Wissenschaft

Brände in Spanien durch Klimakrise 20-mal wahrscheinlicher

Im heutigen Klima sind verheerende Brände wie diese deutlich wahrscheinlicher geworden. Emma Da Silva/AP/dpa
Die Brände haben das Zuhause sowie Hab und Gut sehr vieler Menschen zerstört. Manu Fernandez/AP/dpa
Der Klimawandel führt zu mehr Waldbränden. Gleichzeitig fachen die Emissionen der Feuer Emma Da Silva/AP/dpa

Die verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich sind einer aktuellen Schnellanalyse zufolge durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher geworden. Die Wetterbedingungen, die die enorme Ausbreitung der Feuer ermöglichen, seien in Frankreich durch den menschengemachten Klimawandel mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden, in Spanien sogar mindestens 20-mal so wahrscheinlich, wie Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution (WWA) berechnet haben. Dabei handelt es sich nach Angaben der Forscher sogar noch um konservative Schätzungen. 

Im heutigen Klima sei mit solchen verheerenden Waldbränden im Südwesten Frankreichs etwa alle 20 Jahre zu rechnen, in Zentralspanien etwa alle sechs Jahre, heißt es weiter.

Die Forscher betrachteten einen Sieben-Tages-Zeitraum aus dem aktuellen Juli, in dem extreme Brandrisikobedingungen in den Regionen vorherrschten, und verglichen diese mit den extremsten Brandrisikozeiträumen früherer Sommer. Mit Hilfe von Simulationen berechneten sie, wie viel wahrscheinlicher solche Bedingungen im heutigen Klima entstehen im Vergleich zu den klimatischen Bedingungen des vorindustriellen Zeitalters. Das sogenannte Feuerwetter wird in der Analyse mit Hilfe eines Indexes definiert, der sowohl Hitze als auch Luftfeuchtigkeit und Wind berücksichtigt.

Die aktuellsten Waldbrände in Frankreich und Spanien gehören zu den verheerendsten in der Geschichte der Länder und haben Hunderttausende zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Die aktuelle Hitze erschwert die Bekämpfung zusätzlich.

«Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Wetterkonstellationen, die Landschaften zu Brandherden machen und Brände zur Katastrophe werden lassen, deutlich häufiger auftreten», erklärte die Forscherin und WWA-Gründerin Friederike Otto vom Imperial College London. 

Regenreiche Winter, auf die trockene Frühlinge folgen, erhöhen dem Forschungsteam zufolge in den Regionen die Waldbrandgefahr. Sie begünstigen das Wachstum von Bäumen und Pflanzen, die anschließend austrocknen und zu Brennstoff für Brände werden.

© dpa-infocom, dpa:260730-930-463524/1

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