NTZ+ Logo Frickenhausen

Der stellvertretende Kämmerer von Frickenhausen will Bürgermeister werden

Lukas Walter kandidiert in Berghülen. So stehen seine Chancen.

Noch sitzt Lukas Walter an seinem Schreibtisch in der Kämmerei im Rathaus Frickenhausen. Foto: privat

FRICKENHAUSEN. „Ich wollte schon immer Bürgermeister werden“, antwortet Lukas Walter auf die Frage nach seiner Motivation. Dann also auf nach Berghülen. Wohin? Das 2000-Seelen-Dorf liegt im Alb-Donau-Kreis bei Blaubeuren. Nach 36 Jahren verlässt Amtsinhaber Bernd Mangold das Rathaus. Der stellvertretende Kämmerer von Frickenhausen will am 8. März sein Nachfolger werden – als einziger Bewerber.

„Noch ist die Wahl nicht gewesen“, sagt Walter trotz seiner Konkurrenzlosigkeit. Aber am Dienstag stellte er sich den Bürgerinnen und Bürgern vor. „Die Halle war voll“, berichtet er. Die Rückmeldungen seien positiv gewesen, so der 26-Jährige. Und warum will er schon in so jungen Jahren die Verantwortung für eine Verwaltung übernehmen? „Irgendwann muss man ja anfangen“, sagt er. Und wer etwas lange machen wolle, solle früh damit beginnen. Schließlich gebe es im Alb-Donau-Kreis noch einen jüngeren Schultes. Tatsächlich wurde Jan Jäckel im vergangenen Dezember mit 21 Jahren noch als Student zum Bürgermeister von Asselfingen gewählt.

Eine prägende Zeit im Täle

Da hat Walter schon mehr Berufserfahrung vorzuweisen, und er sieht sich ohnehin gut präpariert für die Führungsaufgabe. In Ludwigsburg studierte er Public Management. Danach arbeitete der in Schlierbach im Landkreis Göppingen aufgewachsene Fachmann beinahe zwei Jahre in der Kämmerei von Frickenhausen. Eineinhalb Jahre tat er dies als deren kommissarischer Leiter, weil Chefin Ina Hiller in Elternzeit war. „Das hat geprägt“, blickt Walter auf die nach eigenem Bekunden herausfordernde Zeit zurück. Viele Erfahrungen habe er sammeln können. Das sei natürlich gut für die Aufgabe, zu der ihn die Berghülener nun am 8. März berufen können. Doch auch sonst fällt Walters Frickenhausen-Resümee positiv aus. Mit den Kollegen habe er sich gut verstanden. Deshalb werde ihm der Abschied – so er denn gewählt werde, fügt er demütig an – auch schwerfallen. Deshalb habe er sich diese Bewerbung auch gut überlegt. „Es ist halt schon immer mein Wunsch gewesen“, sagt er.

Und warum dann Berghülen? Seine Frau und er stammten „vom Dorf“. Deshalb sei für beide auch klar gewesen, dass man wieder in einem Dorf leben wolle, sagt Walter, der mit seiner Frau gerade in Kirchheim wohnt.

Sollte er dann gewählt werden, wird er Frickenhausen Anfang Mai verlassen. Und was wird dann aus der Kämmerei? Ina Hiller war bei der Einbringung des Haushalts am vergangenen Dienstag schon zugegen. Zumindest anfangs in Teilzeit wird sie wieder an ihren Schreibtisch zurückkehren.

Zur Startseite