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Friseurmeisterin aus Owen geht bei der WM in London auf Titeljagd

Jasmin Weinmann ist Mitglied des Deutschen Nationalteams der Friseure und wurde zusammen mit 24 Kolleginnen und Kollegen für den Wettbewerb in England nominiert.

Die Coloration ist ein besonderes Steckenpferd von Friseurmeisterin Jasmin Weinmann. Bei der Weltmeisterschaft in London kann sie ihr Können unter Beweis stellen, wie hier bei der Abmattierung des Gelbstichs bei ihrer Mutter Tanja Schweizer. Foto: Katja Eisenhardt

OWEN. Jasmin Weinmann ist seit 2019 Chefin ihres eigenen Friseursalons „Die Haarkammer“ in Owen. Mit 18 Jahren hatte die heute 31-Jährige ihren Meistertitel in der Tasche. Zum Beruf kam sie über kurze Umwege: „Ich habe den Hauptschulabschluss gemacht und dann über Praktika versucht herauszufinden, welcher Beruf zu mir passt. Mir war klar, ich muss unter Menschen, und ich war schon immer kreativ. Zuerst habe ich ein Praktikum in einer Zahnarztpraxis gemacht, dann beim Friseur und dabei bin ich geblieben“, erzählt Jasmin Weinmann von den Anfängen. Nach der Lehre machte sie erst ihre Mittlere Reife, besuchte dann die Meisterschule und wurde mit 18 Jahren Jungmeisterin.

„Ich habe anschließend die Fachhochschulreife drangehängt und dann erst mal als Angestellte gearbeitet und Berufserfahrung gesammelt. Mit 25 Jahren habe ich mich schließlich in Owen selbstständig gemacht“, schildert Weinmann ihren persönlichen Werdegang. Ihre Mutter Tanja Schweizer unterstützt sie in der Buchhaltung. „Das will ich nicht missen“, sagt die Tochter, die in einem Haushalt von Selbstständigen aufgewachsen und so auch in die eigene berufliche Selbstständigkeit hineingewachsen ist.

Am Puls der Zeit bleiben

„Man muss sich in meinem Beruf stetig weiterbilden und darf nicht stehen bleiben“, betont Jasmin Weinmann, die sich selbst als ehrgeizigen Menschen bezeichnet, der „zwar den Salon auf dem Land hat, aber trotzdem oben mitspielen will“. Dieses Jahr hat die 31-Jährige ihr Ticket zur Friseur-Weltmeisterschaft Mitte Oktober in London gelöst. Gemeinsam mit 24 weiteren Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland vertritt sie die Bundesrepublik im Nationalteam bei der WM. Es ist Jasmin Weinmanns erste Reise nach London überhaupt, die Beantragung des Reisepasses steht dafür aktuell ganz oben auf der To-do-Liste.

Ins deutsche Nationalteam kam sie dank ihres Sieges in der Kategorie „Coloration“ unter rund 120 Teilnehmenden beim diesjährigen Sharpest Award der Deutschen Friseurakademie in Ulm. Für die Owener Friseurmeisterin eine große Sache, auf die sie zu Recht stolz ist. „Die WM-Teilnahme ist natürlich das Nonplusultra, da hat sich die ganze Mühe die vielen Jahre über, das Dranbleiben, wirklich ausgezahlt“, freut sich die 31-Jährige.

Nach dem ersten Platz beim Ulmer Wettbewerb sei die Präsidentin Fiol Thormann von CAT Deutschland auf sie zugekommen, erzählt Jasmin Weinmann. CAT steht für „Artistic Confederation and Technique of Coiffure“ (Verband der Künste und Techniken der Friseure) und ist der älteste aktive Friseurverband des Landes. Gegründet wurde er als Teil des Weltverbands CMC World. „CAT wählt aus, wer ins Nationalteam kommt“, erklärt Jasmin Weinmann. Dabei sein zu dürfen, sei eine große Ehre. Um möglichst lange im Team zu bleiben, müsse man sich immer wieder neu beweisen.

In London zählt die Teamarbeit

Doch nun gilt es erst einmal, sich auf die Weltmeisterschaft im Oktober in der britischen Metropole vorzubereiten. „Bis dahin gibt es für das Nationalteam immer wieder Trainings. Bei der WM selbst zählen zum Endergebnis alle Punkte, die die Teammitglieder in ihren jeweiligen Kategorien sammeln“, schildert Jasmin Weinmann das Prozedere, bei dem der Teamgedanke klar im Vordergrund stehe. „Gemeinsam den Titel zu holen, wäre natürlich das Ziel“, zeigt sich die 31-Jährige hoch motiviert. „Bei der WM muss ich einen Haarschnitt und eine Coloration zeigen. Dafür nehme ich einen Puppenkopf mit nach London. Für den Schnitt habe ich 40 Minuten Zeit. Die Farbe muss dann auch passend darauf abgestimmt werden. Bei beidem ist Kreativität gefragt“, so die Friseurmeisterin. Zudem müsse der Puppenkopf noch so angezogen werden, dass es am Ende ein stimmiges Gesamtbild gebe.

Die Friseur-Puppenköpfe haben Ziegenhaar. Das eigne sich von seiner Beschaffenheit her besonders gut, sagt die Expertin: „Die Ähnlichkeit zum menschlichen Haar ist beim Ziegenhaar groß.“ Spannend findet Jasmin Weinmann den Vergleich mit anderen Nationen bei der WM. „Man bekommt einfach auch einen Einblick in die aktuellen Trends und Techniken der anderen Länder. Jeder Friseur und jede Friseurin hat seine und ihre eigene Handschrift. Da nimmt man unheimlich viel für sich selbst und das eigene Arbeiten mit“, ist sie überzeugt. Erst kürzlich habe sie eine Schulung in Mailand besucht, erzählt die 31-Jährige, neben den neuen Eindrücken sei das immer gut, um aus dem Alltagstrott mal herauszukommen.

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