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Neuer Esslinger Landrat Marcel Musolf vereidigt

Regierungspräsidentin Susanne Bay setzte Marcel Musolf offiziell in sein Amt ein.

Regierungspräsidentin Susanne Bay (links) vereidigte den neuen Landrat Marcel Musolf in sein Amt, der sich nochmals vor dem Kreistag für das in ihn gesetzte Vertrauen bedankte. Foto: Ines Rudel

LANDKREIS ESSLINGEN. Seit 1. Oktober steht Marcel Musolf an der Spitze des Landkreises Esslingen. In der Sitzung des Kreistags am Donnerstagnachmittag wurde er nun von Regierungspräsidentin Susanne Bay offiziell in seinem Amt vereidigt. Der 39-Jährige wurde Ende Juli mit 53 von 93 Stimmen bereits im ersten Wahlgang vom Kreistag als Nachfolger von Heinz Eininger gewählt, der in den Ruhestand wechselte.

Jüngster Landrat in Baden-Württemberg

Angelehnt an die Karriere des ehemaligen Nationalmannschafts-Fechters sagte die Regierungspräsidentin: „Mit Ihrer Wahl haben Sie den ersten Treffer gelandet, nun stehen Sie jedoch erst sozusagen am Anfang des Gefechts beziehungsweise der großen Aufgaben.“ Diese seien ihm jedoch nicht fremd, sei er doch 2011 in Bissingen zum damals jüngsten Bürgermeister in Baden-Württemberg gewählt worden und trete jetzt wiederum als jüngster Landrat sein Amt an.

Ein Wechsel an der Spitze des Kreises nach 24 Jahren außerordentlich erfolgreichen Wirkens seines Vorgängers stelle eine Zäsur dar. Es gelte, eigene Schwerpunkte zu setzen, große Herausforderungen anzugehen und gemeinsam mit dem Kreistag Chancen zu erkennen. Als Beispiele nannte Bay den Klimawandel, den Strukturwandel in der Wirtschaft und die Bewältigung weiterer Krisen.

Als Erstes stehe unmittelbar nach der Vereidigung die Einbringung des Haushalts für das kommende Jahr auf der Tagesordnung. Dabei wisse Musolf als ehemaliger Leistungssportler, dass es nicht nur auf die einzelnen Fähigkeiten ankomme, sondern auch darum, die Gesamtsituation strategisch zu lesen und das eigene Agieren entsprechend auszurichten. Als Landrat bedarf es sowohl fachlicher Kompetenz als auch einer klugen Strategie, als Manager, als Verwalter, als Gestalter und als Repräsentant. Dabei stehe er nicht alleine. Zusammen mit dem Kreistag, den Kommunen, Vereinen, der Wirtschaft und der Bürgerschaft könne er den Landkreis gestalten.

Die Demokratie verteidigt

Bei allen mitunter auch kontroversen Diskussionen gehe es dabei um Respekt für die Position der anderen in Verantwortung um das große Ganze. Der neue Landrat habe in seiner Bewerbungsrede ausdrücklich die Demokratie und das, was sie ausmacht, gegen Untergrabungen verteidigt. Susanne Bay wandte sich in diesem Zusammenhang gegen „Untergangsszenarien und dass im Staat nichts mehr funktioniert“. Stattdessen brauche es eine offene und ehrliche Debatte über Unstimmigkeiten und wo man sich neu ausrichten müsse. Dabei spielten Vertreter des Staates, also auch ein Landrat, eine gewichtige Rolle.

Die Regierungspräsidentin wünschte Musolf eine glückliche Hand. Als Rechtsaufsichtsbehörde werde sie mit ihrer Mitarbeiterschaft Musolf wenn nötig kritisch, viel lieber aber beratend und ermöglichend zur Seite stehen.

Loyalität und Unterstützung sicherte im Namen der Belegschaft des Landratsamts die Erste Landesbeamtin und Landrats-Stellvertreterin Marion Leuze-Mohr zu: „Wir sind an Ihrer Seite, im Team gelingt vieles besser.“ Sie wünschte Musolf „viel Tatkraft, aber auch die eine oder andere Auszeit“ trotz vollem Terminkalender.

Musolf will ein nahbarer Landrat sein

Marcel Musolf versicherte, dass ihm viel an zufriedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und an einem kooperativen Arbeiten liege. Er wolle das Amt mit Demut und Dankbarkeit für das ihm geschenkte Vertrauen, aber auch mit großer Zielstrebigkeit angehen. Heinz Eininger dankte er für „die vorbildliche Übergabe und Einführung“ in die Amtsgeschäfte. An den Kreistag gewandt warb er für eine „nachhaltige Gestaltung und Entwicklung im Miteinander“, um die Herausforderungen wie Klimaschutz, Transformation der Wirtschaft und soziale Sicherheit zu meistern. Dabei gelte es auch, die kommunalen Kooperationen aufzunehmen und zu stärken, aber auch gegenüber dem Land berechtigte Forderungen zu erheben. Ihm sei es wichtig, Demokratie erfahrbar und erlebbar zu machen, vor allem auch für junge Leute. Deshalb wolle er für die Menschen im Landkreis ein nahbarer und unparteiischer Landrat sein.

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