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Neuer Geschäftsführer will den Nürtinger Stadtsportverband auf eine neue Stufe heben

Volker Stark bringt reichhaltige sportliche und organisatorische Erfahrungen für die Aufgabe mit. Der 66-Jährige lebt für den Sport.

Probiert die Fitnessgeräte am Neckar bei der Stadtbrücke gleich selbst aus: Volker Stark, der neue Geschäftsführer des Nürtinger Stadtsportverbands, ist selbst fit bis in die Haarspitzen. Foto: Ralf Just

NÜRTINGEN. Er lebt für den Sport – und das nicht nur für eine Sportart. Als Trainer, Funktionär und Geschäftsführer war Volker Stark bundesweit tätig. Jahrelang leitete er die Sportschule Ruit als Leistungszentrum für verschiedene Disziplinen. Seit Februar ist er Geschäftsführer des Stadtsportverbands Nürtingen. Er übt diese Tätigkeit im Rahmen eines Minijobs aus. Da fragt man sich, was ihn dazu nach all den Erfahrungen in verantwortlichen Positionen auf Landes- und Bundesebene treibt. „Mich reizt, nochmals etwas aufzubauen und voranzubringen“, sagt der 66-Jährige. Finanziell fühlt er sich recht gut abgesichert, vor zwei Jahren hat er nochmals ein Gewerbe angemeldet, unter dem Firmentitel „Richtig Stark“ bietet er organisatorische und inhaltliche Beratung für Sportvereine und -verbände im Bereich an.

Der Stadtsportverband Nürtingen wurde 2017 aus der Taufe gehoben und zählt derzeit 13 Mitgliedsvereine. Sein Ziel ist es, Interessen untereinander zu koordinieren, sie gegenüber der Stadt zu vertreten und die Vereine für aktuelle Entwicklungen fit zu machen. Inhaltlich ist dies jedoch etwas in den Kinderschuhen stecken geblieben, auch wenn einige Anregungen mittlerweile Eingang in die Sportpolitik der Stadt gefunden haben. Die in den Stadtsportverband entsandten Vereinsvertreter sind allesamt selbst in ihren Vereinen stark eingespannt. Der Wunsch nach mehr Professionalisierung des Dachverbands fand insofern beim Gemeinderat Gehör, als dass er die städtische Finanzierung von Starks Stelle in besagtem Umfang genehmigte.

Stark bringt reichliche Erfahrungen und Kompetenzen mit. In Karlsruhe studierte er Sport und Geografie, die damalige Einstellungspolitik des Landes schmälerten jedoch die Aussichten auf ein gymnasiales Lehramt. Stark arbeitete als Assistenzkraft an der Universität und erwarb im Laufe der Zeit Trainerlizenzen für Basketball und Handball. Auch die Leichtathletik als Grundlage für viele Sportarten lag ihm am Herzen. An der Universität spezialisierte er sich auf Themen wie Krafttraining und Sportpsychologie, letzteres war damals noch recht neu.

Organisatorische Erfahrungen an verschiedenen Stationen gemacht

Man wurde über Karlsruhe hinaus auf ihn aufmerksam. Er ergriff das Angebot, hauptamtlicher Landestrainer des Berliner Basketballverbands zu werden, mit dem er Mitte der 80er-Jahre bald Erfolge feierte. Er führt das nicht nur auf sein sportliches Fachwissen zurück, auch neue Organisationsstrukturen, die er einführte, seien maßgeblich gewesen.

Das sah man auch beim Landessportverband Baden-Württemberg, und so rückte Stark, der in Karlsruhe geboren und aufgewachsen war, 1989 als dessen Sportdirektor wieder näher an die Heimat. Er war bei Tagungen von Verbänden verschiedener Sportarten mit seinen Kenntnissen zur Trainingslehre und Psychologie gefragt, aber auch seine organisatorischen Erfahrungen brachte er ein. Zudem war er im Landesschulbeirat vertreten. „Dabei ging es auch um die Zukunft der Hauptschule und welche Rolle der Sport spielen kann“, so Stark. Außerdem war er der Sprecher für alle Landesverbände im Bundesausschuss für Leistungssport.

Die nächste Station sollte der Posten des Geschäftsführers der Sportschule Ruit sein, doch zuvor kam etwas überraschend der Ruf des WM-Organisationskomitees für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Für das Sommermärchen baute er das Volunteersprojekt auf. Dann aber war die Sportschule an der Reihe, den Posten in Ruit hatte man für ihn freigehalten. Von 2006 bis 2019 sorgte er mit baulichen Erweiterungen und guten sportlichen wie organisatorischen Voraussetzungen für das Gedeihen des Leistungszentrums und der des sportlichen Nachwuchses.

Die Praxis hat er dabei nicht vernachlässigt, sieben Jahre lang war er beim damaligen Handball-Bundesligisten SG Stuttgart-Scharnhausen als Co-Trainer von Rolf Brack zuständig für Krafttraining und mentale Übungseinheiten. Dabei sei er immer offen für Neues gewesen. „Elemente des Krafttrainings habe ich mir auch vom Ballett abgeschaut“, sagt er.

Der Geschäftsführer hat sich bereits ein Bild zum Themenspektrum gemacht

Nun will er in Nürtingen die Interessen von Sporttreibenden kanalisieren und gegenüber der Stadt vertreten. „Es gab bereits gute Gespräche mit Vertretern des Amtes für Bildung, Soziales und Familie“, bestätigt er. Auch bei den Vereinen ist er mittlerweile auf einer Vorstellungsrunde. Als Aufgabe mit Priorität sieht er die Umsetzung des Sportentwicklungsplans, den das Stuttgarter Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung im Auftrag der Stadt erstellt hat. „Dabei geht es um Sportstätten, um transparente Kriterien für die Hallenbelegung und auch um schlüssige Kriterien, nach denen Sportfördermittel der Stadt vergeben werden“, gibt er einen Einblick in die wichtigsten Themen, in die er sich bereits eingearbeitet hat.

Auch Ideen, die im Vorstand des Stadtsportverbands bereits angerissen wurden, will er aufgreifen. Beispiele wären eine Sportcard zur Nutzung von Angeboten verschiedener Mitgliedsvereine oder auch eine Sportmeile entlang des Neckars von Zizishausen bis Neckarhausen. Mit einigen Sportgeräten im öffentlichen Raum hat die Stadt bereits einen Anfang gemacht. Stark kann sich vorstellen, die Sportstätten entlang der Meile mit weiteren Angeboten in den Vordergrund zu rücken, wovon die Vereine wie auch das Image Nürtingens profitieren könnte. Damit rege man auch zu Breitensport an, der ihm trotz aller Erfahrungen aus dem Leistungssport am Herzen liegt, betont er. Das ist für ihn der Unterbau für alle weiteren sportlichen Ambitionen, ebenso wie die Schulen. So werde sicher auch die ab 2026 gesetzlich verbindliche Ganztagsbetreuung an Grundschulen, und wie sich der Sport dabei einbringen könne, für ihn ein Thema sein, so sein weiterer Ausblick.

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