Stefan Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Der unbequeme Präsident“ vom 21. Februar. Glaubt man unserer Zeitung, so soll Joachim Gauck ein unbequemer Präsident werden. Fragt sich nur für wen. Im Bericht ist zwar zu lesen, dass er dies für alle wird, meiner Meinung nach aber nur ausgerechnet für das Volk, das ihn derzeit so zahlreich unterstützt. Die Mehrheit der Bürger sind gegen Hartz IV, gegen Kriege und für die Begleichung der Schuldenkrise durch die Verursacher. Gauck steht jeweils für die gegensätzliche Position, was ihn schon aus diesem Grund zum Kandidaten für CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne prädestiniert.
Denn anders als es vor allem Rote und Grüne uns weismachen wollen, sind alle jetzigen, aber vor allem alle Ex-Regierungsmitglieder der letzten Jahre für Sozialabbau und Kriege. Angela Merkel hat, anders als in der Zeitung kolportiert, ein weiteres Mal ihr Verhandlungsgeschick unter Beweis gestellt, indem voraussichtlich doch wieder ein Abnicker ins Schloss Bellevue einzieht. Christian Wulff war damals erste Wahl, weil er auf Sicht der einzig ernstzunehmende Gegner Merkels für das Kanzleramt war. Er bewies aber auch Weitblick in seiner Rede in Lindau am 24. August 2011, als er im Zusammenhang mit der Bankenkrise fragte, wer denn am Ende die Retter retten soll.
Der gelernte Pfarrer Gauck, der Kriege und in Verbindung damit tote Zivilisten als erträglich und gerechtfertigt bezeichnet, hält dagegen die Bankenkrise für einen Unfall und will so weitermachen wie bisher. Ich denke, dieser Pseudobürgerrechtler ist für uns Bürger als Staatsoberhaupt nicht unbequem, sondern überflüssig.
Leserbriefe | 31.12.2025 - 05:00
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