NTZ+ Logo Beuren

Kleinschwimmhalle in Beuren darf offen bleiben

Ein Gutachter hatte Schadstoffe im 70er-Jahre-Bauwerk entdeckt. „Wir haben Glück gehabt“, sagt Bürgermeister Daniel Gluiber. Was bedeutet das für die Sanierungspläne?

Training der DLRG-Ortsgruppe Neuffen/Beuren in der Kleinschwimmhalle in Beuren. Foto: Kai Müller

BEUREN. Es sind keine guten Nachrichten, die Bürgermeister Daniel Gluiber in der jüngsten Sitzung des Beurener Gemeinderats verkündet hat. Und doch hat die Gemeinde sogar noch Glück gehabt. Das klingt nach einem Widerspruch, ist aber keiner. Die Verwaltung ist gerade dabei, die Sanierung der in die Jahre gekommenen Kleinschwimmhalle vorzubereiten. In dessen Zuge sei auch ein Schadstoffgutachten in Auftrag gegeben worden, wie Gluiber den Gemeinderäten erzählte. Er ergänzte: „Es wurde auch etwas gefunden.“ Nicht ungewöhnlich für ein Bauwerk, das Anfang der 70er-Jahre entstanden ist, als noch Asbest beim Bau verwendet wurde. „Wir hatten Glück“, sagte Gluiber. Denn die Schadstoffe sind im Bauwerk gebunden, beispielsweise in den Abdichtungen der Fenster und Fliesen. „In der Luft gibt es keine Schadstoffe. Die Werte sind in Ordnung“, ergänzt Gluiber einen Tag nach der Sitzung. Dem Rathauschef ist da ein Stein von den Schultern gefallen: „Sonst hätten wir die Kleinschwimmhalle sofort komplett sperren müssen.“

Zeitplan rutscht etwas nach hinten

Die Schadstoffsanierung kommt freilich noch obendrauf auf die Sanierungskosten. Gluiber rechnet mit 200.000 Euro, die bislang nicht eingepreist waren. Auch der Zeitplan rutscht damit etwas nach hinten, denn für das Entfernen der Schadstoffe seien rund zwölf Wochen veranschlagt. Geklärt werden müsse zuvor, wie das mit dem ehrenamtlichen Engagement in Einklang zu bringen ist. Um Kosten zu sparen, wollen Helfer beim Ausräumen des Gebäudes unterstützen. Der Förderverein Schwimmhalle Neuffener Tal habe schon eine Liste der Arbeiten geschickt, bei denen man sich tatkräftig beteiligen könne, sagt Gluiber und ergänzt: „Da muss jetzt natürlich genau geklärt werden, was sie tun dürfen und was nicht.“ Nach den Weihnachtsferien soll mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. „Das Bad ist ab dem 7. Januar geschlossen“, sagt Gluiber.

Gemeinderat hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht

Die Sanierung der Kleinschwimmhalle war eine jahrelange Hängepartie. Lange Zeit sah es so aus, als könnte trotz einer Drei-Millionen-Euro-Förderung des Bundes und des außergewöhnlichen Engagements des Fördervereins, der mehr als 300.000 Euro an Spenden sammelte, keine Lösung gefunden werden. Der gordische Knoten wurde in der April-Sitzung zerschlagen. Zuvor hatte ein Planer-Team die Kosten für einen Bestand auf rund 4,8 Millionen Euro beziffert. Sodass die Gemeinde Beuren nach Abzug der Bundesförderung und der Spenden noch 1,5 Millionen Euro aufbringen muss. Gleichzeitig fehlt aber noch eine Lösung für die Betriebskosten. Jährlich entsteht laut Berechnungen ein Defizit in Höhe von 343.000 Euro. Rückenwind für die Entscheidung hatte es auch von der Bürgerschaft gegeben. Die Bürgerinnen und Bürger konnten im Vorfeld der Sitzung Stellung zum Bauvorhaben beziehen. DLRG und Förderverein hatten Ende März an Bürgermeister Daniel Gluiber 1203 Unterschriften aus Beuren und 101 aus den umliegenden Gemeinden übergeben. Die Gemeinderäte waren sich im April aber durchaus bewusst, dass ihre Entscheidung für eine im Vergleich wenig finanzstarke Gemeinde wie Beuren in der Zukunft mit Einschnitten in anderen Bereichen oder gar der Erhöhung von Steuerabgaben verbunden sein könnte.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte Gluiber auch darauf verwiesen, dass ein Architekturbüro beauftragt worden sei, das sich um das Vergabeverfahren für die Generalsanierung der Kleinschwimmhalle kümmert.

Zur Startseite