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Fildertafel und Gesundheitskonferenz Esslingen: Was tun gegen Hitze?

Hohe Temperaturen sind für Menschen mit geringem Einkommen oft ein großes Problem. Warum die Fildertafel mit der kommunalen Gesundheitskonferenz Esslingen auf Hitzeprävention aufmerksam macht und worauf man achten muss.

Am Tag der Veranstaltung waren die Temperaturen angenehm: die Veranstalter vom Kreisdiakonieverband und die Vertreter der kommunalen Gesundheitskonferenz Esslingen vor dem Aktionsstand. Foto: Valentin Keefer

LANDKREIS ESSLINGEN. Sonnencreme, ein fescher Sonnenhut und viel Trinkwasser gehören bei den meisten Menschen, die sich gegen Hitze zu helfen wissen, zur Grundausstattung. Ebendiese Hilfsmittel wurden am Dienstag zusammen mit einigen Informationsbroschüren von der Fildertafel in Filderstadt-Bernhausen an hilfsbedürftige Menschen verteilt, selbstredend kostenlos. Im Zuge des Netzwerktreffens „Hitze und Gesundheit“ der kommunalen Gesundheitskonferenz Esslingen fand die Veranstaltung statt. Bei dieser sollten besonders Menschen in prekären Lebenslagen oder mit gesundheitlicher Vorbelastung angesprochen werden. Deshalb war der Informationsstand auch während der normalen Öffnungszeiten der Fildertafel besetzt. „Unser Ziel ist es, wirklich mit den Leuten ins Gespräch zu kommen“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbandes Esslingen, Tanja Herbrik, am Mittag der Veranstaltung. „Bis jetzt wurde es auch sehr gut angenommen“. Um auch wirklich alle integrieren zu können, wurde das Infomaterial in verschiedenen Sprachen ausgegeben. Des Weiteren besuchte Landrat Marcel Musolf die Fildertafel, um mit Leuten zu sprechen.

Die „Kühle-Orte-Karte“

Mit einem Stand auf dem Wochenmarkt begann im Herbst 2023 in Kirchheim das Projekt der „Kühlen-Orte-Karte“. Die Besucher des Wochenmarkts wurden gezielt nach kühlen Orten gefragt. Idealerweise wären diese für die Öffentlichkeit zugänglich und würden einen Zugang zu Trinkwasser bieten. Die genannten Orte wurden analog auf einer Karte markiert, überprüft und später dann digitalisiert. Wichtig sei des Weiteren gewesen, dass keiner der auf der Karte markierten Orte kommerziellen Hintergrund haben dürfe. Nur so könne man die Zugänglichkeit für alle gesellschaftlichen Gruppen gewährleisten. Besonders Kirchen sind auf der Karte gefragt. „Kirchen bekommen einen neuen Sinn, sie sind öffentlich zugänglich und bieten Raum für viele Menschen“, erklärt der Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Projekte der Diakonie, Andreas Caspar. Das mache die Gotteshäuser bei hohen Temperaturen zu einer Anlaufstelle für alle Menschen.

Angesprochen wurden Menschen mit geringem EInkommen

Besonders Menschen mit finanziellen Problemen, geringem Einkommen oder gesundheitlichen Vorbelastungen sind auf die Arbeit der Tafel angewiesen. So wurde hauptsächlich diese Gesellschaftsgruppe bei der Infoveranstaltung angesprochen: Hitze sei besonders für unter Armut Leidende eine Herausforderung. Sie könnten sich zum Beispiel nicht aussuchen, wo sie wohnen, veranschaulicht Caspar. Sie sind häufig in Dachgeschosswohnungen oder in Containern untergebracht und haben nicht die finanziellen Mittel für klimatische Kühlung. Besonders deswegen sei die „Kühle-Orte-Karte“ sehr hilfreich. Der kommunalen Gesundheitskonferenz war des Weiteren die Prävention und Sensibilisierung für die Gefahren von Hitze wichtig. „Menschen mit wenig Einkommen ziehen im Gesundheitssystem häufig den Kürzeren“, erläutert Caspar. Ein Ziel für den Kreisdiakonieverband war bei der Planung der Veranstaltung also auch gesundheitliche Chancengleichheit.

Das sollte man beachten

Wenn die Temperatur tagsüber über 30 Grad steigt und in der Nacht nicht unter 20 Grad fällt, ist Hitze gefährlich. Besonders wichtig ist es, viel zu trinken, besonders Wasser und Tee, sich vor UV-Strahlen zu schützen und die Hitze allgemein so gut wie möglich zu meiden. Bei letzterem hilft die „Kühle-Orte-Karte“. Sport und Bewegung sind nur in Maßen zu betreiben und man sollte überwiegend leichte, fettärmere Speisen zu sich nehmen. Symptome für eine Hitzeerkrankung sind beispielsweise starke Kopfschmerzen, wiederholtes heftiges Erbrechen oder Bewusstlosigkeit. Genauere Tipps und empfohlene Verhaltensweisen finden sich in den Infobroschüren und auf der Website des Gesundheitsamtes.

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