Panorama

Tote bei Waffenkontrolle: Was wissen wir und was nicht

Der Einsatz zog sich bis tief in die Nacht. Tizian Gerbing/dpa
Einsatzkräfte stürmten die Wohnung, in der sich der Mann verschanzt hielt. Tizian Gerbing/dpa
Der mutmaßliche Schütze hatte sich in einem Wohnhaus verschanzt. Tizian Gerbing/dpa
Die Bevölkerung sollte in ihren Häusern bleiben. Tizian Gerbing/dpa

Eine routinemäßige Waffenkontrolle endet in der Oberpfalz in einer Katastrophe.

  • Tatort und Zeitpunkt
    In Berngau im Landkreis Neumarkt südöstlich von Nürnberg hat es am Donnerstagnachmittag einen tödlichen Vorfall mit Schusswaffen gegeben. Mehrere Zeugen meldeten gegen 14.00 Uhr per Notruf Schussgeräusche, woraufhin ein Großeinsatz der bayerischen Polizei begann.
  • Opfer
    Vor einem weißen Wohnhaus fanden Einsatzkräfte einen 45 Jahre alten Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt leblos auf dem Boden. Im Gebäude entdeckten sie später die Leiche seiner 54 Jahre alten Kollegin. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie bereits im Zuge der ersten Schüsse unmittelbar starb, wofür die Auffindesituation spricht.
  • Anlass der Kontrolle
    Die beiden Getöteten waren zu einer routinemäßigen Kontrolle im Rahmen des legalen Waffenbesitzes bei einem Mann, unter anderem zur Überprüfung der korrekten Lagerung der Waffen. 
  • Verdächtiger
    Der mutmaßliche Schütze ist ein 60-jähriger Deutsche, der legal Waffen besaß. Mehr ist bisher nicht bekannt. 
  • Polizeilicher Großeinsatz und Taktik
    Die Polizei umstellte zunächst das Gebäude und setzte unter anderem ein Spezialeinsatzkommando mit gepanzertem Fahrzeug sowie einen Polizeihubschrauber ein. Die Anwohner sollten möglichst in ihren Häusern bleiben.
  • Bemühungen um eine friedliche Lösung
    Über Stunden versuchten erfahrene Spezialisten, den im Haus verschanzten Mann zur Aufgabe zu bewegen. Ein Polizeisprecher erklärte zur Einsatztaktik, man versuche grundsätzlich, eine friedliche, gewaltfreie Lösung durch Kommunikation zu erreichen.
  • Zugriff und Festnahme
    Weil sich der Mann nicht ergab, erfolgte in der Nacht zu Freitag gegen 2.20 Uhr ein Zugriff unter Einsatz von Sprengmitteln. Dabei schossen die Beamten auch - der 60-Jährige wurde leicht am Bein verletzt. Der Mann soll sich dem Zugriff widersetzt haben. Er wurde festgenommen.
  • Dauer des Einsatzes
    Der Einsatz zog sich von den ersten Notrufen am Donnerstagnachmittag bis tief in die Nacht über gut zwölf Stunden hin.
  • Weitere Schritte der Ermittlungen
    Der Festgenommene soll nach seiner medizinischen Versorgung von der Kriminalpolizei Regensburg in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth vernommen werden. Die weiteren Ermittlungen liegen damit bei diesen Behörden.
  • Motiv des mutmaßlichen Täters
    Das Motiv des Verdächtigen ist nach Behördenangaben unklar. Hatte er womöglich nicht alle Waffen legal, waren sie nicht ordnungsgemäß aufbewahrt? Auch zur Person des Verdächtigen selbst weiß die Öffentlichkeit noch nichts. Lebte er alleine? 
  • Art der Waffen
    Welche und wie viele Waffen der mutmaßliche Schütze besitzt, ist öffentlich nicht bekannt. Auch muss noch geklärt werden, ob es bisher Probleme bei Kontrollen bei dem Mann gab und warum er die Waffen besaß. War er Sportschütze oder Jäger? 
  • Genauer Ablauf der Tat
    Über den genauen Ablauf der Geschehnisse konnten die Behörden «derzeit noch keine genaueren Angaben» machen, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz sagte. Details dazu, wie genau sich die Schüsse und Ereignisse im und vor dem Haus zeitlich und situativ abspielten, sind damit noch offen.
  • Konkrete Vorwürfe
    Bisher haben die Ermittler nicht mitgeteilt, was sie dem Verdächtigen vorwerfen - also etwa Mord oder Totschlag. Auch ist unklar, ob und wann er einem Ermittlungsrichter vorgeführt wird, der über eine mögliche Untersuchungshaft befindet.

© dpa-infocom, dpa:261009-930-813081/1

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