WENDLINGEN. Seit Anfang des Jahres rollt die E-Rikscha des Seniorenzentrums Taläcker durch Wendlingen und ermöglicht den Seniorinnen und Senioren eine aktive Teilhabe am Wendlinger Leben.
Wenn die Sonne scheint und die Fahrräder wieder durch Wendlingen rollen, wächst auch im Seniorenzentrum Taläcker die Vorfreude. Denn inzwischen ist auch dort ein ganz besonderes Gefährt unterwegs: eine E-Rikscha.
Was vor einem Jahr als Idee begann, ist nun lebendige Wirklichkeit geworden. Bei gutem Wetter heißt es im Wendlinger Seniorenzentrum der Zieglerschen mittwochs und freitags: einsteigen, anschnallen und losfahren. Dann geht es hinaus aus dem Alltag und hinein ins vertraute Wendlingen, an die Lauter, nach Bodelshofen, durch den Wald oder einfach dorthin, wohin die Fahrgäste gerne möchten.
Manche Fahrten werden zu kleinen Ausflügen. Andere entwickeln sich zu persönlichen Erinnerungsreisen. Ein Bewohner wollte noch einmal an seinem früheren Haus vorbeifahren. Eine andere Bewohnerin wünschte sich bei Fahrtbeginn den Besuch beim Bäcker, um eine frische Brezel zu kaufen. Und manchmal reicht schon der Fahrtwind im Gesicht, um ein Lächeln hervorzurufen. Auch wer anfangs skeptisch war, kommt oft begeistert zurück. Und obwohl die Fahrt durch den Wald auch mal ein wenig holprig war, schmunzelten die Fahrgäste nach der Heimkehr. Das genau gehört offenbar dazu: Draußen unterwegs sein, bekannte Orte wiedersehen, Gespräche führen und das Leben in Wendlingen unmittelbar erleben.
Möglich wird das durch neun aktive Fahrerinnen und Fahrer, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und viele schöne Momente. Im Seniorenzentrum Taläcker sind weitere Menschen, die das Team verstärken möchten, jederzeit willkommen.
Das Gemeinschaftsprojekt des Seniorenzentrums Taläcker, des Besuchsdienstes der evangelischen Kirchengemeinden, des Diakonievereins Wendlingen und des Krankenpflegevereins ist ein voller Erfolg. Von der ersten Idee bis zur regelmäßigen Ausfahrt hat sich gezeigt, wie viel Lebensqualität eine solche Initiative schaffen kann. Ein besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern sowie allen Projektbeteiligten. Die bisherigen Erfahrungen zeigen eindrucksvoll, welchen Wert das Angebot für die älteren Menschen hat. Die Rikscha schafft Begegnungen und ermöglicht die Teilhabe am Stadtgeschehen.
Beim Wendlinger Vinzenzifest ist die E-Rikscha in diesem Jahr erstmals mit dabei. Am Stand der Zieglerschen, dem Träger des Seniorenzentrums Taläcker, können Besucherinnen und Besucher das Projekt kennenlernen und mehr über die Idee dahinter erfahren.
Und auch für die Zukunft gibt es bereits weitere Pläne: Für die Rikscha soll eine eigene Garage gebaut werden, damit die Fahrerinnen und Fahrer einfacher losfahren können und die Rikscha sicher untergebracht ist. Dafür werden noch Spenderinnen und Spender gesucht.