Nürtingen
Kommentar: Am falschen Ende gespart
Ein relativ günstiges Konzept für die Nahmobilität hätte sich schnell bezahlbar gemacht, meint Redakteur Uwe Gottwald.
NÜRTINGEN. Konzepte sind das eine, sie umzusetzen das andere. Wenn sich nun Widerstand gegen ein Nahmobilitätskonzept im Nürtinger Gemeinderatsausschuss regte, ist das wohl auch dem geschuldet, dass in Nürtingen schon viel für Konzept- und Planungskosten ausgegeben wurde, was später in der Schublade verschwand. Dass die Fortschreibung des sogenannten Integrierten Mobilitätskonzepts, mit dem bereits 2005 begonnen wurde, gestoppt wurde, erklärt die Verwaltung mit unterschiedlichen Auffassungen gegenüber dem beauftragten Büro. Vielleicht war das Ganze auch zu groß und zu visionär angelegt.
Doch nur weil die Reißleine gezogen wurde, ist es schade, wenn dafür eine neue und wohl zielgerechtere Initiative der Stadtverwaltung blockiert wird. Den Fuß- und Radverkehr wird man weiter fördern, nennt die Verwaltung ihr erklärtes Ziel. Ohne die externe Unterstützung wird sie es dabei aber schwerer haben. Ein Konzept mit konkretem Maßnahmenkatalog wäre hilfreich, zumal es laut der Verwaltung eine wesentliche Voraussetzung für weitere Förderungen sei und sich schnell auch finanziell hätte lohnen können. So gesehen wären rund 25.000 Euro trotz angespannter Haushaltslage gut angelegtes Geld gewesen, zumal es den kommenden Haushalt gar nicht belastet hätte, weil noch Geld aus dem alten Konzept übrig ist.