mehr als im Vorjahr“, so Jan Neidhardt.

„Wir sind bestrebt, das Netz der Unternehmen, die für ihre Mitarbeitenden das Job-Ticket anbieten, weiter auszubauen“, erklärt Cornelia Christian. Seit der Einführung des Deutschland-Tickets ist die Zahl der Jobticket-Abos um 64 Prozent gestiegen.

Im VVS fahren so viele Kinder und Jugendliche mit dem Jugend-Ticket wie nie. Die Zahl der D-Ticket-Jugend-BW-Abos ist auf knapp 200.000 gestiegen. Das sind noch einmal sechs Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Start des günstigen 365-Euro-Jugendangebots ist die Zahl der Abonnenten um knapp ein Drittel gestiegen.

Weiterhin Herausforderungen im ÖPNV rund um Stuttgart

Auch wenn die Fahrgastzahlen erfreulich sind, steht der ÖPNV im Raum Stuttgart weiterhin vor großen Herausforderungen. Das Angebot soll trotz steigender Betriebskosten und hoher Investitionen in moderne Infrastruktur gesichert werden. „Die Finanzierung des ÖPNV wird für die öffentliche Hand immer anspruchsvoller. Wir müssen das bestehende Angebot sichern und gleichzeitig in die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit unseres Verkehrssystems investieren – beides ist unverzichtbar“, betont Jan Neidhardt.

Um dem steigenden Bedarf an Busfahrern in der Region zu begegnen, geht der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) neue Wege. Vor kurzem ist das neue VVS-Job-Portal für Busfahrer online gegangen. Ziel ist es, potenziellen Bewerbern einen einfachen Zugang zu Informationen über den Beruf, die Rahmenbedingungen und die Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet zu bieten. Bereits heute sind bundesweit 60.000 bis 80.000 Stellen unbesetzt.

Mit dem D-Ticket nach Frankreich

Junge Menschen aus Baden-Württemberg können bis zum Ende August mit ihrem Ticket kostenlos den Nahverkehr im angrenzenden Frankreich nutzen. Wer ein D-Ticket-Jugend-BW hat und in Baden-Württemberg wohnt, kann die ganze Region Grand Est zwischen Stuttgart, Straßburg, Reims und Paris entdecken.

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