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Am Hang bewegt sich nichts

Nach dem Hangrutsch in Zizishausen fehlt immer noch ein Sanierungsplan – Stadt setzt eigenen Geologen ein

Die Plastikfolien am abgerutschten Hang in Zizishausen sind zerrissen. Foto: Holzwarth

Am Hang in Zizishausen bewegt sich nichts – leider im doppelten Sinne. Zwar ist der abgerutschte Hang inzwischen stabil. Aber in Sachen Sanierungskonzept hat sich seit dem Unglück am 8. Juni noch nicht so viel getan, wie sich die betroffenen Anwohner und die Stadtverwaltung erhofft hatten.

NT-ZIZISHAUSEN. Die Anwohner der Panoramastraße verlieren langsam die Geduld: vor knapp einem halben Jahr, in der Nacht zum 8. Juni rutschte oberhalb ihrer Häuser ein Hang ab. Felsbrocken landeten auf der Fahrbahn. Nur durch Glück kam dort niemand zu Schaden. Dennoch wurden vorsorglich 14 Gebäude evakuiert und die Anwohner bei Verwandten oder in Notunterkünften untergebracht, bis die Behörden die Gefahr richtig einschätzen konnten.

Schon kurz nach dem Rutsch wurde das lose Erdreich am Hang eilig abgegraben. In einer Pressekonferenz in der Woche nach dem Unglück betonten Vertreter der Stadtverwaltung, dass bis zum 24. Juni ein Maßnahmenplan erstellt werden solle, wie der Hang langfristig gesichert werden kann. Doch aktuell gibt es noch keine abschließende Version dieses Sanierungsplans.

Bauverwaltungsamtsleiter Walter Haußmann betonte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es bereits im Sommer Vorschläge des Bauherren für eine Sanierung des Hangs gegeben habe. Zur Prüfung habe die Stadt ein Sachverständigenbüro für Geologie und Erdstatik beauftragt, das an einigen Stellen Nachbesserungen forderte. Die müssen nun von den Planern des Bauherren berücksichtigt werden. Erst dann könne die Hangsicherung von der Stadt genehmigt werden. Außerdem verlangte die Stadt noch einige geologische Nachprüfungen von Seiten des Bauherren.

Das alles hätte viel Zeit in Anspruch genommen. „Eigentlich wollten wir, dass der Hang vor der Schlechtwetterphase im Winter gesichert ist“, sagt Haußmann. Man warte jetzt auf die Rückmeldung des Bauherren. Gleichzeitig beobachte man den Hang durch einen Vermesser, der wöchentlich feste Messpunkte am Hang überprüft

Nach dem Hangrutsch sei versucht worden, das Oberflächenwasser vom Hang abzuhalten. So wurden oberhalb Pumpensümpfe angelegt, die Regenwasser zurückhalten. Außerdem wurde über den gesamten Plastikfolie gespannt, die das Oberflächenwasser ableiten sollte, sagt Haußmann Genau diese Sofortmaßnahmen aus dem Juni sorgen jetzt für Unmut bei den Anwohnern. Moniert wurde, dass am Höhenweg die Sandsäcke kaputt seien und die Kabel der Tauchpumpen ungeschützt auf der Straße lägen. Außerdem ist die blaue Kunststofffolie zerfleddert, gerissen und alles andere als dicht gegen Regenwasser.

Auffallend sei auch, dass die Panoramastraße im Bereich des Hangrutsches sehr nass sei, ist im Bericht zur Ortschaftsratssitzung zu lesen. Das ist auch dem Bauamt bekannt: Gerade bei Frost könne sich dort schnell Glatteis bilden, sagt Haußmann. Das Ordnungsamt sei jedoch darüber informiert.

Was ebenfalls vielen Anwohnern ein Dorn im Auge ist: Noch immer stehen voll beladene Container in der Panoramastraße. Sie sollen die Anlieger vor weiteren Rutschungen schützen. Eine Zeitlang sei jedoch einer der Container entfernt worden. In der Zwischenzeit ist der Containerwall jedoch wieder durchgehend. „Die Container bleiben bis auf Weiteres an Ort und Stelle stehen“, sagt Haußmann. Der Hang sei zwar nach einhelliger Expertenmeinung stabil, aber man wolle alle Eventualitäten ausschließen.

Auch Ortsvorsteher Siegfried Hauber wünscht sich, dass sich am Hang endlich etwas tut. Denn niemand könne einschätzen, was beispielsweise starke Schneefälle im Winter dort für ein Risiko bergen. Außerdem möchten er und der Ortschaftsrat die Anwohner unterstützen: „Wir wollen den Anwohnern der Rücken stärken“. Deshalb habe man in der letzten Ortschaftsratssitzung die Öffentlichkeit gesucht. Wenn das Maßnahmenkonzept vorliegt, plant das Gremium außerdem einen Ortstermin, um die Lage zu erörtern.

Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart immer noch gegen Unbekannt wegen Baugefährdung. Die Ermittlungen dauerten immer noch an, sagt deren Sprecher Jan Holzner. Er gehe jedoch davon aus, dass die Untersuchungen Anfang kommenden Jahres abgeschlossen werden können.

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