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Nobelpreis-Countdown: Jetzt kommen die Entscheidungen

Die Nobelpreise gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen der Welt. (Symbolbild) Daniel Reinhardt/dpa

Wenige andere Auszeichnungen auf der Welt sind mit so viel Prestige verbunden: In dieser Woche werden in Stockholm und Oslo die diesjährigen Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger verkündet. Den Anfang macht heute Vormittag die Auszeichnung in der Kategorie Physiologie oder Medizin. 2025 hatten sich mit Mary Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi drei Wissenschaftler aus Japan und den USA den Nobelpreis für ihre Forschung zum Immunsystem geteilt. Ihre Entdeckungen helfen bei der Entwicklung neuer Therapien. 

In dieser Woche werden außerdem die Nobelpreise für Physik (6.10.), Chemie (7.10.), Literatur (8.10.), Frieden (9.10.) und am Montag kommender Woche der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften (12.10.) bekanntgegeben. Letzterer wird erst seit 1969 verliehen und geht als einziger der Preise nicht auf den schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurück. 

Die übrigen Preise feiern in diesem Jahr einen besonderen Geburtstag: Sie werden 125 Jahre alt. 1901, fünf Jahre nach dem Tod des Preisstifters Alfred Nobel, wurden die Auszeichnungen zum ersten Mal vergeben. Den ersten Literaturnobelpreis bekam damals der französische Schriftsteller Sully Prudhomme. Im vergangenen Jahr erhielt ihn der Ungar László Krasznahorkai. Der erste Friedensnobelpreis überhaupt ging an den Schweizer Henry Dunant, der als Gründer des Roten Kreuzes gilt, und an den Franzosen Frédéric Passy, der sich unter anderem sehr für internationale Friedenskonferenzen eingesetzt hat.

Den Friedensnobelpreis 2025, der als einziger Preis nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo vergeben wird, bekam die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado. Die Auszeichnung an sie ist umstritten. Machado widmete den Preis US-Präsident Donald Trump und schenkte diesem später auch ihre Medaille. Das Nobelinstitut stellte daraufhin klar, dass der Preis nicht übertragbar ist - auch wenn man ihn symbolisch weitergibt.

Sie schenkte US-Präsident Donald Trump ihre Nobel-Medaille: Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. (Archivbild) Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa

Die Kontroverse rund um Trump sei aber nicht nur schlecht für den Nobelpreis gewesen, sagte der geschäftsführende Direktor des norwegischen Friedensforschungsinstituts Prio, Haakon Gjerløw. «Gerade weil die Auszeichnung kontrovers war, hat sie internationale Aufmerksamkeit bekommen», so Gjerløw. «Vielleicht sind die Menschen deshalb diesmal auch besonders gespannt darauf, an wen der Preis geht - selbst wenn die diesjährige Auszeichnung völlig unumstritten sein sollte.» 

Verdient hätten den Nobelpreis in diesem Jahr seiner Meinung nach Akteure, die angesichts vieler Kriege und Krisen auf der Welt humanitäre Hilfe unter schwierigsten Bedingungen leisteten, etwa die Kinderrechtsorganisation Save the Children oder das Netzwerk Emergency Response Rooms im Sudan. 

Dotiert sind die begehrten Auszeichnungen in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen - umgerechnet rund einer Million Euro - pro Preiskategorie. Überreicht werden sie am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember, in Stockholm und Oslo.

© dpa-infocom, dpa:261005-930-789771/1

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