Dr. Walter Stahli, Nürtingen. Zum Artikel „Landtag sagt Antisemitismus den Kampf an“, vom 8. März. In dem in der Nürtinger Zeitung erschienenen Artikel von Maria Wetzel mit dem Titel „Landtag sagt Antisemitismus den Kampf an“, werden auch diesmal Behauptungen von Regierungspolitikern unkritisch als bare Münze übernommen. So zeigt sich Herr Innenminister Thomas Strobl (CDU) besorgt über den Antisemitismus unter muslimischen Flüchtlingen, behauptet aber gleichzeitig, dass die antisemitischen Straftaten im Südwesten fast ausschließlich aus dem rechten Spektrum kommen.
Daran habe ich Zweifel, denn neulich habe ich ein Interview mit dem Historiker Professor Dr. Michael Wolffsohn gelesen in dem unter anderem Folgendes steht: „Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn auch irreführende Statistiken etwas anderes sagen.“ „Dieses Bild ist völlig verzerrt. Viele Vorfälle landen unter dem Stichwort „Israel-Palästina-Konflikt“ in einer anderen Statistik. Freundlich formuliert, konnte man von Verschleierung sprechen“.
Eine Zeile weiter ist Folgendes zu lesen: „Es ist eine Lüge. Wenn ich mich in meinem jüdischen Bekanntenkreis umhöre, dann sagen alle das Gleiche: Gewalt gegen Juden geht ausschließlich von Muslimen aus.“ Und ich schätze, dass diese Meinung auch unserem Innenminister bekannt ist.
Dass die Landesregierung sich einen Antisemitismus-Beauftragten zulegt wird das Problem nicht lösen. In dieser Hinsicht bin ich ganz der Meinung von Professor Wolffsohn: „Nett gemeint. Aber wirkungslos“. Denn, so lange unsere Regierung nicht integrationsfähige muslimische Migranten stillschweigend duldet, ja sogar vor Abschiebung schützt, wird sich daran nichts ändern.
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