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Schwanen-Garten Neckartailfingen: Von der Notlösung zum Dauerbrenner

Schwanen-Chef Jochen Heilemann blickt auf die noch junge Geschichte des Biergartens zurück und erzählt im NZ-Gespräch über die großen Zukunftspläne für Restaurant und Biergarten.

Jochen Heilemann in seinem Schwanen-Garten in Neckartailfingen. Foto: Ralf Just

NECKARTAILFINGEN. „Die Gastronomie-Branche ist eigentlich gut durch die Coronazeit gekommen.“ Die Aussage von Restaurantchef Jochen Heilemann überrascht zunächst. „Während der Pandemie haben Gastronomen viele Hilfen bekommen“, führt er weiter aus. „Schwierig wurde es erst, als die Restaurants wieder öffnen durften, aber niemand kam.“ Der Inhaber des Restaurants Schwanen in Neckartailfingen erinnert sich noch gut an diese Zeit, in der es keine finanziellen Coronahilfen mehr gab und die Umsätze nicht flossen. Genau in dieser Zeit wurde die Idee für den Schwanen-Garten geboren.

„Ich bin auf die Gemeinde mit dem Vorschlag für einen Biergarten zugegangen. Ich habe angeboten, das Zepter in die Hand zu nehmen, jedoch wollte zu diesem Zeitpunkt kein anderer örtlicher Gastronom mitmachen oder hatte nicht die Kapazität dafür“, sagt Heilemann. „Dass der Biergarten so gut laufen würde, hätte damals niemand gedacht“, sagt er lächelnd.

Schwanen-Garten eröffnete vor fünf Jahren

2020 eröffnete der Biergarten gleich neben dem Neckar. „Ich war überwältigt, wie dankbar die Leute waren. Vor allem in den ersten zwei, drei Jahren.“ Für die Gemeinde ist der Schwanen-Garten schnell mehr gewesen als ein Ort, an dem man kühle Getränke und schwäbische Speisen bekommt. „Es ist ein Ort der sozialen Zusammenkunft“, sagt Heilemann. „Man kann alleine herkommen und trifft immer jemanden, den man kennt. Oder man setzt sich an einen Tisch und lernt neue Leute kennen.“

640 Plätze bietet der Biergarten. „Abends ist jeder Tisch besetzt“, freut sich Heilemann über den Zuspruch. Schon lange kommen die Besucher nicht nur aus Neckartailfingen. Radler aus der ganzen Region machen Halt in der Neckarstraße.

Zwischen 40.000 und 50.000 Besucher pro Saison

Mit der Zeit wurde das Angebot im Biergarten stetig erweitert. Seit vergangenem Jahr steht ein Eiswagen auf dem Gelände, in dem Lautertal-Eis verkauft wird. Für die kleinen Besucher gibt es ein Karussell. Zwischen 40.000 und 50.000 Besucher kommen jeden Sommer, schätzt Heilemann. „Vielleicht sogar mehr.“ Dass der Biergarten von vornherein nur als Interimslösung gedacht war, scheint fast schon in Vergessenheit geraten zu sein. Um von Mai bis Ende September öffnen zu dürfen, muss jedes Jahr beim Landratsamt eine neue Genehmigung beantragt werden. Der Betrieb ist umständlich, Strom- und Wasseranschlüsse müssen jedes Mal neu gelegt werden. Doch dass der Biergarten irgendwann wieder ganz verschwindet, sei nie eine Option gewesen. „Es war relativ schnell klar, dass der Biergarten bleiben muss.“

Sanierungsstau im Schwanen-Restaurant

Restaurant und Biergarten betreibt Heilemann abwechselnd. In den Frühlings- und Sommermonaten ist der Schwanen-Garten geöffnet, ab Herbst empfängt dann das Restaurant Schwanen wieder Gäste. Doch nun sei es nicht mehr wirtschaftlich, das Schwanen-Restaurant in seiner jetzigen Form weiterzubetreiben. „Den Schwanen haben wir 2010 gekauft und 2015 viel in die Küche investiert. Aber mittlerweile gibt es einen großen Sanierungsstau.“ An dem Gebäude müsse zu viel gemacht werden. Doch alles, was er investiert, muss in nur sieben Monaten, in denen der Schwanen geöffnet hat, wieder erwirtschaftet werden.

Deshalb plant Heilemann, das Restaurant mit dem Biergarten zu verbinden und so einen ganzjährigen Betrieb zu ermöglichen. Gleich neben dem Biergarten – wo sich aktuell Parkplätze befinden – soll ein neues Restaurant entstehen. Der Gemeinderat gab jüngst grünes Licht, um die Planungen voranzutreiben. „Wir sind aber noch ganz am Anfang“, betont Heilemann. Bebauungsplan, Baugenehmigung und vieles mehr müsse geklärt werden, bis es an die Umsetzung gehen kann.

Neuer Schwanen soll großen Festsaal bekommen

So viel könne er schon verraten: Mitinvestor Josef Oswald und er wünschen sich ein zweistöckiges Gebäude. Auf zwei Dritteln des oberen Stockwerks soll ein Festsaal entstehen, daneben soll es eine Dachterrasse geben. Im Erdgeschoss werde sich das Restaurant befinden, das nicht viel größer werden soll, als der aktuelle Schwanen, so die Vorstellung von Heilemann. Optisch soll sich das Restaurant an die Stadthalle anpassen: Flachdach und dunkle Verkleidung.

Schwanen-Garten soll sein Flair behalten

Was bedeuten die Pläne für den Biergarten? „Grundsätzlich wird sich nicht viel verändern“, sagt Heilemann. „Vielleicht werden wir den Biergarten etwas perfektionieren.“ Wichtig ist für den Gastronomen: „Dieses Flair, das Ungezwungene, muss beibehalten werden. Niemand wird weggeschickt, wenn er sich einfach dazusetzt und auch mal ein paar Stunden nichts bestellt.“

Schwanen-Foodtruck startet im Oktober

Wann es an die Umsetzung der Pläne geht, könne er zu dieser frühen Phase noch nicht sagen. „Alleine mit der Planung werden wir bestimmt noch ein Jahr beschäftigt sein.“ Das nächste Projekt von Heilemann steht indes schon in den Startlöchern. Ab Oktober wird die Schwanen-Manufaktur mit einem Foodtruck in der Region unterwegs sein. Die schwäbischen Spezialitäten, die es seit einiger Zeit auch schon aus dem Automaten gibt, kommen dann auf Rädern zu den Kunden.

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