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Die Neckar-Realschule in Nürtingen hat eine neue Rektorin

Die bisherige kommissarische Leiterin Nicole Larger wurde nun offiziell ernannt und stellte sich dem Kulturausschuss vor

Die neue Schulleiterin der Neckar-Realschule, Nicole Larger Foto: privat

Die Neckar-Realschule hat seit 5. Oktober wieder offiziell eine Schulleiterin: die bisherige Konrektorin und kommissarische Leiterin Nicole Larger wurde dazu ernannt. Am Dienstag stellte sie sich dem Kultur-, Schul- und Sozialausschuss vor und berichtete über aktuelle Entwicklungen an der Schule.

NÜRTINGEN. Nicole Larger ist damit die offizielle Nachfolgerin von Regine Osswald. Bereits seit Januar 2018 hatte sie die kommissarische Schulleitung inne, quasi sofort, nachdem sie die Stelle als Konrektorin angetreten hatte. Im September hat sie ihre Ernennungsurkunde bekommen und ist nun Schulleiterin. Damit kann die Konrektorenstelle wieder ausgeschrieben werden, dafür gebe es schon aussichtsreiche Bewerbungen.

Larger, die schon früh den Wunsch hatte, Lehrerin zu werden, hat die Fächer Musik, Deutsch und Geschichte studiert, zusätzlich unterrichtet sie Ethik. Das Referendariat hat sie an der Köngener Burgschule absolviert, danach kam sie 2005 gleich an die Neckar-Realschule, wo sie nun seit 16 Jahren unterrichtet und im Lauf der Zeit immer mehr Aufgaben übernahm. Eine offizielle Einsetzungsfeier ist derzeit nicht geplant: „Ich hatte eine sehr schöne Einsetzungsfeier als Konrektorin. Vielleicht irgendwann zusammen mit der Person, die das Konrektorenamt übernimmt“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dem Kultur-, Schul- und Sozialausschuss gab sie einen Überblick über die derzeitige Situation und stellte sich den Fragen der Gemeinderäte. Die Schule hat derzeit 435 Schüler in 18 Klassen, darunter sogenannte G-Klassen, die Schüler zum Hauptschulabschluss führen. Dazu gebe es eine Zusammenarbeit mit der Mörikeschule. An der Schule waren bisher nur eine Klasse und drei Lehrkräfte in Quarantäne, sonst nur einzelne Schüler, die als Kontaktpersonen eingestuft wurden. Alle sind wohlauf.

Sitzungen und Konferenzen des Kollegiums laufen digital ab. Es wurden Geräte für Lehrer beschafft und auch Schüler, die zu Hause keine entsprechende Ausrüstung haben, können sich bei der Schule ein Gerät leihen. Der Schule kommt entgegen, dass bereits vor einiger Zeit das Lehrerzimmer umgerüstet wurde, mit Steckdosen für Laptops an jedem Platz.

Der zweisprachige Zug ist der Renner an der NRS

Larger lobte die Zusammenarbeit mit der benachbarten Geschwister-Scholl-Realschule, wo man sich innerhalb der Fachschaften austauscht: „Wir leben unseren Schulcampus gemeinsam, möchten jedoch die Eigenständigkeit bewahren“, so Larger. Jetzt, wo bald wieder alle Stellen in der Schulleitung besetzt sind, ist eine Zusammenlegung kein Thema mehr.

Zur Eigenständigkeit der Schulen gehören auch unterschiedliche Profile. Bei der GSR ist es die Bläserklasse, an der NRS die Bili-Klasse, in der Geographie und Musik auf Englisch unterrichtet werden: „Das ist der Renner.“ Im Kollegium gebe es viele junge Vollzeitkräfte, unter denen ein gutes Klima mit gemeinsamen Aktivitäten herrsche.

Für die Zukunft hat sich das Kollegium einiges vorgenommen. Zunächst sollen alle Lehrkräfte in Sachen Digitalisierung auf einen Stand gebracht werden. Die Schule hat einen Medienentwicklungsplan erstellt und nun auch Gelder bewilligt bekommen. Das habe vier Jahre gedauert, so Larger. Nächstes Jahr soll es auch einen Glasfaseranschluss geben, denn vor allem im Neubau gebe es keinerlei mobilen Empfang.

Neue Wege möchte die Schule auch in ihrer Präsentation gehen: Larger rechnet nicht damit, dass zum traditionellen Grundschulinfotag viele Menschen ins Haus kommen können. Daher soll dieser mit einem virtuellen Rundgang und mit Livestreams stattfinden.

Für die Schüler soll es mehr Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeiten geben, eine Trainingsinsel ist geplant. Larger möchte, dass Schüler, die Unterrichtsausschluss bekommen, in dieser Zeit nicht zu Hause sitzen, sondern fernab von der Schule pädagogisch betreut werden, um etwas zu lernen. Ein Beispiel wäre die Mitarbeit im Tafelladen. Völlig gestrichen sind derzeit Austauschprogramme und Klassenfahrten.

Die Gemeinderäte hatten viele Fragen an Larger. Bärbel Kehl-Maurer (SPD) wollte wissen, wie es mit den Berufspraktika aussieht. Dank Bildungspartnern gebe es bisher keine Probleme für die Schüler, da Plätze zu bekommen, so Larger.

Viele Fragen drehten sich um den Umgang mit der Pandemie. Kooperationen mit anderen Schulen wie der gemeinsame Sportunterricht mit der Bodelschwinghschule liegen derzeit auf Eis. Viele Schüler werden derzeit gefahren, trotzdem sind die Busse morgens voll, wie Thaddäus Kunzmann (CDU) im Selbstversuch herausgefunden hat. Er regte an, einen Bus bis an die Realschule zu verlängern, damit er besser angenommen wird.

Dr. Michael Brodbeck (Freie Wähler) wollte wissen, ob die Schule mit dem Stoff durchkommt. Larger berichtete: „Vom ersten Lockdown kamen die Schüler entwurzelt zurück. Da steht derzeit die pädagogische Arbeit im Fokus.“ Das, was der Lockdown mit den Kindern und Jugendlichen gemacht hat, müsse aufgearbeitet werden. Larger lud zum Schluss alle ein, sich am virtuellen Grundschulinfotag selbst zu informieren.

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