Werner Knauer, Wendlingen. Zum Artikel „Land gibt 400 000 Euro für E-Probefahrten aus“ vom 30. Januar. Hier wird berichtet, dass Verkehrsminister Winfried Hermann 36 E-Autos aus Korea leasen möchte, um diese Interessierten zugänglich zu machen und dafür über 50 noch zu schulende „e-Moderatoren“ einzusetzen. Da fragt man sich doch mit Berechtigung, gibt es keine E-Autos der Marken, BMW, Daimler oder VW aus Deutschland? Die deutsche Automobilindustrie und deren Mitarbeiter kämpfen ums Überleben und werden sicher nicht verstehen, warum Autos der Marke Hyundai für die Aktion „Zukunft mit E“ aus Südkorea berücksichtigt werden. Ich kann ja nicht sagen ob H. Hermann schon einmal in Südkorea war und informiert ist, wie dort Autos hergestellt werden. Da ich mindestens 70-mal in dem Land war, könnte ich ihn aufklären.
In den deutschen Automobilwerken werden wöchentlich 35 Stunden und bei VW 28 Stunden gearbeitet. 30 Tage Urlaub im Jahr sind garantiert. Die Südkoreaner arbeiten 50 Stunden die Woche und begnügen sich mit fünf Tagen Jahresurlaub. Da kann man sich leicht ausrechnen welche Lohnkosten im Verhältnis zu Deutschland in Südkorea pro Auto kalkuliert werden.
Ich empfinde es als falsche Entscheidung, den sicher gut gemeinten Versuch mit E-Autos aus Korea auf einer breiteren Basis den deutschen Steuerzahlern schmackhaft zu machen. Einem französischen Verkehrsminister würde ein solcher Fehlgriff nie verziehen. Der wäre sein Amt los. Da würde der doch auf seine Renault, Citroën oder Peugeot zurückgreifen. Ich hätte ja vom Verkehrsminister den Zugriff auf europäische Automarken noch verstehen können. So wird in der Samstagsausgabe vom 6. Februar „Geräumiges aus China“ vorgestellt. Und genau in diese Richtung der Automobilproduktion gehen wir. Kaufen wir in Zukunft in Südkorea oder aus China ein und schließen unsere Automobilwerke?
Wir sehen tatenlos zu wie der technologische Fortschritt der sicher besten Verbrenner aus unserem Land geopfert werden. Und es wäre in dem Zusammenhang auch interessant den Artikel in der „Auto Motor und Sport“ über zwei E-Autos ( Audi e-tron 55 quattro und Mercedes EQC400) im Anhängerbetrieb mit einem Wohnwagen zu lesen. Da schafft es der Mercedes ohne Hänger auf 412 km Reichweite und mit Wohnwagen auf 170 km. Die Ladedauer wird mit 6,1 Stunde pro Zyklus angegeben. Da macht es doch sicher Freude, bei einer Fahrt nach Südfrankreich circa 42 Stunden an der Ladesäule zu verbringen. Ich glaube, die Frage darf erlaubt sein, wie tickt denn unser grüner Verkehrsminister und deren Verkehrspolitik?
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