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Forum Türk bezieht neue Räume in Nürtingen

Nach dem Umzug von der Sigmaringer Straße an den Neckar findet am 15. Mai die erste Ausstellung mit Bildern von Jürgen Holzwarth in den kleinen, aber feinen Galerieräumen in der Villa Melchior statt.

Dieter Rommel und Jürgen Holzwarth (vorne) hängen die Bilder für die erste Ausstellung in der Galerie Forum Türk auf. Foto: Klemke

NÜRTINGEN. Grund zum Feiern gibt es beim Forum Türk. Am Sonntag, 15. Mai, weiht der Verein mit einer Ausstellung von NZ-Fotograf Jürgen Holzwarth die neuen Galerie-Räume in der Villa Melchior in der Neckarstraße ein. Dieter Rommel und weitere Vorstands- und Beiratsmitglieder haben in den zurückliegenden Wochen kräftig Hand angelegt, um in Kooperation mit der Gebäudewirtschaft der Stadt Nürtingen die kleinen, aber feinen Räume für Ausstellungen und andere Veranstaltungen herzurichten.

Dieter Rommel ist seit September 2020 der Vorsitzende im Forum Ilse und Professor K. H. Türk in Nürtingen. Nach dem Tod des Künstlers und Gründers der Nürtinger Kunstschule wurde durch einen Kreis von Freunden und ehemaligen Schülern und Schülerinnen 2007 das Forum gegründet. Ihr Anliegen war es, das geistige und künstlerische Erbe von Ilse und K. H. Türk zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Professor Türk und seine Frau Ilse haben in Nürtingen viele Spuren hinterlassen. Ihr größtes Verdienst: die Gründung der Freien Kunstschule Nürtingen, aus der später die Freie Kunstakademie Nürtingen und die Fachhochschule für Kunsttherapie hervorgingen. Dem Ehepaar Türk, das in Hardt wohnte, ging es nicht nur um den Künstler, sondern auch um den Menschen. „Professor Türk hat in Nürtingen Grundlagen für vielfältige Initiativen und Einrichtungen geschaffen und dies kann unter dem Begriff soziale Skulptur subsumiert werden“, sagt Dieter Rommel, der sich eingehend mit dem Erbe des FKN-Gründers befasste. „Je mehr ich mich mit Leben und Werk von K. H. Türk beschäftige, desto motivierter bin ich.“ Und es erfüllt den Nürtinger auch mit Stolz, Vorsitzender des Forums sein zu dürfen. „Dies ist für mich eine große Ehre und gleichzeitig auch Verpflichtung“, sagt der 68-Jährige.

Lange Zeit hatte das Forum Türk Räumen im ehemaligen Hauber-Firmengebäude in der Sigmaringer Straße. Die Miete wurde von der Stadt mitfinanziert. Notwendig wurde die Suche nach neuen Räumen, weil es Umbau-Pläne für die einstige Strickwarenfabrik gab beziehungsweise immer noch gibt.

Erfreulich für die Forums-Mitglieder: Türks Erbe kehrt zurück zu den Wurzeln in die Neckarstraße. Bürgermeisterin Annette Bürkner bezeichnete den Umzug im November letzten Jahres als „das Ergebnis eines langen Prozesses“, denn zunächst stieß die Idee, das Forum Türk auf dem Melchior-Areal unterzubringen, auf wenig Gegenliebe. Dass die Verhandlungen zu einem guten Ende führten, ist nicht zuletzt Dieter Rommel und Winfried Stürzl, FKN-Vorstandsmitglied, zu verdanken.

Vier Räume im Erdgeschoss der Villa Melchior werden zur Galerie

Dem Forum Türk stehen im Erdgeschoss der Villa vier Räume zur alleinigen Nutzung zur Verfügung. Flur und Eingangsbereiche sowie die Küche im Erdgeschoss werden gemeinschaftlich mit der FKN genutzt. Der Vertrag über die Nutzung wurde zwischen Gebäudewirtschaft Nürtingen und dem Forum Türk abgeschlossen. Die Miete beträgt wie bisher 3,50 Euro pro Quadratmeter. Die Kaltmiete wird den Vereinen indes erlassen, ein Zuschuss der Stadt, wie er für Vereinsräume in städtischen Gebäuden auch bisher schon gewährt wird. Die Betriebskosten tragen die Mieter. Der Vertrag läuft zehn Jahre.

Nach mehrwöchiger Renovierung lädt das Forum nun am Sonntag, 15. Mai, 11.30 Uhr, zur ersten Ausstellung mit Werken von Jürgen Holzwarth – „Surreale Betrachtungen“ – ein. Redakteur Matthäus Klemke, ein Kollege von Jürgen Holzwarth, führt in die Ausstellung ein. Oberbürgermeister Johannes Fridrich spricht ein Grußwort. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Iris Oettinger Swing Band.

In der neuen und hoffentlich nachhaltigen Bleibe planen die Mitglieder des Forums weitere Ausstellungen von Bildhauerei, Malerei und anderen Kunstformen, Vorträge, Seminare, Gesprächskreise, Rezitationen, Konzerte, Performance, Kabarett, Theater und Tanz. „An Ideen ist kein Mangel“, sagt Dieter Rommel, der durch sein großes Netzwerk auch viele Kontakte zu Künstlern pflegt, unter anderem auch in seine alte Heimat Urbach.

In deren Nachbarstadt Schorndorf ist er mit Christoph Traub bekannt, einem Bildhauer. Und Rommels Verwandter Eberhard Abele hat in Schorndorf Bildhauersymposien organisiert und lange Jahre das Kulturforum Schorndorf geleitet. Ausgehend von dieser Idee kann sich Dieter Rommel in Nürtingen auch Werkstattkurse oder ein Symposium vorstellen, aus dem zum Beispiel ein Neckarskulpturenpfad hervorgehen könnte. Rommel, der bis zu seinem Ruhestand Studienkoordinator an der ESB Business School in Reutlingen, eine der führenden Fakultäten für Internationale Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsingenieurwesen, war, engagiert sich jetzt nicht nur im Forum Türk, sondern auch im Freundeskreis für Hörgeschädigte.

Das Forum ist auf der Suche nach Sponsoren

Für die Zukunft hofft Dieter Rommel, auch kunstbegeisterte Sponsoren für das Forum Türk, die Räume und die Veranstaltungen begeistern zu können. Mit den neuen Galerieräumen am Neckar soll das kulturelle Leben in Nürtingen bereichert werden. Denn nicht nur die Galerie, auch der angrenzende Hölderlingarten bietet Raum für vielfältige Veranstaltungen. Der Startschuss fällt mit der Ausstellung am 15. Mai. Auf weitere Events darf man gespannt sein.

Jürgen Holzwarth zeigt vom 15. Mai bis 12. Juni „Surreale Betrachtungen“ in der Galerie Forum Türk in der Villa Melchior, Neckarstraße 13. Geöffnet ist die Ausstellung jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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