Beuren
Moderne Technik macht Maislabyrinth 2.0 am Haldenhof in Beuren möglich
Traktoren, die mit GPS gesteuert werden, gehören zum Alltag vieler Landwirte. Die Schlepper können auch mit der Sämaschine gekoppelt werden. Anja und Bernd Schnerring haben das System nun für eine ganz andere Idee genutzt.
BEUREN. Ist da etwas schiefgelaufen? Der eine oder andere Spaziergänger habe diese Vermutung über das Maisfeld unweit des Haldenhofs schon geäußert, sagt Anja Schnerring. Die Landwirtin und ihr Bruder Bernd müssen grinsen. Es ist natürlich Absicht. Und wenn Vater Martin Schnerring den Besucher mit dem Radlader ein wenig in die Höhe hievt, dann erkennt man sofort, dass da einige Wege durchs Maisfeld führen. Es ist sogar ein richtiges Muster zu erkennen.
Auch Dünger kann viel punktgenauer eingesetzt werden
Gut, ein Maislabyrinth gibt es gar nicht so selten. Interessant ist aber vielmehr, wie die Wege zwischen den Pflanzen entstanden sind. Das hat der Einsatz modernster Technik möglich gemacht. Bernd Schnerring kümmert sich als geprüfte Fachkraft für Agrarservice und staatlich geprüfter Landwirtschaftstechniker um den Fuhrpark auf dem Haldenhof. Zwei Schlepper sind mittlerweile auf dem Hof mit GPS, also ein globales Positionsbestimmungssystem, ausgestattet und ermöglichen damit ein zentimetergenaues Fahren über die Felder. Damit dies funktioniert, ist aber auch noch ein sogenanntes Korrektursignal nötig, das über das Handynetz übertragen wird, um eine hohe Genauigkeit zu erreichen. Die Sämaschine ist mit dem Traktor quasi gekoppelt. Das Gerät habe sich relativ leicht umrüsten lassen, sagt Bernd Schnerring und ergänzt: „Da war nur eine Freischaltung nötig.“ Das sogenannte Isobus-System ermöglicht den Daten- und Informationsaustausch zwischen Maschine und Traktor. Durch das digitale Assistenzsystem Section Control lassen sich dann zum Beispiel einzelne Saatkästen der Sämaschine aus- und anschalten. „Bei unserer Maschine sind es acht, die jeweils einen Abstand von 37,5 Zentimeter haben“, erklärt Bernd Schnerring.
Die Technik macht es nun möglich, dass Überlappungen beim Säen vermieden und die Abstände eingehalten werden, vor allem wenn es um klein strukturierte Flächen wie in Beuren und Umgebung gehe. „Das spart Saatgut und wir haben bessere Ergebnisse“, sagt Bernd Schneering. Auch Pflanzenschutz und Dünger könne viel genauer eingesetzt werden. Zwar müsse man etwas langsamer fahren: „Aber das fällt kaum ins Gewicht“, ergänzt der Landwirtschaftstechniker. Bei dem einen Schlepper mit GPS-Empfang liege die Abweichung zwischen ein und zwei Zentimetern, bei dem anderen bei zehn Zentimetern.
Das Maislabyrinth als „I-Tüpfele“
Wenn Bernd Schnerring in der Kabine seines Traktors sitzt, kann er auf dem Monitor genau verfolgen, wann die einzelnen Saatkästen aus- und eingeschaltet werden. Er und seine Schwester hatten aber noch eine ganz andere Idee. Ließe sich mit der modernen Technik nicht sogar, ohne großen Aufwand, ein Maislabyrinth anlegen? Schließlich ist die Anlage eines solchen Labyrinths mit Rasenmäher und von Hand mit viel Arbeit verbunden. Bernd Schneering hat schließlich eine grobe Zeichnung mit dem gewünschten Muster erstellt. Daraus hat er dann ein Programm anfertigen lassen, dass dann via USB-Stick in das GPS-System eingespeist wurde. Die Sämaschine ließ dann immer dort, wo im Programm ein Hindernis hinterlegt war, kein Samenkorn fallen beziehungsweise schaltete entsprechend Saatkästen aus. So sollten dann die Wege entstehen „Das war unser erster Versuch und quasi das I-Tüpfele“, sagt Bernd Schneering. Anja Schneering ergänzt: „Wir waren natürlich gespannt, was daraus wird.“
Maislabyrinth soll in ein bis zwei Wochen öffnen
Mittlerweile ist klar, der Versuch ist gelungen. Nun sollen die Maipflanzen noch ein wenig in die Höhe wachsen. In ein bis zwei Wochen will man das Labyrinth für Besucher freigeben und am Eingang eine Selbstzahlerkasse aufstellen. Den Schwierigkeitsgrad hat man bewusst einfach gewählt, sagt Bernd Schnerring. Das Maislabyrinth soll laut Anja Schneering in den Sommerferien bis Mitte September Bestand haben. Dann wird der Mais geerntet. Für Bernd Schneering ist die Technik aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, auch wenn es etwas gedauert habe, bis alles eingestellt gewesen sei.
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